Wichtige Informationen: COVID-19 (Coronavirus)

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, auf den folgenden Seiten finden Sie alle wichtigen Informationen zur aktuellen Lage, zusammengestellt vom Bezirksamt und dem Senat von Berlin:
Corona-Info-Seite von Lichtenberg | Informationen zur Allgemeinverfügung

Corona-Info-Seiten vom Land Berlin | Corona-WARN-APP

Inhaltsspalte

Wohin gehört die Kunst?

Pressemitteilung vom 11.07.2012

Ausstellungsprojekt „Freilassung“ der Lichtenberg-Studios

Mit dem Projekt „Freilassung“ wagen die Lichtenberg-Studios im Stadthaus Lichtenberg an der Türrschmidtstraße 24 das Experiment, Kunst, die für den geschützten Galerie- oder Museumsraum geschaffen wurde, im öffentlichen Raum auszusetzen oder besser: freizulassen.
Der Verein Intervention Berlin e.V. hat Andrea Pichl (Deutschland, Installation), Gilles Fromonteil (Frankreich, Porzellan/Keramik) und Tommy Støckel (Dänemark, Skulptur) gebeten, an diesem spannenden und möglicherweise schmerzhaften Vorhaben teilzunehmen, denn es kann zu einem Verlust ihrer Werke führen.
Vor der „Freilassung“ werden die Kunstwerke im Ausstellungsraum gezeigt. Das ermöglicht es, die Kunst mit ihrer Aura erfahrbar zu machen, welche sich erst durch die „Erhöhung“ in der Ausstellungssituation entfalten kann. Die Ausstellung wird vom 19. Juli bis 12. August 2012 im Sonderausstellungsraum des Museums Lichtenberg im Stadthaus in der Türrschmidtstraße 24 gezeigt.
Eröffnung ist am Donnerstag 19. Juli 2012 um 18 Uhr.
Die “Freilassung” der Kunstwerke ist für zweite Augusthälfte vorgesehen. An welchen Orten dies geschieht, wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Kunstaktion ist ein Projekt von Intervention Berlin e.V. und den Lichtenberg Studios unter der Leitung von Uwe Jonas. Das Kooperationsprojekt mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur des Bezirksamtes Lichtenberg und dem Museum Lichtenberg wurde aus Mitteln des Bezirkskulturfonds Lichtenberg 2012 finanziert.
Rückfragen bitte an Uwe Jonas ( 49 30 68809953 oder E-Mail )

Hintergründe
Der zu Anfang etwas absurd anmutenden Idee, genau das Gegenteilige von dem zu tun, was die künstlerische Intervention in der Öffentlichkeit momentan auszeichnet, liegen folgende Überlegungen zu Grunde: Trotz oder gerade wegen der wirtschaftlichen Krisen hat sich die Ökonomisierung der Bildenden Künste immer weiter fortgesetzt. Einher mit dieser Entwicklung geht eine verstärkte Auratisierung der Kunstwerke in großen Kunstausstellungen, um ein Millionenpublikum zu erreichen. Gleichzeitig wird hierdurch die atemberaubende Preisentwicklung von wenigen internationalen Stars auf dem Parkett des Kunstmarktes befördert und untermauert. Kunst entfernt sich so immer mehr aus dem normalen Leben und gewinnt schon fast wieder sakrale Züge. Andererseits war und ist es die Aufgabe der zeitgenössischen interventionistischen Kunst, gerade diese Barriere niederzureißen, ganz nach dem Motto der 70er Jahre: Kunst sei etwas Alltägliches.
Die zeitgenössische Kunst und mit ihr die künstlerische Intervention im „festivalisierten“ Stadtraum laufen aber Gefahr, zu einem Bestandteil der Erlebnismärkte zu werden. Spezifische Interessen und Bedürfnisse der Stadtbewohner, die sich auf ihr unmittelbares Wohn- und Lebensumfeld beziehen, ihre Kritik, Anregungen und Visionen, haben bei der Kunst in der „Imagecity“ keinen Platz: Hier wird Kunst in einen Dienst gestellt – und dies geht Hand in Hand mit dem Ausschluss der Kunst aus dem Alltäglichen. Es ist Zeit für „radikalere“ Experimente.

Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg
Museum Lichtenberg im Stadthaus
Dr. Thomas Thiele, Telefon 49 30 5779738812
www.kultur-in-lichtenberg.de
www.lichtenberg-studios.de