Inhaltsspalte

Finalist*innen für den Integrationspreis 2020

Programm IntPreis 2020

Hier haben Sie die Möglichkeit die Finalist*innen kennenzulernen. Am Ende kommen Sie über einen Link zur Abstimmung!

Finalist*innen in der der Kategorie "Einzelperson"

B. Afshar

Kinder im Kindergarten freuen sich
Bild: Depositphotos / anatols

Was ist Frau Afshars Motivation für das Engagement?

“Ich fühle, wie es Eltern mit kleinen Kindern ergeht, die ihre Heimat verlassen mussten und nun in einer fremden Umgebung ein neues Zuhause suchen. Ihnen möchte ich helfen, da auch ich selbst dies vor 20 Jahren erlebt habe.”

Wie engagiert sich Frau Afshar im Bezirk?

Seit nunmehr 15 Jahren versucht sie, Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu helfen. Seit 2018 konnte sie eine Kinderbetreuung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einrichten. Hierdurch ermöglicht bzw. erleichtert sie insbesondere Familien mit Kleinkindern ohne Betreuungsangebot den Besuch eines Integrationskurses.
In der Zwischenzeit konnte sie ca. 450 Kindern helfen.

Seit wann und wie oft engagiert sich Frau Afshar im Bereich?

Bereits in Ihrem Heimatland Iran arbeitete sie neben Ihrem Studium in einer Grundschule, um Kindern zu unterrichten. Hier in Berlin angekommen arbeitete sie zuerst in einer persischen Sprachschule. Seit 2010 hilft sie Menschen mit Einwanderungsgeschichte aus allen Ländern der Erde im Bezirk.

K. Herda

Karsten H.

Was ist Herrn Herdas Motivation für das Engagement?

“Im Mittelpunkt von Integration steht die Sprache als Schlüssel zum Verständnis der für die Menschen aus fremden Kulturen andersartigen gesellschaftlichen Verhältnisse. Ich bemühe mich, ihnen insbesondere diesen Schlüssel zu verschaffen, wobei sich das mit meiner Begeisterung für die deutsche Sprache deckt.”

Wie engagiert sich Herr Herda im Bezirk?

Er unterrichtet ehrenamtlich Deutsch, Lesen, Schreiben und Mathematik. Im Unterricht befinden sich Geflüchtete mit den unterschiedlichsten kulturellen und nationalen Hintergründen. Die Teilnehmenden sind im Kirchenasyl, d.h. sie können an Angeboten außerhalb des Kirchengebäudes nicht teilnehmen, da sie das Kirchengelände nicht verlassen dürfen. Manche von ihnen haben noch nie eine Schule besucht. Ehemalige Schüler*innen nehmen nach dem Kirchenasyl weiterhin an dem Unterricht teil.
Mit viel Humor begeistert er!
Er wird für seine freundschaftliche, gesellige Art geschätzt, da er sehr individuell und herzlich auf sie und ihre Nöte eingeht.

Seit wann und wie oft engagiert sich Herr Herda im Bereich?

An 3-4 Tagen in der Woche jeweils bis zu vier Stunden täglich. Er nimmt kein Geld und reist trotz seines hohen Alters jedes Mal von Kladow nach Charlottenburg an und zurück.

M.Langenhan

Monika L.

Was ist Frau Langenhans Motivation für das Engagement?

“Die Erfahrungen aus den Schrecken des zweiten Weltkrieges haben mich früh dazu bewogen, mich für andere zu engagieren. Darüber hinaus war ich schon seit jungen Jahren am internationalen Austausch überwiegend mit Osteuropa interessiert. So begleitet mich das Thema Ehrenamt im Kontext von Zugewanderten bis heute.”

Wie engagiert sich Frau Langenhan im Bezirk?

Sie ist seit Gründung der Flüchtlingsinitiative Klausener Platz 2015 aktiv, zuerst in der Betreuung der Kinder im Erstaufnahmeeinrichtung im Kaiserdamm 3, dann im Stadtteilzentrum Divan im Rahmen des “Get together”. Hier hat sie regelmäßig eine breite Palette an Bastelmöglichkeiten angeboten mit den unterschiedlichsten Materialien, für unterschiedliche Altersstufen und zur großen Freude der Kinder und auch (hauptsächlich) der Mütter.
Darüber hinaus hat sie sich intensiv um eine armenische Flüchtlingsfamilie gekümmert und ihr so den Ausweg aus Transferleistungen geebnet.

Seit wann und wie oft engagiert sich Frau Langenhan im Bereich?

Seit 2015 kümmert sich Frau Langenhan wöchentlich 1-2mal im Kaiserdamm 3 um Familien. Später dann im Rahmen des monatlichen “Get together” im Klausener Platz (bis Ende 2019).

Finalist*innen in der der Kategorie "Gruppe"

Nähgruppe "Nachbarschaftsmasken"

Nachbarschaftsmasken
Bild: BENN
Was ist die Motivation der Nähgruppe “Nachbarschaftsmasken” für das Engagement?

Ihr Ziel ist es, durch die Bereitstellung von Masken auf Spendenbasis den Menschen zu helfen und Leben zu retten.

Wie engagiert sich das Projekt im Bezirk?

