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Finalist*innen für den Integrationspreis 2021

Integrationspreisverleihung 2021

Hier haben Sie die Möglichkeit die Finalist*innen kennenzulernen. Am Ende kommen Sie über einen Link zur Abstimmung!

Finalist*innen in der der Kategorie "Einzelperson"


I. Mut

I. Mut

Was ist Frau Muts Motivation für das Engagement?

Frau Muts Motivation liegt in ihrem wirklich großen Bedürfnis, für andere Menschen da zu sein, andere Menschen, kulturell übergreifend zusammen zu bringen und sich selbst aktiv einzubringen. Außerdem hat sie durch ihr Engagement sehr viele Kontakte im Kiez. Dadurch ist sie nie allein und macht auch immer wieder neue Erfahrungen.

Wie engagiert sich Frau Mut im Bezirk?

Frau Mut lebt seit 48 Jahren in Berlin und gehört zur ersten Generation der
„Gastarbeiterfamilien“, die über das Anwerbeabkommen mit der Türkei gekommen ist. Sie begann mit Anfang 20 ihr Leben in Deutschland als Arbeiterin in etlichen Fabriken. Obwohl sie im Türkischen wie auch im Deutschen weder lesen noch schreiben kann, hat sie es immer
geschafft, eigenständig und ohne fremde Hilfe sehr gut zurecht zu
kommen. In ihrem Arbeitsleben waren die Kolleg*innen und Arbeitgeber*innen stets erstaunt darüber und begeistert von ihrer Strebsamkeit und ihren guten Leistungen. Nicht selten war sie in der Stadt auch migrantenfeindlichen Äußerungen ausgesetzt. Das hat sie jedoch nicht entmutigt. Seit 1996 hat sie die deutsche Staatsangehörigkeit. Trotz schwerwiegender privater Ereignisse und einem schweren Unfall, der sie ab 1995 arbeitsunfähig machte, blieb Frau Mut stark und sie wollte einfach nicht aufgeben. Wenn man sie fragt, wie es ihr geht, wird sie immer mit einem Lächeln sagen: „Muss, Muss.“ Mit
ihrer Kraft, ihrer Offenheit, ihrer Art zu unterstützen macht Frau Mut anderen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes MUT. Über den Gründer des Vereins der türkischen Sozialdemokraten Deutschlands im Kiez, Ismail Gökmen, und dessen Tochter Ülker Radzewill lernte sie den Divan kennen. Dort wurde ihr angeboten, in der Gästebetreuung ehrenamtlich zu helfen. Das hat sie damals sehr gerne angenommen um nicht mehr allein zu Hause sein
müssen. Sie konnte neue Kontakte knüpfen, auf andere Gedanken kommen und vor allem anderen helfen konnte. Nun ist sie bald 10 Jahre im Nachbarschaftszentrum Divan aktiv ehrenamtlich tätig. Dabei fragt sie niemals nach der Menge der Arbeit oder der Zeit. Sie erkennt Bedarfe sofort und ist stets zur Stelle. Menschen sind für sie Menschen, vollkommen unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht. Sie ist im Offenen Treff des Mehrgenerationenhauses tätig, im großen Frauentreff der Erstgeneration im
Interkulturellen Stadtteilzentrum, bei vielen interkulturellen Veranstaltungen und Festen. Sie kümmert sich außerdem noch um andere Leute auch außerhalb des Divans im Kiez, wenn sie krank sind oder Fragen haben, besucht und begleitet sie, hat ein Ohr für jeden und hilft, wo es notwendig ist.

Seit wann und wie oft engagiert sich Frau Mut im Bereich?

Frau Mut engagiert sich im Kiez seit 2012.

Amal Alaydie

A. Alaydie

Was ist die Motivation für das Engagement?

„Es liegt mir am Herzen, mit einer großen Sensibilität gute Angebote und Projekte für Frauen zu entwickeln. Wenn es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Stadtteil geht, dann sollen geflüchtete Frauen nicht nur gestärkt, sondern ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Stimme zu erheben. Dabei nehme ich besonders Rücksicht auf ihre Fluchtgründe und die Herausforderungen, vor denen die Frauen in ihren individuellen Situationen stehen, weil ich selbst weiß, wie schwer der Einstieg in ein neues Land sein kann.“

Wie engagiert sich die Person im Bezirk?

