Inhaltsspalte

Hermann-Hesse-Schule (Gymnasium) - Sanierung der Schulgebäude

18.06.2021

Hermann-Hesse-Gymnasium, Collage
Hermann-Hesse-Gymnasium, Collage
Bild: S.T.E.R.N. GmbH

Der denkmalgeschützte Schulstandort der Hermann-Hesse-Schule (Gymnasium) zwischen Böckh- und Dieffenbachstraße wird saniert. Bisher wurde das im Hof liegende Schulhauptgebäude umfassend erneuert. Im nächsten Schritt soll die ebenfalls denkmalgeschützte Sporthalle saniert werden, danach das ehemalige Lehrerwohnhaus. Zum Schulhof haben Planungen begonnen.

Die zwischen Böckh- und Dieffenbachstraße liegenden Schulgebäude wurden 1891 bis 1892 nach Plänen von Hermann Blankenstein und Karl Frobenius errichtet. Die Anlage besteht aus dem dreigeschossigen ehemaligen Rektorenhaus an der Dieffenbachstraße, der Turnhalle an der Böckhstraße und dem viergeschossigen Hauptgebäude im Blockinnenbereich. Die Sporthalle wurde im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört und durch einen nun ebenfalls denkmalgeschützten Neubau 1957/58 ersetzt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Böckhstr. 36 befindet sich ein weiteres Unterrichtsgebäude mit zwei Geschossen, errichtet in den 1980er Jahren.

Der Schulstandort weist – mit Ausnahme des unterdessen sanierten Hauptgebäudes – einen starken Erneuerungsbedarf im Gebäude- und Schulhofbereich auf. Die denkmalgerechte Sanierung soll die Gebäudesubstanz erhalten und an die modernen Nutzungsansprüche der Schule anpassen.

Link zur Homepage des Hermann-Hesse-Gymnasiums

Information zum Denkmalschutz, Denkmaldatenbank

Bildergalerie: Sanierung des Hauptgebäudes

zur Bildergalerie

Für Erläuterungen bitte auf das Bild klicken.

Was geschieht aktuell:

Die Sanierung der denkmalgeschützten Schulsporthalle ist geplant. Hierzu wurde zunächst eine Bausubstanzuntersuchung durchgeführt, anschließend wurde ein sogenanntes “Bedarfsprogramm” erstellt. Es wurde ein dringender Erneuerungsbedarf festgestellt, u.a. zur Sanierung der Fassade, der Sanitärtrakte, der Haustechnik und Heizungsanlage, zur Anschaffung neuer Sportgeräte und dem Einbau von Prallwänden. Darüber hinaus soll das Gebäude barrierefrei erreichbar und der Brandschutz verbessert werden. Bei allem sind die Anforderungen des Denkmalschutzes zu erfüllen.
Seit April 2020 wird durch das Büro RHOSHO Architekten die konkrete Bauplanung erarbeitet.
Der geplante Baubeginn verzögert sich, da die Fördermittel vermutlich erst später als beantragt bereit gestellt werden. Aktuell ist mit einem Baubeginn ab 2024 zu rechnen.

Außerdem sollen die überwiegend versiegelten und beengten Außenanlagen (Schulhof) in Abstimmung mit der Schulgemeinschaft umgestaltet werden. Dazu zählen sowohl der als Gesamtanlage denkmalgeschützte Schulhof in der Böckhstr. 16 als auch die ergänzende Schulhoffläche hinter der Böckhstr. 36. Anfang 2020 wurde das Landschaftsarchitekturbüro Teichmann mit den ersten Planungsstufen beauftragt. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu frühzeitig in die Planung eingebunden und die Ergebnisse dieser Beteiligung fließen in die weitere Konzepterarbeitung ein. Ein umfassender Umbau der Schulhöfe ist jedoch erst nach den Baumaßnahmen in den Schulgebäuden möglich. Wenn möglich sollen kleinere Starterprojekte schon mittelfristig umgesetzt werden.

Was ist schon passiert:

2010-2011 wurden im Hauptgebäude bereits eine Mensa eingebaut und die Aula sowie die das Unterrichtsgebäude Böckhstr. 36 (auf der anderen Straßenseite) saniert. Die Heizungsanlage wurde auf Fernwärme umgestellt.

