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Interessenbekundungsverfahren zur Realisierung eines „Kultur- und Begegnungsorts für arabischsprachige Menschen mit Migrationsgeschichte“ im Bezirk Lichtenberg

Für die Etablierung eines Kultur- und Begegnungsorts für arabischsprachige Migrant:innen sucht die Integrationsbeauftragtem ab Oktober 2021 einen Berliner freien Träger, der über ausgewiesene Erfahrungen im Bereich der Arbeit mit arabischsprachigen Mitbürger:innen, insbesondere Menschen aus Syrien und Bürger:innen mit Migrationshintergrund hat. Es werden Erfahrungen in der Nachbarschaftsarbeit und ebenfalls die Bereitschaft erwartet, das Kultur- und Begegnungsorts engagiert, kreativ und vernetzungsorientiert sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt, lokalen Akteuren und Netzwerkpartnern umzusetzen.

1. Ausschreibungshintergrund und Zielsetzung

Berlins erster familiengerechter Bezirk nimmt demografische Herausforderungen frühzeitig war. Lichtenberg gehört zu den Bezirken, die durch eine wachsende und zunehmende Vielfalt der Bevölkerung geprägt sind. Auf Grund der wachsenden Anzahl der Einwohner:innen mit Migrationsgeschichte in Lichtenberg müssen durch entsprechende Handlungsstrategien und Handlungsmaßnahmen den Bedarfslagen der Menschen mit Migrationsgeschichte angepasst werden.
Im Rahmen des Zuwendungszwecks soll der künftige Kultur- und Begegnungsorts die interkulturelle Öffnung in Lichtenberg befördern und die Erweiterung und Stabilisierung der Integrationsprozesse in enger Abstimmung mit der Integrationsbeauftragten und dem Bezirk vorantreiben. Hierbei legt der Zuwendungsgeber besonderen Wert auf aktives Community-Building, Kulturförderung und die Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in Lichtenberg, um Bewusstsein und Verständnis für vielfältige Lebenslagen und Sozialisationen der in Lichtenberg verorteten Communities und deren Vielfalt zu fördern, sowie interkulturelles Wissen zu stärken.

2. Ziele und Aufgabenschwerpunkte

  • Ziel ist die Förderung der Verankerung der arabischsprachigen Menschen, insbesondere syrischer Herkunft, mit Migrationsgeschichte im Bezirk und
  • Aufbau eines Kultur- und Begegnungsorts arabischsprachigen Lichtenberger*innen, insbesondere syrischer Herkunft,
  • die Förderung des Profils von Lichtenberg als familienfreundlicher und kultursensibler Bezirk

Dafür sollen folgende Aufgabenschwerpunkte umgesetzt werden:

  • Unterstützung bei der Selbstorganisation von Migrant:innen,
  • Community-Building, Förderung der Verankerung der Community im Bezirk
  • Ausrichtung von Kulturveranstaltungen und Möglichkeiten zur Begegnung und interkultureller Verständigung
  • Förderung sozialer und kultureller Teilhabe sowie der selbstständigen Lebensführung von Menschen mit Migrationsgeschichte aller Generationen
  • sozialer Zusammenhalt und Lebensqualität, Interkulturalität und generationsverbindende Prozesse werden gestärkt;
  • ein besonderer Fokus wird auf die Familienarbeit, unter Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen, gelegt
  • das Interesse an und die Bereitschaft der Menschen mit Migrationsgeschichte zu
  • bürgerlichem Engagement und der Identifikation mit der eigenen Nachbarschaft werden befördert;
  • Förderung von Toleranz und Verständnis und entgegentreten gegen jedwede Form Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
  • Unterstützung von Menschen mit Migrationsgeschichte bei sozialer und struktureller Integration sowie Stärkung ihrer Kompetenzen
  • Muttersprachliche Beratungsangebote für arabischprachige und ggf. weitere Migrant:innen in Kooperation mit lokalen Akteuren; Bereitstellung/Vermittlung von Fachangeboten zu Themen Wohnen, Arbeit und Bildung;
  • niedrigschwellige Bereitstellung von Angeboten zum interkulturellen Austausch, unabhängig
  • von Geschlecht, Nationalität, Konfession und Weltanschauung;
  • Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte
  • enge Vernetzung und Kooperation mit der Integrationsbeauftragten, dem Amt für Soziales sowie weiteren relevanten Ämtern und Abteilungen der Bezirksverwaltung sowie lokalen Akteuren
  • Beobachtung von Entwicklungen im Wirkungskreis sowie Bearbeitung von mit dem Bezirk vereinbarten Arbeitschwerpunkten
  • Teilnahme an relevanten integrationspolitischen Gremien und Steuerungsrunden
  • die Sicherstellung des Auftrages soll durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen
  • erfolgen