Amal Alaydie engagiert sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Fluchtgeschichte durch Begleitung und Beratung sowie die Klärung individueller Probleme zur Stabilisierung im Umgang mit sozialen Herausforderungen. Außerdem motiviert sie Charlottenburger und Wilmersdorfer Nachbar*innen zu ehrenamtlichen Tätigkeiten in Bildungsprojekten. So gelang es ihr in einem rein ehrenamtlichen Mentoring-Programm 2021, die pandemiebedingte Isolation geflüchteter Frauen wirksam und nachhaltig zu durchbrechen sowie Zugänge zu Bildungsangeboten und Teilhabe zu schaffen. Auf diese Weise sorgt sie für einen regen Austausch zwischen Alt- und Neuberliner*innen.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Person im Bereich?

Frau Alaydie hat bereits in ihrem Heimatland Jordanien Projekte im Bereich der Frauenförderung unterstützt. Seit 2016 engagiert sie sich in der Berliner Gesellschaft und plant, organisiert und veranstaltet Projekte für geflüchtete Frauen: schnelle Maßnahmen für Frauen mit geringen Computerkenntnissen, Infoveranstaltungen über Reha-Maßnahmen der Rentenversicherung im Bezirk und Projekte für Obdachlose. Dies nimmt neben ihrem Beruf und der Familie sehr viel ihrer (Frei)zeit in Anspruch. Für den Berliner Frauenforum e.V. leistet sie ca. 15 Stunden pro Woche ehrenamtliches Engagement.

Abas Moggadam

A. Mogaddam

Was ist die Motivation für das Engagement?

Herr Mogaddams Antrieb für sein gesellschaftliches Engagement ist in seiner Biografie als Geflüchteter aus dem Iran verwurzelt. Er möchte, dass die Neuzugewanderten eine unterstützende und freundliche Umgebung vorfinden, so dass sie und ihre Kinder sich möglichst leicht und schnell in die Gesellschaft integrieren und daran teilhaben können.

Wie engagiert sich die Person im Bezirk?

Seit Jahrzehnten engagiert sich Herr Mogaddam für Farsi und Dari sprechende Menschen, die nach Berlin kommen. Er ist ein exzellenter Netzwerker, der neu ankommende Menschen nicht nur selbst in vielfältiger Weise hilft, sondern ihnen auch immer wieder Kontakte vermittelt, die sie weiterbringen. Gemeinsam mit Freunden hat er den Verein Integrationshelfer Meehr e.V. gegründet, der in der Ulme 35 und an anderen Orten Menschen unterstützt und berät. Er ist Vertrauensperson für Viele. Wenn Herr Mogaddam ein Fest für Frauen aus Afghanistan organisiert, kommen 200 Frauen mit Kindern. Auch andere von ihm organisierte Feste werden stark besucht und sind beliebt.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Person im Bereich?

Herr Mogaddam engagiert sich seit Jahrzehnten, zunächst in anderen Bezügen, wie beispielsweise der Kontakt und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant*innen e.V. (KUB) oder der iranischen Gemeinde in Deutschland (IGD), seit 2020 in dem von ihm gegründeten Verein Meehr e.V. Der zeitliche Umfang ist schwer einzuschätzen, er hat fast zwei feste wöchentliche Beratungstage im StadtRand, Moabit und in der Ulme35. Er ist aber eigentlich immer ansprechbar und aktiv.


Finalist*innen in der der Kategorie "Gruppe"

Kleiderkammer Esche

Kleiderkammer Eschenallee

Was ist die Motivation für das Engagement?

Unsere Betroffenheit im Frühjahr 2015 war angesichts der Not der Geflüchteten sehr groß und durch den Aufruf der Kirchengemeinde Neu-Westend konkret zu helfen, haben wir uns damals spontan entschlossen, eine Kleiderkammer aufzubauen. Und weil diese Form der Unterstützung nach wie vor wichtig ist, engagieren wir uns weiterhin.

Wie engagiert sich die Gruppe im Bezirk?