Vier Menschen aus Afghanistan, die in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Charlottenburg leben, haben sich im Zuge der Corona-Pandemie 2020 zusammengetan, um Masken zu nähen. Zunächst für die Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen der Unterkunft – und jetzt auch für die Nachbarschaft.
Seit Monaten sitzen Fariba, Arezo, Hassan und Seyed über Nähmaschinen gebeugt und nähen miteinander ein wichtiges Stück Stoff. Mehr als 1.000 Mund-Nase-Bedeckungen aus bunter Baumwolle haben sie bis heute gefertigt – weitere sollen folgen.

Seit wann und wie oft engagiert sich die Nähgruppe im Bereich?

Seit 20.03.2020. Inzwischen rattern die Maschinen fast pausenlos. Die Frauen und Männer nähen gemeinsam in zwei Schichten, montags bis freitags von morgens bis mittags und noch einmal am Nachmittag bis halb sechs. Während die Frauen arbeiten, kümmern sich ihre Männer um Kinder und Haushalt.

Alhadara-Institut

Der Unterricht am Alhadara Institut
Bild: Abu Aleden

Was ist die Motivation des Alhadara-Instituts für das Engagement?

Herr Abu Alenen hat als Mathematiklehrer in Damaskus gearbeitet. Er ist mit
seiner Familie im Jahr 2015 nach Deutschland geflohen und hat hier an der Universität als Tutor gearbeitet. Kurz nach seiner Ankunft in Berlin traf er auf der Straße ehemalige Schüler*innen, die gerade dabei waren, sich auf universitäre Aufnahmeprüfungen vorzubereiten. Diese baten ihn um Hilfe bei der Vorbereitung, womit die Initiative für den zusätzlichen Unterricht entstand.

Wie engagiert sich das Projekt im Bezirk?

In regelmäßig stattfindenden Gruppen werden bis zu 80 Schüler*innen auf
deutsch und arabisch für den MSA, das Abitur und Aufnahmeprüfungen vorbereitet werden. Einige der Absolvent*innen zählen zu den besten Abiturient*innen Berlins. Aus der Initiative von Herrn Abu Alenen wurde das Alhadara Institut gegründet, in dem andere arabisch sprechende Lehrer hinzugekommen sind und zusätzlicher Kleingruppenunterricht stattfinden konnte.
Die Schüler*innen kommen hoch motiviert zu den Nachhilfestunden. Für sie ist es eine Entlastung, in ihrer Muttersprache den fremden Stoff erklärt zu bekommen. Sie treffen auf andere Schüler*innen in vergleichbaren Situationen und erleben hochbegabte, engagierte Pädagog*innen, die ihnen helfen, ihre Gesamtnoten in eindrucksvoller Weise zu verbessern.

Seit wann und wie oft engagiert sich das Alhadara-Institut im Bereich?

Seit 2017 werden mehrmals pro Woche Kinder und Jugendliche in Kleingruppen auf den Schulabschluss bzw. auf das Studium vorbereitet. Damit erleichtert das Alhadara-Institut die Integration der jungen Menschen in das Schul- und Ausbildungssystem, womit sie fit für den Arbeitsmarkt werden.

Ludwig-Cauer-Schule

11 Bleistifte mit unterschiedlichen Farben liegen auf einem blauen Untergrund
Bild: © Pio Si - fotolia.com

Was ist die Motivation für das Projekt “Kinderverse und Sprichwörter aus aller Welt”?

Frau P. hat in Ihrer Tätigkeit als Kamerafrau für Dokumentarfilme viele Jahre lang die Welt bereist. Besonders in Asien, Afrika und den Ländern des Nahen Ostens hat sie viele Filme gedreht. Später ist sie dann als Lehrerin einer Willkommensklasse an eine Charlottenburger Grundschule gewechselt. Jetzt macht es ihr große Freude, die Kinder, deren Herkunftsländer sie meistens kennt, in Berlin zu unterrichten und Ihnen beim Erkunden ihrer neuen Welt zur Seite zu stehen. Dabei ist es ihr ein besonderes Anliegen zu zeigen, welch eine Bereicherung diese Kinder für unsere Gesellschaft darstellen können.

Wie engagiert sich das Projekt “Kinderverse und Sprichwörter” im Bezirk?

Das Projekt “Kinderverse und Sprichwörter aus aller Welt” zeigt eine Sammlung von Kinderversen und Sprichwörtern, die Schüler*innen der Willkommensklasse zusammengetragen, übersetzt und wunderschön illustriert haben. Das Buch und die vorangehende Projektarbeit in der Klasse sind ein tolles Beispiel dafür, wie bereichernd Zusammenkünfte unterschiedlicher kultureller Hintergründe sind. Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten werden aufgezeigt und das Verständnis für einander gefördert.

Seit wann und wie oft engagiert sich das Projekt im Bereich?

Es handelt sich um ein Projekt von Schüler*innen zwischen 8-12 Jahren, die im Schuljahr 2019/20 Kinderverse und Sprichwörter aus verschiedensten Ländern und unterschiedlichen Sprachen und Schriften zusammengetragen und illustriert haben. Das Projekt ist jetzt abgeschlossen.