Auszug - Beschulungssituation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge Gast: Daniel Jasch, BBZ - Beratungszentrum und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen  

 
 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Schule
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Schule Beschlussart: erledigt
Datum: Mi, 09.12.2015 Status: öffentlich
Zeit: 17:30 - 20:00 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum 2044/46
Ort: Yorckstr. 4-11
 
Wortprotokoll

Herr Jasch, Sozialarbeiter vom BBZ - Beratungszentrum und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen, berichtet zur Beschulungssituation von allen Geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie über die besondere Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Trotz der allgemein geltenden Schulpflicht beklagt er lange Wartezeiten und den Umstand, dass viele Geflüchtete in Berlin keinen uneingeschränkten Bildungszugang haben. Einige werden in den Unterkünften und nicht an Regelschulstandorten unterrichtet. Ein großes Problem stellen Wohnort- und damit verbundene Zuständigkeitswechsel (beispielsweise Umzug von Not- in Gemeinschaftsunterkunft) dar, welche zu noch längeren Wartezeiten führen.

Er berichtet von einer Verteilung von Geflüchteten auf Oberstufenzentren nach dem "Gießkannenprinzip" und nicht nach individuellen Fähigkeiten und Interessen. Des Weiteren gebe es große Probleme beim Übergang von Lerngruppen in Regelklassen, da als Kriterium für den Wechsel oftmals die Verweildauer in den Lerngruppen und nicht die tatsächliche Sprachkompetenz dient.

 

Der Ausschuss dankt Herrn Jasch für sein Engagement und BzStR Beckers berichtet, dass sich die Beschulungssituation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verbessert hat, da sie sich nun ohne Vormund selbstständig anmelden können.

Die allgemein geübte Kritik an den Bezirken und deren Schulämtern und dem Land Berlin weisen BzStR Herr Beckers und SchulSport AL Frau Belicke für Friedrichshain-Kreuzberg zurück und berichten, dass sich unter anderem auch das Schulamt des Bezirks über gesetzliche Standards hinaus für Geflüchtete engagiert. Auch bei der Verteilung von Schulplätzen an weiterführende Schulen unterstützt das Schulamt dabei, Interessen und Fähigkeiten zu berücksichtigen. BzStR Herr Beckers räumt ein, dass in Vergangenheit, beispielsweise bei der Beschulung der Geflüchteten der Notunterkunft in der Mariannenarena, auch Fehler seitens des Bezirks gemacht wurden und warb um Verständnis, da die aktuelle Flüchtlingskrise für alle Beteiligten eine neue Situation darstelle und einige Umstände bereits verbessert werden konnten.

 

 
 

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