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„Heute Abend: Lola Blau“ - Premiere des Musicals am 09.12. in der „Pyramide“

Pressemitteilung vom 18.11.2010

„Heute Abend: Lola Blau“ – Das Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer Str. 94, lädt am Donnerstag, dem 09. Dezember, um 19.00 Uhr ein zur Premiere des Musicals für eine Schauspielerin von Georg Kreisler – Lola Blau: Angelika Warning – Klavier: Henrik Kairies, Regie: Mathias J. Blochwitz.
Weitere Vorstellungen: Samstag: 11.12.2010, 18.00 Uhr und Sonntag: 12.12.2010, 15.00 Uhr.

Nach großem Erfolg und zweijähriger Spielzeit im Kraftwerk des Technischen Museums Peenemünde und im April dieses Jahres in der Freien Volksbühne Berlin – nun endlich „Heute Abend: Lola Blau“ im Ausstellungszentrum Pyramide in Marzahn-Hellersdorf. „Heute Abend: Lola Bau“ – Georg Kreisler schrieb dieses Musical 1971 – sein Erfolg im In- und Ausland dauert bis heute an. Die tragik-komische Geschichte erzählt von zerbrochenen Träumen – ein „Ein-Frau-Musical der Sonderklasse“ vom Großmeister des deutschsprachigen Kabaretts. Marzahn-Hellersdorf – Mythos – sozialer Brennpunkt – ein Bezirk mit besonderer Geschichte und Gegenwart – dies zeigt seine mediale Beachtung – weit über die Landesgrenzen hinaus. All dies schließt kulturelle Aktivitäten – und die gibt es hier in reichlichen Variationen – keinesfalls aus. Das Leben im Bezirk ist eng verbunden mit tragischen Schicksalen, aber auch mit Träumen… vor allem aber auch den Anspruch auf Glück.

LOLA, die Sängerin, am Anfang Ihrer Karriere wird „ausgeschafft“, abgeschoben, verliert ihr erstes Engagement, also ihre Arbeit, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Unerwünschte, eine Fremde, eine Emigrantin auf der Suche nach ein bisschen Glück.
Diese Geschichte ist auch unsere Geschichte – auf der Suche nach dem Glück – nicht nur in unseren Träumen. Deshalb brauchen wir „LOLA BLAU“ im Bezirk, in der Pyramide.

Die Lebensgeschichte der imaginären Kabarettsängerin Lola Blau erzählt ein Schicksal, das für viele des 20. Jahrhunderts steht und in seiner Aussage bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat. Die jüdische Sängerin Lola Blau begreift nicht die Gefahr, in der sie sich befindet. Sie ist begabt und ehrgeizig, kompromisslos – und auch nicht – Publikum und Theaterdirektoren mögen sie – und auch nicht. Sie will leben, lieben, Karriere machen. Als sie vor den Nazis nach Amerika fliehen muss, hat sie fast vergessen, dass sie eine Jüdin ist.

„Lola Blau“ ist im Grunde die Geschichte einer Ohnmacht. Lola steht dem Antisemitismus ebenso ratlos, ohnmächtig gegenüber wie dem eigenen Judentum. Sie ist ohnmächtig gegen die sturen Schweizer, wütet ohnmächtig gegen die Sex-Karriere in Amerika und am Schluss ist sie wieder ohnmächtig gegen die österreichischen Ewig-Gestrigen.

Georg Kreisler beschreibt sehr eindringlich und bitterböse seine österreichischen „Volksgenossen“ und benennt mit scharfen, treffenden Pointen Opportunismus und Antisemitismus bis in die Gegenwart. Mitreißende Chansons (z.B. „Jawohl, Herr Direktor, bitte gleich, Herr Direktor“) stehen für die musikalische Meisterschaft des Autors – ebenso seine unübertroffene Parodie einer Mozartsonette („Tradition“).

Unter der Regie von Mathias J. Blochwitz wird der Versuch realisiert, Film und Theater miteinander zu verbinden und somit eine neue audiovisuelle Einheit zu schaffen.
Der Regisseur wird vor jeder Vorstellung eine kurze Einführung in das Stück geben, ebenso seine inszenatorische Absicht erläutern. Nach den Aufführungen steht das Team der Produktion zur Diskussion mit den Zuschauern zur Verfügung.

Angelika Warning interpretiert ausdrucksstark die facettenreiche Innenwelt der „Lola Blau“.
Henrik Kairies, dem auch die musikalische Leitung obliegt, unterstützt sie am Klavier mit Temperament, aber auch mit der nötigen Sensibilität.
Karten zu 8 und 5 Euro sind erhältlich ab sofort in der Pyramide oder unter 030-90293-4132

Die Produktion wurde gefördert mit Mitteln des Bezirkskulturfonds

Ausstellungszentrum Pyramide
Riesaer Str. 94
12627 Berlin

Tel: 90293-4132
ausstellungszentrumpyramide.de