Festakt zum 30. Geburtstag von Marzahn-Hellersdorf bildete am 05.01. den Auftakt für das Jubiläumsjahr

Pressemitteilung vom 06.01.2009

Marzahn-Hellersdorf begeht in diesem Jahr sein 30. Jubiläum. Auftakt war am Montag, den 05. Januar, dem eigentlichen Geburtstag des jüngsten Berliner Bezirks, ein Festakt im Freizeitforum Marzahn , Marzahner Promenade 55. Nach dem musikalischen Beginn mit dem Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf unter seinem Dirigenten Jobst Liebrecht würdigte Bürgermeisters Harald Wolf die Entwicklung des Bezirks: „Viele Marzahner und Hellersdorfer mussten auf schmerzliche Weise erfahren, was es bedeutete, wenn von einem Tag auf den anderen der westliche Blick auf die Dinge dominierte. Bezirke, die in der DDR als moderne Wohn- und Arbeitsstätten mit ihrer exzellenten Ausstattung an Schulen, Kitas, Kultur- und Sporteinrichtungen sehr beliebt waren, wurden nach der Wende zu seelenlosen Trabantenstädten schlecht geredet, die zu meiden hatte, wer auf sich hielt. Ein Vorurteil, entsprungen aus mangelnder Kenntnis und westlicher Überheblichkeit, der dem Bezirk einen schweren Imageschaden zufügte. Ich bin froh, dass Sie an der Korrektur dieses falschen Bildes arbeiten. Ich denke, heute, 30 Jahre nach der Gründung, und im 20. Jahr der staatlichen Wiedervereinigung lässt sich mit Fug und Recht sagen: Marzahn-Hellersdorf hat die großen Herausforderungen bestanden. Und es sind die Bürgerinnen und Bürger dieses Bezirkes, die den größten Beitrag zu diesem Erfolg gebracht haben. Sie können stolz auf ihre Leistungen sein.“
Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle begrüßte die Gäste, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, den Bürgermeister Harald Wolf, die ehemaligen Bezirksbürgermeister und die ehemalige Bezirksbürgermeisterin sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Partnerstädte. „In Vorbereitung auf unseren Jahrestag wurde ich gefragt, was dazu gehörte, Marzahn-Hellersdorf zu bauen“, so die Bezirksbürgermeisterin in ihrer Rede, „meine Antwort: Eine Vision von einer neuen Stadt, Mut, Kraft und Entschlossenheit, denn Städte wachsen gewöhnlich über viele Jahrhunderte. Aber auch etwas ganz Profanes gehörte dazu – Wohnungsnotstand. In den 70iger Jahren suchten 30 Prozent der Berlinerinnen und Berliner aus dem Ostteil der Stadt eine Wohnung.“ Sie erinnerte an die Anfänge des Bezirkes: „Mehr als 3. 270.000Platten wurden in den Großsiedlungen montiert. Damit hätte das Wort „Platte“, was manchen eher als Schimpfwort und Abwertung für unseren Bezirk galt und gilt, eine gute Chance, zum Wort des 30. Jahrestages zu werden, wenn wir einen Wettbewerb dazu durchgeführt hätten. „Es bedurfte aber vor allem“, „so betonte sie, „der Menschen, die hierher zogen, um aus einer Großbaustelle einen neuen Stadtbezirk, eine neue Stadt zu machen, in der die Menschen heimisch werden, in der die Kinder neue Freunde finden konnten, wo Plätze in einer Kinderkombination und in der neuen Schule zur Verfügung standen und wo die Beschäftigten aus dem BWF, dem EAB, dem Stern-Radio u. a. Unternehmen des Bezirkes, Genossenschaftswohnungen beziehen konnten. Insofern war vieles, was damals dazu gehörte, um den Bezirk zu bauen, etwas, was von den Planungen her weit in die Zukunft ereicht hat. Nicht alles, was damals auf den Weg gebracht worden ist, konnte und kann weitergeführt und/oder übernommen werden. Wir müssen neue Wege gehen, neue Überlegungen anstellen, Partner finden, mit denen wir die Planungen für die Zukunft des Bezirks umsetzen.“ „Gebraucht wird“, so hob sie hervor, „vor allem eine aktive Bürgerschaft. Einige von Ihnen sind heute hier zur Festveranstaltung gekommen. Lassen Sie mich einen Bürger, der seit 30 Jahren in und für den Bezirk lebt, exemplarisch dafür nennen: Herr Dr. Hilmar Bärtel war 15 Jahre technischer Direktor im Magistratsbüro für Tiefbauplanung und als solcher eng mit unseren großen Neubauvorhaben verbunden. Maßgeblich war er an der stadttechnischen Entwicklung der ganzen Region beteiligt. Sein Engagement für den Bezirk spiegeln auch jene seiner bildkünstlerischen Arbeiten wider, die er in seiner Freizeit auf den Baustellen anfertigte. Sie stellen eine einmalige Dokumentation der unterirdischen Bauvorhaben in Marzahn und Hellersdorf dar. (Siehe auch Foto) Anlässlich des Bezirksjubiläums wird er Anfang Februar während einer Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum 30 seiner Zeichnungen an den Bezirk als Geschenk übergeben.“
Sie resümierte: „Im Zusammenwirken mit der Bezirksverordnetenversammlung geht es, in die Zukunft betrachtet, darum, aktiv den demografischen Wandel, der sich auch und besonders dynamisch in Marzahn-Hellersdorf vollzieht, zu gestalten und unseren lebenswerten und grünen Stadtbezirk zu einem zukunftsfähigen Bildungs- und innovativen Industrie- und Gesundheitsstandort zu entwickeln“

Für die musikalische Umrahmung sorgten u. a. die Ballettschule Szilvia Wolf und der Hellersdorfer Kinder- und Jugendchor unter Leitung von Klaus Kühling. Durch den Abend führt Peter Bause. Dem schloss sich ein Empfang in der Sporthalle des Freizeitforums an.

Fotos liegen in der Pressestelle vor und können gemailt werden.