Schostakowitsch Musikschule Lichtenberg - „Musik für alle“

Pressemitteilung vom 07.09.2009

Berlinweit einzigartiges Musikschulkonzept in Lichtenberg
Wie alles begann
Im Jahre 2005 war die Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg die zweitkleinste kommunale Musikschule Berlins. Für rund 2000 Schülerinnen und Schülern gab es hervorragende Dozenten/innen, Ensembles von hoher Qualität, ein umfassendes Unterrichtsangebot und engagierte Verwaltungsmitarbeiterinnen. Der Unterricht wurde an drei Hauptstandorten angeboten, die zum großen Teil in einem schlechten Zustand und zum Musizieren nur sehr bedingt geeignet waren. Dünne Wände, schlechte Akustik und hoher Sanierungsbedarf bestimmten die Situation. Hinzu kamen schlechte Raumzuschnitte. Viele sehr große Unterrichtsräume verursachten hohe Infrastrukturkosten. Darum entschied sich der Bezirk im Jahre 2006, die Situation offensiv anzugehen. Eine hochkarätige bezirkliche Projektgruppe unter Leitung des Leiters des Personal- und Finanzservice entwickelte das Konzept zur Förderung der Musikerziehung in Lichtenberg und zur Weiterentwicklung der Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg, kurz:„Musikschulkonzept 2010“. Im Sommer 2006 wurde das Konzept von der BVV Lichtenberg beschlossen.
Kernziele dieses Konzeptes sind:

