Wortreiche Bekundungen reichen nicht, es müssen Taten folgen… Fachtagung „Mädchen, Jungen, Genderkram?“ und dann?

Pressemitteilung vom 13.12.2010

Pressemitteilung
Bezirksstadträtin Monika Herrmann –Bündnis 90 / GRÜNE

Am 15. Dezember 2010 veranstaltet die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen eine Fachtagung mit dem Titel „MÄDCHEN; JUNGEN; GENDERKRAM?“ und will damit die „Berliner Wege in der Jugend – und Bildungsarbeit“ beleuchten.

„Dieses Vorhaben begrüße ich sehr, bedauere jedoch gleichzeitig, dass die schon seit ca. drei Jahren im Feld der Berliner Jugendhilfe laufenden Anstrengungen zur Einrichtung einer „Berliner Fachstelle Geschlechterbewusste Mädchen- und Jungenarbeit“ im Rahmen dieser Veranstaltung keinen Raum und keine Erwähnung findet.“
sagt Monika Herrmann und weiter: „Es ist eben nicht ausreichend, die modernsten „Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe“ im Land zu haben. Berlin muss diesen Leitlinien auch strukturelle Taten folgen lassen wollen.“

Den bezirklichen Jugendämtern ist es zu verdanken, dass das Land Berlin in vielen inhaltlichen Fragen der Jugendhilfe eine deutliche Vorreiterrolle eingenommen hat, letztlich fehlt es immer wieder an der strukturellen Umsetzung.

Eine geschlechtsspezifische und geschlechterbewusste Pädagogik in Verbindung mit der verpflichtenden Strategie Gender Mainstreaming muss im gesamten Bereich von Jugendhilfe mit der gebotenen Relevanz eines Querschnittthemas systematisch über die Einrichtung einer Fachstelle weiterentwickelt und umgesetzt werden.

Diese, von den Praktikerinnen und Praktikern der Kinder- und Jugendarbeit gewünschte Fachstelle, die ihre Arbeit unterstützen und die Kontakte über den eigenen „Tellerrand“ hinaus herstellen soll, ist dringend notwendig, wenn man ernsthaft die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt auf eine geschlechtergerechte Zukunft vorbereiten, sie in der Vielfalt ihrer Lebensentwürfe und Vorstellungen fördern und unterstützen will.

Dabei muss die Wirkung über das Feld der Kinder- und Jugendarbeit hinaus in alle Bildungsebenen wie Kindertagesstätten, Schulen und Ausbildungsstätten für das Fachpersonal multipliziert werden –eine ziemlich herausfordernde, aber genauso dringende Aufgabe.

„Ich hoffe inständig, dass die Praktikerinnen und Praktiker ihre Forderung auf dieser Fachtagung deutlich artikulieren und dass sich die hier zuständigen Senatoren Harald Wolf und Dr. Jürgen Zöllner ernsthafte Gedanken machen, wie diese eindeutig fehlende Fachstelle zu implementieren ist.“ betont Monika Herrmann.

Nähere Informationen zur Veranstaltung und den damit im Zusammenhang stehenden Forderungen erhalten Sie unter 01774804097- Monika Herrmann.