Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Eichhörnchen sitzt auf einem Baumstumpf
Eichhörnchen
Bild: schaef / Fotolia.com

Körpergröße
20-23 Zentimeter (ohne Schwanz)

Gewicht
300-400 Gramm

Aussehen
Viele verschiedene Farbvarianten in der Fellfärbung, wodurch die Tiere sich theoretisch individuell voneinander unterscheiden lassen. Im Allgemeinen besitzt das Eichhörnchen ein rotbraunes bis schwarzbraunes Fell, wobei die Bauchseite immer hell gefärbt ist.

Beschreibung

Vorkommen In Deutschland in Mischwäldern mit altem Baumbestand und Städten.
Fortpflanzung Die Paarung findet in der Zeit von Dezember bis Juli statt. Im Februar bis August bringt das Eichhörnchenweibchen zirka fünf Junge pro Wurf zur Welt. Diese sind zunächst Nesthocker und werden nach einem Jahr bereits geschlechtsreif. Nur 20 Prozent der Jungtiere überleben das erste Jahr aufgrund von Baumrodungen oder Fraßfeinden. Wenn sie dieses Jahr überlebt haben, können sie dann aber auch bis zu 12 Jahre alt werden.
Ernährung Das Eichhörnchen ernährt sich hauptsächlich von Früchten, Pilzen, Samen, Insekten und eher selten von Vogeleiern. Die Zähne wachsen ein Leben lang nach und müssen regelmäßig durch nagen an harter Nahrung wieder abgeschliffen werden. Die Nussknacktechnik ist angeboren; wird aber im Laufe der Entwicklung noch perfektioniert. Da Eichhörnchen Winterruhe halten legen sie sich im Herbst den größten Teil des gefundenen Futters zur Reserve an. Dank ihres guten Geruchssinns finden sie den größten Teil der versteckten Nahrung im Winter wieder.
Behausung Eichhörnchen bauen sich runde Nester, die als Kobel bezeichnet werden. Dabei hat jeder Kobel eine Größe von durchschnittlich 20-40 Zentimeter und eine kleine Öffnung an seiner Unterseite. Sie bewohnen jedoch auch Baumhöhlen, alte Krähen- und Elsternnester.

Eichhörnchen in der Stadt

Wie viele Wildtiere in der Stadt ernährt auch das Eichhörnchen sich bereits von menschlicher Nahrung, an welche es entweder durch Fütterungen oder durch Suche in Abfällen und so weiter gelangt. Das ursprünglich abend- und morgendämmerungsaktive Tier hat sich den Gegebenheiten der Stadt sehr gut angepasst. So trifft man es inzwischen den ganzen Tag in Parks, auf Friedhöfen oder kleinen Stadtwäldchen, wo es seine Scheu vor den Menschen größtenteils schon verloren hat. Aus diesem Grund ist es auch keine Seltenheit mehr, dass Eichhörnchen einem die Nahrung aus der Hand nehmen oder einem kess beim Frühstück im Garten zugucken. Schäden richtet der kleine Nager kaum an; er trägt sogar zur Wiederaufforstung bei, da er regelmäßig einige seiner Wintervorräte im Boden vergisst.

Wie verhalte ich mich bei der Begegnung mit einem Eichhörnchen?

Wie bei allen Wildtieren ist es auch beim Eichhörnchen wichtig es nicht anzufassen. Da die Jungtiere ab der 6. Woche mit der Erkundung ihrer näheren Umgebung beginnen, fallen sie deswegen noch manchmal vom Baum. Das Wichtigste hierbei ist, sie liegen zulassen und nicht anzufassen. Meist sind die Eltern in der unmittelbaren Umgebung und werden durch die Rufe des Jungtieres aufmerksam gemacht, um es dann anschließend in den Kobel zurück zutragen. Auch innere Verletzungen des Jungtieres sind eher unwahrscheinlich, da seine Anatomie an das Leben eines Baumbewohners angepasst ist. Somit sollte man erst helfen, wenn es offensichtliche Verletzungen hat und mit diesen über einen längeren Zeitraum (zirka drei Stunden) an der gleichen Stelle sitzt. Wenn dies der Fall sein sollte, ist auch darauf zu achten es nicht mit den bloßen Händen anzufassen! Die Aufzucht von Jungtieren sollte unter allen Umständen mit einem Veterinär abklären werden, sie ist jedoch nicht ratsam, da die wenigsten Stadtbewohner genügend Platz für ein Wildtier anbieten könnten.