Rolle der Tabakindustrie

Pressemitteilung vom 12.03.2008

Auf der heutigen Veranstaltung „Nichtraucherschutz und Tabakkontrolle“ des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg berichtet Professor Robert Loddenkemper über die Realisierung des Nichtraucherschutzes der Länder. Gerade auch in Hinblick auf die gegenwärtige Entwicklung in Bayern fordert er Nichtraucherschutz ohne Ausnahmen.

Dr. Nicolas Schönfeld und Johannes Spatz kritisieren die Tabakindustrie, die gezielt Jugendliche anwirbt und die Nikotinsucht verharmlost.

Dr. Rainer Martin Kaelin und Dr. Thilo Grüning referieren, dass die Tabakindustrie über viele Jahre Wissenschaftlern die Forschung bezahlt, damit diese in der Öffentlichkeit die Gesundheitsgefahren des Rauchens und Passivrauchens verharmlosen. Ein Beispiel dafür ist der Schweizer Medizinprofessor Ragnar Rylander, dem Wissenschaftsbetrug vorgeworfen wird. Thilo Grüning kritisiert die Tabakindustrie; sie kontrolliere ein umfangreiches Netzwerk aus Wissenschaftlern, insbesondere Medizinern und verfälsche wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Schweizer Lungenfacharzt Dr. Rainer Martin Kaelin und Dr. Thilo Grüning fordern daher, dass Wissenschaftler und Ärzte sowie Forschungseinrichtungen jede Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie ablehnen.

Lothar Binding, Mitglied des Bundestags, berichtet, mit welcher Raffinesse und Ausdauer Lobbyisten der Tabakkonzerne versuchen, Politiker auf ihre Seite zu ziehen. Er setzt sich mit Unterstützung von Professor Michael Adams im Bundestag für eine Sondersteuer ein, die von der Tabakindustrie für die von Minderjährigen gerauchten Zigaretten zu zahlen wäre.

Angesichts der hohen Zahl der jugendlichen Raucher und Raucherinnen fordert Knut Mildner-Spindler, Bezirksstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, die Plakatwerbung für Tabakwaren zu verbieten. Er will sich dafür einsetzen, dass auf bezirkseigenen Grundstücken sowohl in Friedrichshain-Kreuzberg als auch berlinweit nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden kann. Hierzu will er eine Initiative des Rats der Bürgermeister starten.

Weitere Informationen bei Johannes Spatz, Plan- und Leitstelle Gesundheit, Tel.: 747559-22, 017624419964