Zur Sanierung des Schulhauptgebäudes ab 2017 gehörten unter anderem die Fassaden, Fenster und Außentüren zu sanieren oder zu erneuern, barrierefreie Zugänge herzustellen, einen Aufzug anzubauen, die Haustechnik nach neuen Energiestandards zu erneuern sowie die historische Hofmauer einschließlich der Ballfangzäune zu sanieren. Durch die Maßnahmen wird der Standort in seinem Erscheinungsbild deutlich aufgewertet und langfristig gestärkt. Die Maßnahmen wurden bis zum Sommer 2019 weitgehend abgeschlossen.

Die Sanierung wurde nach Planungen des Architekturbüros Straub Beutin durchgeführt.

Das Gebäude musste vor der Sanierung komplett frei gezogen werden. Trotzdem musste der Schulbetrieb weitergehen. Die Schülerschaft sowie das Lehrpersonal konnten während der Bauphase auf drei Schulen im Gebiet verteilt werden: die Albrecht-von-Graefe-Schule (Sekundarschule), Robert-Koch-Schule (Gymnasium) und die Lemgo-Schule (Grundschule). Die Schulleitung wechselte in das dafür hergerichtete ehemalige Wohndienstgebäude.
Das Planungs- und Umzugskonzept wurde mit der Schulleitung abgestimmt und den Schüler*innen und Pädagog*innen auf einer Schulkonferenz vorgestellt.

Die Schülerschaft und das Lehrpersonal sind nach 2 1/2-jähriger Auslagerung in die benachbarten Schulen zurückgezogen, im August 2019 hat das neue Schuljahr wieder in den sanierten Räumlichkeiten begonnen.

Einweihungsfeier:

Hermann-Hesse-Gymnasium, Einweihungsfeier 21.08.2019
Hermann-Hesse-Gymnasium, Einweihungsfeier 21.08.2019
Bild: Erik-Jan Ouwerkerk

Es hat sich gelohnt! Das Schulhauptgebäude präsentiert sich nach umfangreicher denkmalschutzgerechter Sanierung als moderne, funktionale und zugleich “schöne” Schule, die auch Geschichte erlebbar macht.

Am 21. August 2019 bedankte sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bei der Schule, den Bauarbeiter*innen, den Fördermittelgeber*innen und Projektbeteiligten für ihre Arbeit und das Engagement mit einer feierlichen Einweihung.

Anlässlich der Einweihung des Schulhofgebäudes waren neben dem Bezirksamt die Senatorinnen Lompscher und Scheeres anwesend, um den Beteiligten ihren Dank auszusprechen und sich selbst ein Bild von den bisherigen Ergebnissen der umfangreichen Sanierungsarbeiten des Schulstandorts im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zu machen. Die Redebeiträge der politischen Vertreter*innen wurden durch ein musikalisches Programm und Danksagungen aus der Schüler- und Elternschaft eingerahmt. Im Anschluss an die Feierlichkeiten wurden die Gäste von der Schulleitung und dem Architekten durch die sanierten Räumlichkeiten des Hofgebäudes geführt. Anschließend wurde das Schulfest durch Frau Scheeres feierlich eröffnet.

Was bleibt zu tun:

Die Sanierungspläne für das ehemalige Wohndienstgebäude (Rektorenhaus) an der Dieffenbachstraße 51, das während der Bauphase provisorisch für die Schulleitung hergerichtet wurde, sind noch offen. Dafür muss der Bezirk zunächst eine Studie zum konkreten Bedarf auch der Schule beauftragen

Bildergalerie: Was geschieht aktuell und was bleibt noch zu tun

zur Bildergalerie

Für Erläuterungen bitte auf das Bild klicken.

Finanzierung:

Lebendige Zentren und Quartiere (ehem. Städtebaulicher Denkmalschutz), Investionsplanung, Konjunkturpaket II

Der Schulstandort der Herman-Hesse-Schule (Gymnasium) liegt im Fördergebiet Urbanstraße, Förderprogramm “Lebendige Zentren und Quartiere” (bis 2019: “Städtebaulicher Denkmalschutz”).

Die Baumaßnahmen am Schulhauptgebäude ab 2017 wurden aus Fördermitteln Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert, insgesamt ca. 5,5 Mio €.
Dies wurde ergänzt um 1,5 Mio € aus Mitteln der Investionsplanung für den Ausbau der Fachräume.

Link zum Förderprogramm Lebendige Zentren und Quartiere

Auch für die weiteren Baumaßnahmen auf dem Standort ist eine Finanzierung aus Fördermitteln Lebendige Zentren und Quartiere in Planung.

Diese ersten Baumaßnahmen 2010-2011 waren im Rahmen des Förderprogramms Konjunkturpaket II finanziert worden.