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Eichenprozessionsspinner - Gefährdung auch in Lichtenberg

Pressemitteilung vom 29.05.2012

Es ist ein unscheinbarer, in den Nachtstunden schwärmender Schmetterling, der seit einigen Jahren verstärkt von sich Reden macht: der Eichenprozessionsspinner. Bislang eher in Süddeutschland beheimatet, tritt er vermehrt auch in der Region Berlin-Brandenburg auf.

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die ein Eiweißgift namens Thaumetopein enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen.

In den vergangenen Jahren gab es an folgenden Orten in Lichtenberg Vorkommen des Eichenprozessionsspinners:

Krugwiesen
Hagenower Ring
Seefelder Straße
Gotlindestraße
Schulze- Boysen-Straße
Spielplatz Roßmäßler Straße

„Die Bevölkerung wird vor allem an den gefährdeten Orten im Bezirk um besondere Vorsicht gebeten. Es gilt: Raupen und Gespinste nicht zu berühren. Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit den Raupenhaaren. Eltern sollten das Thema mit ihren Kindern, auch anhand von Fotos aus dem Internet, besprechen. Im Gefährdungsbereich wird das Führen von Hunden an der Leine empfohlen.“, sagt Wilfried Nünthel (CDU), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung.

Allgemeine Informationen :
Wie der Name schon sagt, finden sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners hauptsächlich an Eichen, gelegentlich aber auch an anderen Baumarten – insbesondere der Hainbuche.
Anfang Mai schlüpfen die für den Menschen gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners. Sie durchlaufen bis zur Verpuppung fünf bis sechs Entwicklungsstadien. Auf der breiten dunklen Rückenlinie liegen samtartig behaarte Felder mit rotbraunen, langbehaarten Warzen. Die Raupen fressen die austreibenden Blätter der Eichen. Von Beginn an leben die Eichenprozessionsspinner in geselligen Familienverbänden und sammeln sich nestartig an locker zusammengesponnenen Blättern oder Zweigen. Mitte Juni ziehen sich die älteren Raupen tagsüber und zur Häutung in typische, mit Kot und alten Larvenhäuten gefüllte Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen von Eichen zurück. Diese Nester sind bis zu einem Meter lang. Von dort aus begeben sich die Eichenprozessionsspinner-Raupen wie in einer Prozession auf Nahrungssuche.

Die Verpuppung des Eichenprozessionsspinners erfolgt Ende Juni / Anfang Juli in dicht aneinander gedrängten Kokons im Gespinstnest. Die Puppenruhe dauert drei bis fünf Wochen. Die Nester können mehrere Jahre als feste Gebilde aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhülsen erhalten bleiben. Die Gefahr von Allergien beim Menschen bleibt dabei weiter bestehen.

Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit des Schädlings am größten. Alte Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs, an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neuer allergische Reaktionen aus.

Die allergische Reaktion des Immunsystems kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte von Eichenprozessionsspinner-Brennhaaren stetig an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge (Raupendermatitis), die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als Brennsubstanz das lösliche Eiweiß Thaumetopoein. Ihre Reizwirkung an Hautstellen und an den Schleimhäuten ist mechanisch, da sie in die Haut eindringen. Zudem wirkt das freigesetzte giftige Protein biochemisch. Besonders betroffen sind dünne Hautpartien im Gesicht, am Hals und an der Innenseite der Ellenbogen.

Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.

Quellenangabe des Fachtextes (Allgemeine Informationen):

http://www.lwf.bayern.de/waldbewirtschaftung/waldschutz/schaedlinge-und-baumkrankheiten/verzeichnis/eichenprozessionsspinner/35271/

Weitere Informationen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung
Wilfried Nünthel
Telefon: (030) 90296 4200
E-Mail