Der Preis zeichnet seit 2002 digitale Angebote für Kinder aus – von PC- und Konsolenspielen über Apps bis hin zu elektronischem Spielzeug oder Lernsoftware. Eine Fachjury aus Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen nominiert geeignete Titel, doch über die Gewinner*innen entscheiden am Ende die Kinder selbst. In über 40 öffentlichen Bibliotheken in ganz Deutschland testen sie die Spiele, tauschen sich aus und vergeben ihre Wertungen. Auch Berlin ist Teil des Projekts: Hier beteiligen sich die Mittelpunktbibliothek in der Adalbertstraße und die Anna-Seghers-Bibliothek in Lichtenberg. In Kreuzberg selbst testen rund fünfzehn Schulklassen Spiele in den Kategorien Konsolen-/PC-Spiele, Apps, Bildung und elektronisches Spielzeug.
Am Freitagmorgen ist die Aufregung groß: Die Klasse 4b der Modersohn-Grundschule ist in der Mittelpunktbibliothek zu Gast. Auch die Kinder- und Jugendbibliothekarin Lydia Kasparick und ihr Team begrüßen die Kinder herzlich. Bevor es losgeht, sprechen sie mit den Kindern erstmal über ihre Erfahrungen mit Spielen an PC, Konsole oder Handy.
Auf die Frage, wer denn überhaupt eine Konsole oder einen PC zum Spielen zu Hause hat, melden sich viele der Schüler*innen. Dass sie aber heute die Auswahl zwischen so vielen verschiedenen Konsolen, Apps und auch elektronischen Spielgeräten haben, ist für alle etwas Besonderes. „So viel Verschiedenes habe ich zu Hause nicht“, erklärt eine Schülerin.
Auch das Thema Bildschirmzeit – in vielen Familien wohl ein heiß diskutiertes Thema – wird besprochen. „Meistens darf ich am Tag 30 Minuten spielen, an besonderen Tagen vielleicht auch mal länger“, berichtet ein Schüler. Heute haben die Schüler*innen insgesamt zwei Stunden Zeit sich durch die verschiedenen Spiele zu testen und natürlich kritisch zu bewerten.
Erste Stunde Gaming- Wie Grundschüler*innen am Kottbusser Tor zur Spielejury werden
Bild: Lisa Hehemann / BA FK
„Heute dürft ihr die Noten verteilen!“ Unter diesem Motto tauschten am 7. November die Schüler*innen einer vierten Klasse aus Friedrichshain die Rollen. Statt der Lehrkräfte vergaben diesmal die Kinder selbst Noten – und zwar nicht für Diktate oder Aufsätze, sondern für digitale Spiele. Im Rahmen des Deutschen Kindersoftwarepreises TOMMI, auch bekannt als Tommi-Test Award, hat die Mittelpunktbibliothek am Kottbusser Tor auch in diesem Jahr wieder verschiedene Berliner Schulen aus Friedrichshain-Kreuzberg eingeladen, die Jury zu bilden.