Förderbedarf bei Lichtenberger Kindern steigt

Pressemitteilung vom 28.11.2017

Das Bezirksamt Lichtenberg hat am 28. November 2017 die aktuellen Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung für das Schuljahr 2015/16 veröffentlicht. Darin wurden die Daten von 2.521 Kindern auf bezirklicher sowie auf Ebene der Lichtenberger Stadtteile analysiert und dargestellt.

Besorgniserregend ist vor allem die teils in den verschiedenen Untersuchungsfeldern rasante Zunahme an Kindern mit auffälligen Testergebnissen im Entwicklungsscreening.
Mehr als der Hälfte der einzuschulenden Schülerinnen und Schülern wird in diesem Zusammenhang eine schulische Förderempfehlung bescheinigt (50,7 %). Auch der mit 31,7 Prozent unverändert sehr hohe Anteil an alleinerziehenden Eltern sowie eine steigende Zahl an übergewichtigen Kindern sind als problematisch einzuschätzen.

Positiv hervorzuheben ist, dass immer mehr Eltern die Vorsorge-Angebote des Bezirkes nutzen: So bleiben die Impfquoten weiterhin hoch und der Anteil an Kindern mit einer vollständigen Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U8 in Lichtenberg steigt seit 2012 kontinuierlich.

Wie auch in den vorhergehenden Jahren hat die soziale Herkunft den größten Einfluss auf die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler: So zeigt sich beispielsweise, dass Eltern mit höherem Armutsrisiko häufiger rauchen, ihre Kinder häufiger unter Karies leiden und öfter übergewichtig sind.

Gesundheits- und Jugendstadträtin Katrin Framke (parteilos, für Die Linke) erklärt: „Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung zeigen zum Teil erschreckend deutlich, dass auch in Lichtenberg relative Armut in Familien eng verknüpft ist mit einem schlechteren Gesundheitszustand des Kindes. Auch das Ausmaß des festgestellten Förderbedarfs für die Mädchen und Jungen ist bedrückend. Umso wichtiger ist die Durchführung der Einschulungsuntersuchung, denn anhand dieser ermittelten Daten lassen sich politische Schlussfolgerungen ziehen. Um diese negativen Entwicklungen zu stoppen, brauchen wir sowohl auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene gemeinsame Strategien. Auch in Lichtenberg stehen wir dabei noch am Anfang, haben aber bereits einen bezirklichen Gesundheitsbeirat gegründet und veranstalten am Mittwoch, 13. Dezember, im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge die zweite Lichtenberger Gesundheitskonferenz. Dort werden wir weiter daran arbeiten, die Gesundheitsvorsorge für die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger zu verbessern.“

Weitere Informationen:
QPK (Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes)
Sarah Blaut
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