3.Konzeptionelle und sachliche Anforderungen

Die Teilnehmenden am Verfahren legen ein konkret auf den Bezirk und den oben ausgeführten Auftrag bezogenes, praxisorientiertes Konzept zur Umsetzung des Kultur- und Begegnungsorts für arabischsprachige Menschen mit Migrationsgeschichte vor. In diesem ist darzustellen, welche bisherigen Erfahrungen, Kompetenzen und Erkenntnisse in der interkulturellen Öffnung auch hinsichtlich der Bedürfnisse von Menschen mit Migrationsgeschichte, insbesondere in Bezug auf die arabischsprachige Community, vorhanden sind und wie diese in der täglichen Arbeit wirksam werden. Kenntnisse über sozialräumliche Strukturen im Bezirk Lichtenberg sind dabei wünschenswert.

In der Bewerbung ist zudem auf die konkret beabsichtigte Umsetzung folgender Aufgabenfelder einzugehen:

  • adressatengerechte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen und Belange im Themenfeld, ggf. Darstellung innovativer Ansätze, um insbesondere Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte zu erreichen;
  • Art und Umfang angestrebter/bestehender Kooperations- und Netzwerkbeziehungen oder -strukturen im bewerbungsrelevanten Handlungsfeld;
  • Aufbau, Nutzung, Unterstützung oder Weiterentwicklung von Kooperations- und Vernetzungsstrukturen (bzw. Beratungsstrukturen und -angeboten) im Bezirk unter besonderer Berücksichtigung der Bedarfslage der arabischsprachigen Menschen, Syrer*innen und Menschen mit Migrationsgeschichte in Lichtenberg;
  • beabsichtigte oder bereits geplante themenfeldbezogene Projekte und Veranstaltungen, die
    sich insbesondere an der Bedarfslage von Menschen mit arabischsprachiger Migrationsgeschichte orientieren (Zugang zu Hilfesystemen, soziale Teilhabe);
  • zielgruppengerechte, innovative Strategien und Kompetenzen der Öffentlichkeitsarbeit; insbesondere Erreichbarkeit über soziale Medien und Internetauftritt;
  • Potentiale zur Erschließung von Drittmitteln, Spenden und Sponsoring

Weiterhin sind die geplanten Organisations- und Aufgabenstrukturen zur Umsetzung des Kultur- und Begegnungsorts darzustellen. Vorhandene Räume sind nicht vorausgesetzt, jedoch soll auf die Anforderungen an zu suchende Räume eingegangen werden. Die Räumlichkeiten müssen im Bezirk Lichtenberg verortet sein. Es ist mindestens ein größerer Veranstaltungsraum sowie die Möglichkeit einer den Datenschutz gewährleistenden Räumlichkeit zur Beratung anzustreben. Der Bezirk kann gegebenenfalls bei der Suche von Räumlichkeiten unterstützen.

Zudem sind die strukturelle Verortung und Begleitung des Kultur- und Begegnungsorts innerhalb des Trägers, Aspekte der Qualifikation, Personal- und Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter:innen darzustellen.

Hierbei sind die Verortung der Verwaltung der Finanzen, die Durchführung eventueller Fundraising-Maßnahmen sowie die Qualitätsentwicklung zu beschreiben.

4.Finanzierung

Die Förderung des Projekts wird als Zuwendung entsprechend der zuwendungsrechtlichen Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO) – insbesondere §23 und §44 LHO, mit den „Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung“ gewährt. Für die Umsetzung der Begegnungsstätte ist für 2021 eine Zuwendungsfinanzierung in Höhe von 15.000,00 € für Personal- und Sachkosten beabsichtigt. Die Zuwendung soll mit dem Ziel der Verstetigung in 2022 auf 50.000,00 € erhöht werden.

