Kunstwettbewerb Frauengefängnis Barnimstraße

Pressemitteilung vom 24.01.2008

Freitag, 25. Januar 2008, 16.30 Uhr
Kunstwettbewerb zur Erinnerung an das Frauengefängnis Barnimstraße
Öffentliche Auftaktveranstaltung

Das Berliner Frauengefängnis an der Barnimstraße/Weinstraße in Friedrichshain wurde 1974 gesprengt. Heute befindet sich dort eine Jugendverkehrsschule. Zwischen 1933 und 1945 waren hier mehr als 300 Frauen nach Unrechtsurteilen der NS-Justiz inhaftiert, bevor sie in Plötzensee ermordet wurden; Frauen, die wegen ihres politischen und gesellschaftlichen Engagements, wegen ihrer individuellen Lebensweise, persönlicher Notlagen und daraus folgenden Rechtverstößen kriminalisiert
wurden. Manche der Frauen brachten hier auch Kinder zur Welt. Weil an das Frauengefängnis Barnimstraße bisher nicht seiner historischen Bedeutung entsprechend gedacht wird, lobt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zusammen mit dem Land Berlin einen Kunstwettbewerb
aus. Sieben Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen sind eingeladen, bis April 2008 ein Gesamtkonzept für das Erinnern an das Frauengefängnis Barnimstraße zu entwickeln. Bis dahin wird neben der Rosa-Luxemburg-Stele an der Weinstraße zunächst eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Frauengefängnisses gezeigt – gefördert aus Mitteln des Lokalen Aktionsplans
Friedrichshain Kreuzberg.
Bei der Auftaktveranstaltung gibt die Politologin Claudia von Gélieu historische Hintergrund-informationen, und es wird der Dokumentarfilm »Frauengefängnis Barnimstraße. Zeitzeuginnen berichten über ihre Haft 1933 bis 1945« gezeigt. Anwohner/innen, die sich an das Gefängnis erinnern
können, sind herzlich eingeladen, zu berichten.

Ort: Evangelisches Zentrum – Konsistorium
Georgenkirchstr. 69/70 – 10249 Berlin
Zugang über die Hofeinfahrt oder die Pförtnerloge zum Haus 3.2,
dort mit dem Fahrstuhl in die 7. Ebene, Räume 3701/03

Weitere Informationen erhalten Sie im
Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg
Adalbertstr. 95A
10999 Berlin
Tel. 49-30-50585233
Fax 49-30-50585258

E-Mail
Kreuzbergmuseum