Ausstellung „rosaRot“: Gewalt ist kein Kavaliersdelikt

Pressemitteilung vom 21.11.2017

Brutale Faustschläge, blaue Flecken und gebrochene Herzen: 14.830 Fälle von häuslicher Gewalt wurden im vergangen Jahr in Berlin erfasst. Gewalt gegen Frauen kennt viele Formen: sie werden gedemütigt, bedroht, geschlagen, zwangsverheiratet, ihre Genitalien werden verstümmelt, und sie werden verschleppt und vergewaltigt – in allen Kulturen und Ländern ist das Thema präsent. Auch in Lichtenberg suchten in laufenden Jahr bereits 848 Frauen Hilfe oder flüchten sich in eines der sechs Berliner Frauenhäuser.

Um gegen Gewalt an Frauen zu sensibilisieren, hat der Verein „Brandenburgisches Netzwerk Frauenhäuser“ das Projekt „rosaRot“ entwickelt. Und schickt dazu eine Ausstellung mit freiem Eintritt durchs Land. Sie kommt jetzt auch nach Lichtenberg: Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und der Präsident der Katholischen Hochschule für Sozialwesen, Professor Ralf-Bruno Zimmermann, eröffnen die Schau gemeinsam am Dienstag, 12. Dezember, um 14 Uhr an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in der Köpenicker Allee 39 in 10318 Berlin. Zu sehen sind die Rollups passend zu einer Vorlesungs- und Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aber schon ab Mittwoch, 8. Dezember, bis Freitag, 15. Dezember. Die Schau ist für Blinde und Sehbehinderte barrierefrei: Denn über einen QR Code sind die Stimmen prominenter Frauen abrufbar, die die Inhalte der Ausstellung besprechen.

In einem Fachvortrag im Anschluss an die offizielle Eröffnung erklärt Professor Barbara Kavemann dann die „Handlungsspielräume der Sozialen Arbeit bei Gewalt in Paarbeziehungen“. Denn noch immer wird Gewalt gegen Frauen oft als Kavaliersdelikt und Privatsache abgetan, ein paar blaue Flecken von der Gesellschaft gerne durch die „rosarote Brille“ gesehen. Ziel der Ausstellung ist es, diesem verharmlosenden Blick die Perspektive der Gedemütigten und Verletzten entgegen zu setzen. Um die Opferperspektive geht es dabei nicht: Die porträtierten Frauen fordern die Betrachtenden dazu auf, Initiative zu ergreifen und nicht mehr weg zu sehen.

Aktuell brechen überall auf der Welt Frauen ihr Schweigen, um von erlebten sexuellen Übergriffen und Nötigung zu berichten. In den sozialen Netzwerken verdeutlichen die Kommentare unter dem Hashtag „#Me too“, dass Gewalt an Frauen an Machtdemonstrationen von Männern gebunden ist. Dabei ist häusliche Gewalt nicht nur die weltweit am stärksten verbreitete Menschenrechtsverletzung an Frauen. Sie ist sogar die Haupt-Todesursache europäischer Frauen zwischen 22 und 44 Jahren. Zunehmend sind auch Männer von Partnerschaftsgewalt betroffen, doch für sie gibt es kaum Hilfsangebote.

Weitere Informationen:
Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamtes Lichtenberg
Majel Kundel
Telefon: (030) 90296-3320 | E-Mail

oder

Margit Wagner, M.A.
Stellvertretende Frauenbeauftragte
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Telefon: (030) 501010-47 | E-Mail