„Gedenken an der Rummelsburger Bucht“ Gedenktafeln aufgestellt

Pressemitteilung vom 18.12.2012

Auf dem großen Areal an der Hauptstraße 8 im Ortsteil Rummelsburg im Bezirk Lichtenberg befanden sich zeitlich aufeinander folgend von 1879 bis 1990 verschiedene Anstalten, die vor allem der Reglementierung, Unterdrückung und Strafe dienten. Es besteht kein Zweifel daran, dass es sich um einen der geschichtspolitisch bedeutendsten Stätten in Berlin handelt, die in dieser Spezifik und Nutzungsfolge ohnegleichen in der Stadt ist.

Mehr als 60 Leute – Zeitzeugen, Vertreter von Opfergruppen Anwohner sowie Vertreter der Bezirkspolitik – nahmen am Freitag, den 14. Dezember 2012 an der feierlichen Einweihung von zwei Gedenktafeln vor der Aussichtsplattform am Rummelsburger Ufer teil.

Enthuellung Tafeln Rummelsburg
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) betonte in seiner Rede die Verantwortung und die Bedeutung, „den historischen Ort zu markieren und ein erstes sichtbares Zeichen des Gedenkprozesses zu setzen. Dabei geht es um einen differenzierten Umgang mit der Vergangenheit dieses Ortes, der dem würdigen Gedenken an alle Opfer verpflichtet ist und gerecht wird.“
Dirk Stegemann vom Arbeitskreis „Marginalisierte – gestern und heute“ sprach über die verschiedenen Opfergruppen, die nicht vergessen werden dürfen.
Günter Toepfer , selbst ehemaliger Inhaftierter in Rummelsburg, teilte in bewegenden Worten seine Erinnerung an das Erlebte an diesem Ort und mahnte an, dass sich so etwas nicht wiederholen darf. „Freiheit kann man nur begreifen und wertschätzen, wenn man Unfreiheit physisch und psychisch erleben musste“, so Toepfer.
Rainer E. Klemke von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, überbrachte die Grüße des Kulturstaatssekretärs André Schmitz, betonte die Bedeutung des Ortes im Gesamtberliner Kontext und gab einen Ausblick über das Projekt „Zerstörte Vielfalt“ im Jahr 2013.

Unmittelbar danach fand im Nachbarschaftszentrum „Altes Lazarett der 2. Runde Tisch „Gedenken an der Rummelsburger Bucht“ statt, der sich dieses Mal mit der Geschichte des “Städtischen Arbeitshauses” in der Epoche der Kaiserzeit und der Weimarer Republik von 1879 bis 1933 beschäftigt. Der nächste Runde Tisch zur NS-Zeit ist voraussichtlich für den 18. Januar 2013 geplant.

Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg
Teodora Gionova – Busch
Referentin des Bezirksbürgermeisters
Telefon: 90296 3302
Email