Neu gestalteter Peter - Weiss - Platz wurde heute feierlich in Anwesenheit der schwedischen Botschafterin eingeweiht

Pressemitteilung vom 11.06.2007

Heute wurde um 11:00 Uhr der neu gestaltete Peter – Weiss – Platz (Tangermünder Straße/Ecke Quedlinburger Straße) in Anwesenheit der schwedischen Botschafterin Ruth Jakoby feierlich eingeweiht.
Die Herrichtung der Freifläche im östlichen Bereich der „Helle Mitte“ ist nach der Umgestaltung des Alice-Salomon-Platzes ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Fertigstellung des Hellersdorfer Stadtteilzentrums. Dafür standen 270.000 EURO aus dem Förderprogramm Soziale Stadt zur Verfügung.

„Mit dem Peter – Weiss – Platz ist es uns gelungen, den Bürgerinnen und Bürgern einen lang erwarteten Stadtplatz zu übergeben, der seinem Namensgeber Ehre erweist.“, betont Norbert Lüdtke, Bezirksstadtrat für Ökologische Stadtentwicklung bei der Übergabe des Platzes. Die schwedische Botschafterin sagte: “Peter Weiss, der als 17-jähriger aus Deutschland flüchtete, vor 25 Jahren als schwedischer Staatsbürger starb, hatte viele Kontakte zu den beiden deutschen Welten – er hätte sich gefreut über diesen nach ihm benannten Platz.
Der 1916 geborene Schriftsteller, Maler, Grafiker und Filmemacher Peter Weiss starb am 10. Mai 1982 – vor fast genau 25 Jahren.

Bislang war der Peter – Weiss – Platz – zwischen Tangermünder Straße/Ecke Quedlinburger Straße im Quartiersmanagement-Gebiet Hellersdorfer Promenade gelegen – nicht viel mehr als ein Name. Als 1992 der Großinvestor MEGA AG große Flächen am nordöstlichen Berliner Stadtrand übernahm und ab 1995 im Auftrag des Landes Berlin damit begann, das ambitionierte Projekt “Helle Mitte” zu realisieren, sollten dort neben Geschäftszentren und Wohnanlagen auch mehrere öffentliche Stadtplätze entstehen. Deren Namen hatte die Bezirksverordnetenversammlung bereits 1995 beschlossen. Vor allem von den Nazis verfolgter Künstler und Intellektueller sollte gedacht werden: Alice Salomon, Fritz Lang, Kurt Weill, Oskar Kokoschka, Peter Weiss.

Durch die Insolvenz des Entwicklungsträgers im Jahr 2002 blieben diese als vitale Stadtplätze geplanten Freiflächen jedoch karge Stadtbrachen. Den entstandenen Schaden Schritt für Schritt zu beheben, kostet seitdem viel Zeit und Kraft.

Nach einem Entwurf der Landschaftsarchitektin Christiane Gottwald wurden seit Herbst 2006 auf dem Peter-Weiss-Platz u.a. mit Naturstein gepflasterte Gehwege angelegt, Baumreihen gesetzt und Rasenflächen angelegt. Die Künstlergruppe DRACO verwandelte ein altes Trafohäuschen mit Wandmalereien in den „Kleinsten Plattenbau der Welt“. Die auf dem Platz aufgestellten, von Schülern bearbeiteten Steine stammen aus der rückgebauten Mies-van-der-Rohe-Oberschule. Mit der Projektsteuerung der Gesamtmaßnahme war im Auftrag des Landes Berlin die S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung betraut.

Auf welche Art der neu gestaltete Platz an seinen Namensgeber erinnern sollte, dafür entwickelte die nahe gelegene, ehrenamtlich betriebene Peter-Weiss-Bibliothek gemeinsam mit dem bezirklichen Natur- und Umweltamt und der Platz-Planerin eine besondere Idee: in die Stützmauern der Platzanlage eingelassene Schriftzüge weisen auf Biografie und Werk von Peter Weiss hin.
Weitere Informationen:
www.helle-promenade.de
www.peter-weiss-bibliothek.de

Fotos liegen in der Pressestelle vor und können gemailt werden.