Heimatverein regt Gedenken an

Pressemitteilung vom 18.12.2008

Der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. hat in die letzte Sitzung der Kommission „Gedenkorte“ des Bezirksamtes zwei Anträge zur Erinnerung an Opfer des NS-Regimes eingebracht.

Der Heimatverein regt an, den Standort des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Kaulsdorfer Str. Nr. 90, ehemals das größte Lager im jetzigen Bezirk, für die öffentliche Wahrnehmung in würdiger und geeigneter Weise zu kennzeichnen.
Dieser Antrag wurde von der Kommission befürwortet. Vertreter der Kommission sowie des Landesdenkmalamtes werden in Reaktion auf unseren Antrag im Januar 2009 eine Besichtigung des Grundstückes vornehmen, um daraufhin Vorschläge für die Erschließung als Gedenkort und über die Form des Gedenkens zu unterbreiten.

In einem weiteren Anliegen geht es dem Heimatverein darum, Mahlsdorfer Antifaschisten zu ehren. Der Verein hat deshalb den Antrag gestellt, die drei von den Nationalsozialisten ermordeten kommunistischen Widerstandskämpfer Karl Vesper, Johann Przybilla und Arthur Weisbrodt mit einem gemeinsamen Gedenkstein zu ehren. Für die drei Antifaschisten gab es bereits zu DDR-Zeiten Gedenktafeln an den Häusern, in denen sie gewohnt hatten, für Arthur Weisbrodt auch einen Gedenkstein auf dem Platz Hummelstraße/Kuhnaustraße. Die Gedenktafeln an den Häusern wurden nach 1990 abgenommen und sind zum Teil verschwunden. Die Tafel für Arthur Weisbrodt auf dem Gedenkstein wurde vor einigen Jahren mit einem nicht korrekten Text erneuert. An ihrer Stelle soll nunmehr eine Tafel angebracht werden, die die drei Männer gemeinsam ehrt. Die Kommission „Gedenkorte“ folgte unserem Antrag, erweiterte ihn aber dahingehend, dass zusätzlich über die näheren Umstände des Todes der drei Ermordeten informiert werden soll. Gleichzeitig beantragte der Heimatverein, zum Gedenken an Hans Neue, der wegen kritischer Äußerungen nach dem Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurde, dessen Grabstelle auf dem Waldfriedhof Mahlsdorf unter Schutz zu stellen und möglichst auch mit einer Informationstafel auf dem Friedhof an das Schicksal des Mahlsdorfer Apothekers zu erinnern. Die Kommission unterstützte auch diesen Teil des Antrages und wird die für seine Umsetzung nötigen Schritte unternehmen.