Drucksache - DS/0187/VIII  

 
 
Betreff: Berufsbezogene Sprachkurse ausweiten
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenIntegration
   
Drucksache-Art:Antrag zur BeschlussfassungBeschlussempfehlung
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
27.04.2017 
7. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin überwiesen   
Integration Entscheidung
17.05.2017 
5. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Integration mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
15.06.2017 
9. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag Bündnis 90/Die Grünen PDF-Dokument
BE Integration PDF-Dokument

Der Ausschuss Integration empfiehlt der Bezirksverordnetenversammlung die Annahme der Drucksache 0187/VIII in folgender geänderter Fassung:

 

Das Bezirksamt wird ersucht auf Landesebene eine bedarfsgerechte Ausweitung des Angebots berufsbezogener Sprachkurse anzuregen.

Folgende Personengruppen, die in Betriebsstätten in Berlin nicht selbständig beschäftigt sind, eine Ausbildung oder ein mindestens 6-monatiges Praktikum absolvieren, sollen dabei gefördert werden:

  • Geflüchtete mit Arbeitserlaubnis
  • EU-Zuwander*innen
  • Deutsche Staatsangehörige mit Sprachkenntnissen auf Niveau B1 oder schlechter.

 

Ebenfalls gefördert werden sollen jene Betriebe, die die Kursteilnehmenden für den Deutschkurs freistellen.

Die Träger der Sprachkurse sollen nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert sein.

 

Begründung:

Berufsbezogene Sprachkenntnisse sind für eine erfolgreiche, der Qualifikation entsprechende Arbeitsmarktintegration unabdingbar. In Integrationskursen wird die deutsche Sprache nur bis zum Niveau B1 vermittelt, das jedoch für eine Verständigung über komplexe und spezielle Themen unzulänglich ist.

Derzeit bietet das Netzwerk IQ eine eng begrenzte Anzahl berufsbezogener Deutschkurse für nichtakademische Gesundheitsberufe und akademische und nichtakademische Erziehungs- und Sozialberufe an (vgl. Schriftliche Anfrage 17/18844).

Die Bundesagentur für Arbeit fördert berufsbezogene Deutschkurse im Rahmen von WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen, § 81 SGB III).

Der Bund finanziert berufsbezogene Deutschkurse im Rahmen eines ESF-BAMF-Programms. Nach einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 4. Mai 2016 wird es ab 2017 bundesweit ca. 200.000 Plätze geben. Würden die Plätze nach dem Königsteiner Schlüssel für 2016 verteilt, wären dies für Berlin ca. 11.000 Plätze. Dabei richtet sich das Programm auch an Menschen, die bislang ausgehend vom Sprachniveau Deutsch A1 nicht das Sprachniveau Deutsch B1 erreicht haben.

Die Sprachbarriere in den Arbeitsmarkt gilt nicht allein für Geflüchtete, sondern für alle Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Die berufsbezogenen Deutschkurse sollen ihnen helfen, eine ihrer beruflichen Qualifikation angemessene Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen.

 

Text des Ursprungsantrages:

Das Bezirksamt wird ersucht auf Landesebene eine bedarfsgerechte Ausweitung des Angebots berufsbezogener Sprachkurse anzuregen.

Folgende Personengruppen, die in Betriebsstätten in Berlin unselbständig beschäftigt sind, eine Ausbildung oder ein mindestens 6-monatiges Praktikum absolvieren, sollen dabei gefördert werden:

  • Geflüchtete mit Arbeitserlaubnis
  • EU-Zuwander*innen
  • Deutsche Staatsangehörige mit Sprachkenntnissen auf Niveau B1 oder schlechter.

 

Ebenfalls gefördert werden sollen jene Betriebe, die die Kursteilnehmenden für den Deutschkurs freistellen.

Die Träger der Sprachkurse sollen nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert sein.

 

Abstimmungsergebnis: 8 / 0 / 6

 
 

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