  1. Förderung der musisch-kulturellen Bildung im Bezirk Lichtenberg
  2. Führung der Musikschule als kommunale Einrichtung
  3. Ausbau der breitenwirksamen Angebote
  4. Sicherung eines chancengleichen Zuganges aller sozialer Schichten zum Musikunterricht
  5. Verbesserung des Budgetergebnisses durch Outputerhöhung und Minderung der Infrastrukturkosten je Unterrichtsstunde
  6. Erhalt der bewährten Angebote auf hohem Niveau
    Erreicht werden sollten die Ziele durch
    • die Verbesserung der Erreichbarkeit der Musikschulangebote und Erhöhung der Attraktivität der Unterrichtsorte
    • die Ermöglichung frühzeitiger Erstkontakte zur Musik durch eine entgeltfreie musikalische Früherziehung in den Kitas des Bezirkes
      Der Umgestaltungsprozess
      Mit Schuljahresbeginn 2006/07 wurden die Leitungsstrukturen der Musikschule verändert und der jetzige Musikschulleiter Olaf Hengst begann den Prozess der Umsetzung dieses ambitionierten und zukunftsweisenden Konzeptes.
      Nach nur einem Jahr war in etwa 60 Kitas des Bezirkes das entgeltfreie Angebot der „Musikalischen Früherziehung“ in den Tagesablauf eingeführt. Berlinweit ist das in diesem Umfang eine einzigartige Bildungsoffensive. Mit ihr werden Kinder bereits ab dem 3. Lebensjahr und unabhängig von ihren sozialen, kulturellen und finanziellen Voraussetzungen an die Musik herangeführt. Die Kinder freuen sich auf den wöchentlichen Besuch „ihrer“ Musikschullehrerin in ihrem vertrauten Umfeld. Ihr Gruppenraum verwandelt sich für eine Stunde in ein Musikzimmer – Klanghölzer, Trommeln und Gesänge erklingen, es wird getanzt. Zusätzliche Wege für die Eltern fallen nicht an, Fahrgeld wird gespart. Derzeit kommen in den 60 Kitas etwa 3000 Kinder auf diese Weise mit Musik in Kontakt– ein für die musikalische Entwicklung der Kinder sehr wichtiger Zeitpunkt.
      In sechs Grundschulen des Bezirkes wird durch das Angebot der entgeltfreien „Musikalischen Grundausbildung“ das in den Kitas Begonnene fortgesetzt. Derzeit werden etwa 600 Kinder der ersten und zweiten Klassenstufe mit diesem Angebot versorgt.
      Die Ergebnisse
      Im Herbst 2006 wurden regionale Standorte der Schostakowitsch Musikschule gegründet. An zwei neuen Unterrichtsstandorten begannen die Umbaumaßnahmen.Als erster wurde im Frühjahr 2007 der Regionalstandort Nord in der Wustrower Straße 26 in Hohenschönhausen zur Nutzung übergeben. Der Regionalstandort Mitte als zweiter zentraler Unterrichtsstandort in der Paul-Junius-Straße 71 war im Sommer 2007 fertig gestellt. Hier ist auch ab September 2009 die neu gegründete Jazz-Abteilung zu Hause. Dazu wurden in Lehrproben fünf junge, hoch qualifizierte Dozentinnen und Dozenten in den Fächern Jazzgesang, Jazzklavier, Jazzgitarre, Bass und Schlagzeug für das neue Team ausgewählt. Diese Jazzabteilung trägt den aktuellen Entwicklungen der Berliner Jazzszene Rechnung und eröffnet interessierten Schüler/innen die Möglichkeit erste Schritte in die Jazzrichtung zu wagen oder sich umfassend auf die Aufnahmeprüfungen für die Jazzstudiengänge der Universitäten vorzubereiten.
      Neben effektiven Raumzuschnitten wurden an diesen beiden Regionalstandorten insbesondere durch akustische Maßnahmen hervorragende Musikunterrichtsräume geschaffen. Alle Fachräume wurden speziell für Musikschulunterricht beplant und hergerichtet. Der bis dahin uneffektivste Standort in der Werneuchener Straße konnte so geschlossen werden.
      Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 bezieht die Schostakowitsch Musikschule nunmehr ihr drittes neu eingerichtetes und modernes Unterrichtsgebäude, den Regionalstandort Süd an der Treskowallee. Mit seinen 40 Unterrichtsräumen ist er der größte und modernste Musikschulstandort. Er wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE speziell für diese Nutzung in dem seit 2007 leer stehenden Theater Karlshorst aufwendig hergerichtet. Ein zwischen der Eigentümerin des Theaters Karlshorst, der HOWOGE, und dem Bezirksamt abgeschlossener Mietvertrag sichert langfristig die hervorragenden Unterrichtsbedingungen für die Schüler/innen und Lehrer/innen der Musikschule. Die alten, sanierungsbedürftigen und ungeeigneten Standorte in der Dolgenseestraße 60 und im maroden Kulturhaus Karlshorst sind seit Juli 2009 geschlossen. Die Investitionen an den drei Regionalstandorten haben es auch ermöglicht, dass zwei Unterrichtsgebäude barrierefrei sind. Nunmehr sind alle 75 Fachräume der Schostakowitsch-Musikschule für den Musikschulunterricht sehr gut geeignet.
      Schon jetzt rechtfertigt die Entwicklung alle Investitionen und Anstrengungen. Im Vergleich zu 2006 hat die Schostakowitsch Musikschule in diesem Jahr 35 Prozent mehr Unterrichtseinheiten. Insgesamt werden derzeit etwa 5.500 Schülerinnen und Schüler mit den Angeboten der Musikschule erreicht. Das ist ein Zuwachs von 3.500 Schülern. Die breite Vernetzung (Kitas, Grundschulen) hat zu einer deutlichen Erhöhung der Popularität der Musikschule geführt. Moderne und attraktive Unterrichtsstandorte locken musikinteressierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Musikschule . Auch wirtschaftlich hat sich die Musikschule so verbessert, dass keine Verluste die Bilanz trüben.
      Das Fazit
      Mit dem Musikschulkonzept 2010 ist es dem Bezirk Lichtenberg gelungen, nicht nur seine Stellung in der Berliner Musikschullandschaft grundlegend zu verbessern. Von seinem vorletzten Platz 2006 rückte die Schostakowitsch Musikschule in das Vorderfeld der Musikschulen des Landes Berlin auf.


Bezirksstadträtin Katrin Framke: „Mit den drei innerhalb von drei Jahren eröffneten und nach modernen Grundsätzen eingerichteten Regionalstandorten verfügt Lichtenberg bundesweit über die modernste kommunale Musikschule. Damit bestehen im Bezirk Lichtenberg die besten Voraussetzungen dafür, dass Musik kein Privileg Weniger, sondern Musik für alle möglich ist.“Weitere Informationen Bezirksamt Lichtenberg Katrin Framke, Bezirksstadträtin für Kultur und Bürgerdienste Tel. 030/90 296 -37 00