Ilsestraße: Keine Bebauung von bislang unerschlossenen Innenhöfen

Pressemitteilung vom 24.08.2016

In der BVV-Ausschusssitzung Ökologische Stadtentwicklung am 2. Juni 2016 wurden die Ideen der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft für eine mögliche Nachverdichtung auf den Innenhöfen im Gebiet Ilsestraße 18-78 in Karlshorst vorgestellt. Das Unternehmen hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, wonach insgesamt 200 Wohnungen, verteilt auf acht Stadtvillen mit je drei Geschossen plus Staffelgeschoss und vier Wohnzeilen sowie eine integrierte Kita, entstehen sollen. Infolge des Vorhabens müssten 88 Bäume gefällt werden, davon 47 mit einem Kronendurchmesser von über 6 Metern sowie 41 kleineren Bäumen.

Das Bezirksamt hat dazu in seiner Sitzung am 16. August 2016 beraten und entschieden, dieses Vorhaben nicht zu befürworten. Die entsprechende Protokollnotiz wurde in der heutigen Bezirksamtssitzung bestätigt und enthält folgenden Wortlaut: „Das Bezirksamt verständigt sich auf Vorschlag des Bezirksstadtrates für Stadtentwicklung darauf, für das Gebiet einen Bebauungsplan zu erstellen, um die Freiräume zu sichern und das Maß der Bebauung zu beschränken.“

Hierzu erklärt der zuständige Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU):
„Die Herausforderungen einer wachsenden Stadt können wir nur im Schulterschluss mit den Menschen bewältigen, die seit vielen Jahren zufrieden und glücklich in ihren Kiezen leben. Ihre Wohnqualität zu verschlechtern, um neuen Wohnraum zu schaffen kann und darf nicht die Lösung der Wohnungsbaupolitik sein. Wenn wir anfangen, bislang unerschlossene Innenhöfe von Wohnquartieren zu bebauen, dann verlieren wir zu Recht das Vertrauen der Menschen. Diesen Weg bin ich nicht bereit mitzugehen. Wir haben in den zurückliegenden fünf Jahren eine Bereichsentwicklungsplanung Wohnen erarbeitet und breit diskutiert. Darin werden Baupotentiale für mindestens 12.000 Wohnungen in Lichtenberg ausgewiesen, an geeigneten Flächen mangelt es also nicht. Dennoch erleben wir ein erhöhtes Investoreninteresse für Flächen von Kleingartenanlagen und jüngst auch vermehrt für die Innenhöfe von Wohnanlagen. Meine zahlreichen Bürgergespräche in den letzten Monaten haben mich in der Überzeugung bestärkt, diese Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken. Als ein geeignetes Mittel zur Sicherung von Innenhöfen sehe ich Bebauungspläne, abgeleitet aus einer bezirksweiten Planung. Erfolgreich praktizieren wir dies bereits für die im Bezirk gelegenen Kleingartenanlagen.“

Weitere Informationen
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung
Wilfried Nünthel
Telefon: (030) 90296-4200 | E-Mail