Gedenkort für Hans Rosenthal und seine drei Lichtenberger Retterinnen wird am 8. September eingeweiht

Pressemitteilung vom 29.08.2011

Ein Informations- und Gedenkort für die drei mutigen Lichtenbergerinnen Ida Jauch, Emma Harndt und Maria Schönebeck und für den einem großen Rundfunk- und Fernsehpublikum noch in Erinnerung gebliebenen Hans Rosenthal wird vor der Grundschule am Roederplatz , Bernhard-Bästlein-Straße 22, 10367 Berlin, am Donnerstag, dem 8. September 2011 , um 10:30 Uhr mit einer feierlichen Veranstaltung der Öffentlichkeit übergeben.

Als Gäste werden Traudl Rosenthal, die Witwe von Hans Rosenthal und sein Sohn Gert Rosenthal sowie der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer und die Vorstandsvorsitzende der Jüdische Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind erwartet. Auch das Zweite Deutsche Fernsehen hat die Teilnahme eines Vertreters zugesagt.

In der ehemaligen Kleingartenkolonie »Dreieinigkeit«, die sich auf dem Gebiet des heutigen Wohnviertels an der Bernhard-Bästlein-Straße zwischen Weißenseer Weg und Vulkanstraße bis in die 1960-er Jahre hinein befand, versteckte sich Hans Rosenthal von 1943 bis zur Befreiung durch die Rote Armee in dem Verschlag einer Laube. Nur durch die selbstlose Hilfe der drei couragierten Frauen konnte der erst bei Ida Jauch und nach deren plötzlichen Tod 1944 bei Maria Schönebeck untergetauchte Hans Rosenthal den Holocaust überleben. Als Mitwisserin versorgte ihn Emma Harndt mit Zeitungen und den Verlauf des Krieges betreffenden Informationen. Dafür nahmen die drei Frauen Hunger, Entbehrungen und die Angst vor Entdeckung in Kauf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hans Rosenthal beim RIAS Berlin und im Deutschen Fernsehen als Entertainer einem großen Publikum bekannt. Besonders mit seiner von 1971 bis 1986 gesendeten Quizshow “Dalli Dalli” war er über alle Grenzen hinweg beliebt.

Mit der Informations- und Gedenktafel will Lichtenberg den drei couragierten, bereits verstorbenen Frauen ein namentliches Erinnern geben.
Das Bezirksamt hat für alle drei Frauen den Ehrentitel “Gerechte unter den Völkern” beantragt, die von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem für nichtjüdische Einzelpersonen vergeben wird, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.

Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Büro der Bezirksstadträtin für Kultur und Bürgerdienste
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