5. Verfahren

Die Auswahl der Interessenten erfolgt auf Grundlage der eingereichten Konzepte und eines Auswahlgesprächs. Grundlage des Auswahlverfahrens sind die einzureichende schriftliche Bewerbung (70% der Gesamtwertung) sowie eine mündliche Präsentation vor einem Auswahlgremium (30% der Gesamtwertung).

Die Auswahlgespräche finden voraussichtlich in der 37. Kalenderwoche 2021 statt.

6. Formale Erfordernisse/ Anforderungen an den Träger

Die Auswahl der Interessenten erfolgt auf Grundlage der eingereichten Konzepte und eines Auswahlgesprächs. Grundlage des Auswahlverfahrens sind die einzureichende schriftliche Bewerbung Die Bewerbungsunterlagen müssen neben der Konzeption Folgendes enthalten:

  • Nachvollziehbare Angaben zum Träger:
    • Der Träger verfügt über umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Abwehr demokratie- bzw. menschenfeindlicher Phänomene, Strukturen und Netzwerke sowie der Initiierung, Aktivierung, Beförderung und Weiterentwicklung demokratischen Engagements und partizipativer Ansätze (inkl. damit zusammenhängender bzw. angrenzender Themenfelder).
    • Der Träger verfügt über praktische Erfahrungen in der Gemeinwesen-, Gremien- und Netzwerkarbeit sowie Koordinierungstätigkeit (vorzugsweise mit Kenntnissen des Bezirks Lichtenberg sowie seiner Strukturen, Prozesse, Themen und Akteure).
    • Der Träger verfügt über hinreichende Erfahrungen in der Durchführung, Abrechnung und Dokumentation von Maßnahmen und Projekten im Rahmen des Zuwendungsrechts.
    • Der Träger stellt die Qualität seiner Leistungen durch geeignete Maßnahmen sicher (z.B. Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Berichtswesen, Controlling, Qualitätsmanagement).
    • Der Träger ist zur Aufnahme in die Transparenzdatenbank des Landes Berlin verpflichtet.
  • einen Finanzierungsplan einschließlich der Darstellung des geplanten Personaleinsatzes
    (qualifiziertes Personal mit entsprechenden Nachweisen);
  • Angaben zur angestrebten Örtlichkeit des Kultur- und Begegnungsorts im Bezirk
    sowie zur Ausstattung gegebenenfalls bereits vorhandener Räumlichkeiten;
    Die Bewerbungsunterlagen des Interessenbekundungsverfahrens sind bis zum Ablauf des
    31.08.2021
    vollständig wie folgt einzureichen:
  • per E-Mail an: Fabian.Nehring@lichtenberg.berlin.de
    und
  • per Post in jeweils zweifacher Ausfertigung, rechtsverbindlich unterzeichnet in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift

„Nicht öffnen! Bewerbungsunterlagen zum Interessenbekundungsverfahren „Kultur- und Begegnungsorts für arabischsprachige Menschen mit Migrationsgeschichte“ im Bezirk Lichtenberg an die verfahrensverantwortliche Stelle

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Abteilung Personal, Finanzen, Immobilien und Kultur
Bezirksbürgermeisterbereich – Integration
IntB M Fabian Nehring
Möllendorffstraße 6
10367 Berlin

Gegebenenfalls bestehende Rückfragen richten Sie bitte an die Projektkoordinator Herrn Nehring, Telefon: 030-90296 -3327.

Hinweise

Für die Rechtzeitigkeit des Eingangs ist das Datum des Poststempels bzw. der Eingangsstempel der verfahrensverantwortlichen Stelle (ggf. auch der Poststelle oder der Pforte) auf der papiergebundenen Bewerbung maßgebend. Eine ausschließlich elektronische Abgabe der Bewerbungsunterlagen (auch per Fax) ist nicht zugelassen.

Bei dem Interessenbekundungsverfahren handelt es sich nicht um eine Ausschreibung im Sinne des §55 der Landeshaushaltsordnung des Landes Berlin (LHO), bzw. um die Vergabe eines öffentlichen Auftrages. Die Teilnehmenden sind nicht an ihre Bewerbung gebunden. Das Verfahren dient ausschließlich einer Entscheidungsvorbereitung. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerber:innen bestehen gegenüber dem Land Berlin oder gegenüber dem Bezirksamt Lichtenberg von Berlin mit der Teilnahme am Verfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich. Eventuelle Kosten, die den Teilnehmenden am Interessenbekundungsverfahren entstehen, können nicht erstattet werden.