Seit 5 1/2 Jahren versorgt das Team der Kleiderkammer in der Eschenallee Menschen mit gut sortierter Kleidung, Spielzeug, Koffern, Haushaltsausstattungen und vielem mehr. Ab 2016 gab es zusätzlich in gesonderten Räumen eine große zentrale Spendenannahmestelle, von der aus auch Turnhallen und andere Unterkünfte bedient werden konnten. Nach deren Schließung 2018 konzentrierte sich die Arbeit wieder auf die Eschenallee, wo z. B. gerade neu angekommener Familiennachzug oder zuletzt Ortskräfte aus Afghanistan mit dem Nötigsten versorgt werden konnten.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Gruppe im Bereich?

Das Kleiderkammerteam besteht zur Zeit aus acht Ehrenamtlichen, von denen die Hälfte seit 2015, also von Anfang an, dabei ist! Derzeit ist die Kleiderkammer an 2 bis 3 Nachmittagen in der Woche für die Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft und der Erstaufnahmeeinrichtung geöffnet. Immer wieder sind aber auch „Sondereinsätze“ möglich, da Teammitglieder in der Nähe wohnen und kurzfristig helfen können, wenn es notwendig ist.

Übersetzerinnen des LAF

Übersetzer*innen des LAF

Was ist die Motivation für das Engagement?

Unterstützung von Menschen auf der Suche nach Schutz vor Krieg und Vertreibung.

Wie engagiert sich die Gruppe im Bezirk?

Die Übersetzer*innen im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) haben sich weit über ihre beruflichen Pflichten hinaus für die Integration von Geflüchteten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eingesetzt. Ohne das Engagement der Übersetzer*innen wäre die Aufnahme der vielen Geflüchteten seit 2015 im Bezirk nicht zu schaffen gewesen. Besonders weil ihre Arbeit per Definition eine diskrete ist und Übersetzer*innen sich bei der Vermittlung zurücknehmen, wird die Wichtigkeit ihres Beitrages manchmal nicht wahrgenommen. Aus diesen Gründen werden sie für den Integrationspreis vorgeschlagen.
Die besonderen Fähigkeiten des Übersetzers erfordern ein Einfühlen in die individuellen Situationen der einzelnen Schutzsuchenden und ein Brückenschlag zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Auch wenn der Arbeitsdruck dafür sorgte, dass viele an ihre Grenzen stießen und Schwierigkeiten hatten nach der Arbeit abzuschalten, da die Eindrücke und Erlebnisse so überwältigend waren, so ist dennoch festzuhalten, dass alle Mitarbeiter*innen zusammenhielten. Sie gaben sich in den hoffnungslosesten Momenten gegenseitig Unterstützung und Kraft. Das sind Geschichten, die viele leider nicht kennen oder vielleicht sogar nicht hören wollen. Es sind aber Geschichten, die einzigartig sind und berühren. Sie wurden nie in die Außenwelt getragen, weil das LaGeSo dies unterband. Nichtsdestotrotz haben auch diese Geschichten ihre Daseinsberechtigung und verdienen es, von der Welt gehört und gewürdigt zu werden.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Gruppe im Bereich?

Mindestens seit 2015

Amaro Foro

Amaro Foro e.V.

Was ist die Motivation für das Engagement?

Unterstützung von (neu)zugewanderten Menschen aus Süd-Ost-Europa und Förderung der Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Selbstorganisation insbesondere für Jugendlichen und junge Erwachsenen.

Wie engagiert sich die Gruppe im Bezirk?

Amaro Foro (Unsere Stadt) ist eine transkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma. Der Verein engagiert sich seit der Gründung durch unterschiedliche Projekte für neu nach Berlin zuwandernde Menschen. Beispielsweise bietet der Verein u.a. niedrigschwellige Sozialberatung v.a. für bulgarische und rumänische Staatsbürger*innen an, Jugendgruppen-Aktivitäten und Bildungsarbeit, Community Building, Dokumentation und Monitoring von rassistischen und diskriminierenden Erfahrungen, antirassistische Bildungsarbeit u.v.m. – das Besondere: von Roma für Roma. Die Angebote sind mehrsprachig und werden Großteils aus dem Berliner Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma finanziert. Amaro Foro trägt auch das Bezirksorientierte Programm in Charlottenburg Wilmersdorf und engagiert sich darüber hinaus in der politischen- und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Gruppe im Bereich?

Seit 10 Jahren.