Literaturstammtisch am 5. Januar und 2. Februar im Kulturforum Hellersdorf

Pressemitteilung vom 18.12.2008

Der Literaturstammtisch im Kulturforum Hellersdorf beginnt das neue Jahr mit zwei bekannten Namen. Am Montag, 5. Januar, um 19 Uhr, liest die renommierte Autorin Kerstin Hensel aus ihrem aktuellen Buch „Lärchenau“.
Der Roman handelt von einem märkischen Arzt, der Nobelpreisträger werden will, – ein ins Groteske umgeschlagener Arztroman, eine Provinzgroteske als Brennspiegel deutscher Geschichte.
“Günter Rochus Konarske ist ein angesehener und vollkommen skrupelloser Arzt. Er führt an Menschen Experimente durch, strebt allen Ernstes den Nobelpreis an, und seine Ehefrau kann neben diesem aufgeblähten männlichen Ego nur noch in der Welt der Oper Zuflucht nehmen. Zwei Lebensläufe, in denen der Aberwitz der letzten 60 Jahre deutscher Geschichte in einer Direktheit auflebt, als würde man diese Zeit noch einmal durchleben können.”
Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sie arbeitete als Krankenschwester, studierte am Institut für Literatur in Leipzig und unterrichtet heute an der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch”. Ausgezeichnet für ihre Werke mit u. a. dem Anna-Seghers-Preis, dem Förderpreis des Lessing-Preises des Freistaats Sachsen und dem Gerrit-Engelke-Literaturpreis der Stadt Hannover sowie dem Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt 2008.

Am Montag, 2. Februar, ebenfalls um 19 Uhr, wird dann die Literaturkritikerin Prof. Dr. Christel Berger das letzte Buch des vor einem Jahr verstorbenen Autors Günther Rücker vorstellen. Als Günther Rücker im Jahr 2004 achtzig Jahre alt wurde, bedauerten die den Jubilar würdigenden Zeitungs-Schreiber einmütig und heftig seinen Entschluss, nichts mehr schreiben zu wollen. Rückers Texte – Hörspiele, Drehbücher, Erzählungen und Essays – waren etwas Besonderes: Immer fand er den Punkt, mit einer klassischen Ausgangsposition in die Räume des Geschehens zu führen; ungewöhnliche/gewöhnliche Schicksale waren sein Markenzeichen; geschrieben in einer Sprache, die genauso breit und sinnlich einzelne Momente ausmalen konnte, wie sie es verstand, Ereignisse von Jahrzehnten in eine kurze Passage zu binden. Beharrlich behauptete der Autor, dass es wirkliche Begebenheiten und Schicksale seien, die ihm dank seiner Neugier auf Menschen förmlich zugeflogen seien, er habe sie nur aufgeschrieben. Und Authentisches kommt nun mal ohne Historie nicht aus, was den Geschichtskenner Rücker zu Texten mit eigner »Hausmarke« veranlasste.