Zauneidechse (Lacerta agilis)

Zauneidechse
Bild: UNB Lichtenberg

Körpergröße
22 Zentimeter

Aussehen
Im Vergleich zu anderen Eidechsenarten, wirkt die Zauneidechse relativ plump und kurzschwänzig. Die Färbung und Zeichnung ist je nach Individuum, Geschlecht, Altersstadium und Jahreszeit (besonders bei den Männchen!) sehr variabel. Generell lässt sich sagen, dass auf der Rücken- und Schwanzmitte ein “leiterartiges” Zeichnungsmuster aus hellen Seitenlinien und dunkelbraunen “Quersprossen” mit braunen Zwischenräumen verläuft.

Beschreibung

Vorkommen Die Zauneidechse ist in Mittel- und Osteuropa sowie Vorderasien sehr weit verbreitet. Sie besiedeln bevorzugt Magerbiotope (zum Beispiel trockene Waldränder, Bahndämme, Heideflächen, Steinbrüche und so weiter).
Fortpflanzung Nach der ersten Häutung (etwa Ende April) beginnt die Paarungszeit, bei der es zwischen den Männchen auch zu kleinen Rangeleien um die Weibchen kommen kann. Von Mai bis August erfolgt die Eiablage in möglichst sonnige Sandböden, in welche das Weibchen kleine Löcher gräbt und 5 bis 14 Eier ablegt. Die Entwicklungszeit der Jungtiere ist nun abhängig von der Umgebungstemperatur und beträgt bei 21°-24° Celsius zwei Monate. Nach ein bis zwei Jahren erreichen sie dann die Geschlechtsreife.
Ernährung Zauneidechsen ernähren sich hauptsächlich von Insekten und deren Larve, Ameisen sowie Spinnen und Regenwürmer. Um ihren Wasserbedarf zu decken trinken sie von Tau- und Regentropfen.
Behausung Den Winter über verbringen die Zauneidechsen in einem Starrezustand in Erdlöchern und geschützten Spalten. Ende März / Anfang April kommen sie dann an die Oberfläche um sich von der Sonne wärmen zu lassen.

Zauneidechsen in der Stadt

Aufgrund ihrer geringen Größe übersieht man diese kleinen Reptilien sehr schnell wenn man durch hohes Gras läuft. Oft bemerkt man sie erst wenn sie vor einem weghuschen. Wie viele Eidechsen, sind sie in der Lage ihren Schwanz an so genannten Sollbruchstellen abzuwerfen, um den potentiellen Fressfeind durch den noch zuckenden Schwanz von sich abzulenken. Der sich neu entwickelnde Schwanz ist zumeist kürzer und schmaler.

In der freien Natur droht der Zauneidechse Gefahr durch die Zerstörung ihrer Lebensräumen und Kleinstrukturen, zum Beispiel durch die Rekultivierung von so genanntem “Ödland”, die Wiederbewirtschaftung von Brachen, der Verlust von Randstreifen und Böschungen, allgemein eine intensive Landwirtschaft oder auch die Fragmentierung der Landschaft durch Straßenbau beziehungsweise Straßenverkehr und Siedlungsbau.

In Berlin-Lichtenberg kann man die Zauneidechse so ziemlich auf allen naturbelassenen Grünflächen mit hohem Gras beobachten. So finden sich viele um die Wartenberger Grünflächen, in Falkenberg und seit 2016 auch in hoher Stückzahl im Landschaftspark Herzberge.

Wie verhalte ich mich bei der Begegnung mit einer Zauneidechse?

Da die Tiere sehr scheu und flink sind, bekommt man sie nur sehr selten zu Gesicht. Am besten lassen sie sich finden, wenn man sich etwas schneller auf einer Wiese bewegt und dabei den Boden gut auf eventuelle Bewegungen beobachtet. Zauneidechsen beißen nicht und sind auch sonst keineswegs als Störenfriede in Erscheinung getreten.