„Kinder von Tschernobyl“

Pressemitteilung vom 08.12.2017

23. Kunstversteigerung mit einem Höchstergebnis von fast 7.000 Euro

Rund 250 Kunstwerke wurden jüngst in der rk-Galerie im Ratskeller Lichtenberg zugunsten der Aktion „Kinder von Tschernobyl“ zur Versteigerung angeboten. Fast 100 Kunstinteressierte folgten der Einladung der Veranstalter und von Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke), der die 23. Versteigerung am 1. Dezember eröffnete. Er dankte dem Graphik-Collegium Berlin e.V., dem Druckgraphik Atelier Hartwig, dem Verein Berliner Künstler, der Galerie im Ratskeller sowie den Spendern von Kunstwerken für ihr Engagement zur Vorbereitung der Kunstversteigerung und für ihre langjährige Treue zu der Aktion. 187 Kunstwerke, gespendet von 73 Künstlern, außerdem 57 Grafiken aus Nachlässen und von Sammlern und Kunstliebhabern, gelangten zur Versteigerung.
Insgesamt wurden Einnahmen in Höhe von 6.928 Euro erzielt.
Die höchsten Gebote erreichten Graphiken von Michael Hofmann, Horst Janssen und Harald Metzkes. Gebote kamen selbst aus München und Amsterdam. Was in den Anfangsjahren schon fast eine Tradition geworden war: In diesem Jahr boten ein ehemaliger und der amtierende Lichtenberger Bürgermeister mit. Dabei ist es sicher kein Zufall, dass Michael Grunst auch eine Graphik einer Lichtenberger Künstlerin ersteigerte.
Selbst beim erstmaligen Nachverkauf wechselten noch Kunstwerke ihre Besitzer. Der gesamte Erlös wird dem Aktionskreis „Kinder von Tschernobyl“ für seine Arbeit zur Verfügung gestellt.

Mehr als 30 Jahre nach der Katastrophe im Atomkraftwerk sind die Spätschäden in und um Tschernobyl nach wie vor verheerend. Besonders gefährdet sind die Kinder. Ihnen hilft der Aktionskreis Evangelischer Kirchengemeinden „Kinder von Tschernobyl“, der 1990 gegründet wurde. Schwerpunkt der Arbeit ist die jährliche Sommeraktion: Kindern aus Gomel, einer Stadt in Weißrussland, wird ein drei- bis vierwöchiger Aufenthalt in Deutschland ermöglicht, damit sich ihr Immunsystem in den wenigen Wochen in unverstrahlter Umgebung bei unverstrahltem Essen erholen und stabilisieren kann. Trotzdem haben viele dieser Kinder gesundheitliche Probleme, sind in der Entwicklung zurückgeblieben, leiden an spastischen Erkrankungen – auch infolge der Spätfolgen der verschiedenen freigesetzten Isotope. Plutonium, Jod, Strontium oder Cäsium haben auch nach ihren Halbwertzeiten noch gravierende Auswirkungen.

rk – Galerie für zeitgenössische Kunst im Ratskeller Lichtenberg | Möllendorffstraße 6 | 10367 Berlin | Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Weitere Informationen
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Abteilung Personal, Finanzen, Immobilien und Kultur
Amt für Weiterbildung und Kultur
rk – Galerie für zeitgenössische Kunst
Frau Eschrich
Telefon: (030) 90296-3713 | E-Mail | Internet