Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Volkspark Jungfernheide

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Umgebungsplan Volkspark Jungfernheide
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So erreicht man den Volkspark Jungfernheide

U-Bahn U 7 Jakob-Kaiser-Platz

Bus 121, 123 Weltlingerbrücke

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Volkspark Jungfernheide

Der 146 ha große Volkspark zwischen Saatwinkler Damm und Heckerdamm entstand im Notstandsprogramm nach dem I. Weltkrieg. Er war ein ehrgeiziges sozialpolitisch bedeutendes Projekt, der auf diesem Gebiet sehr fortschrittlichen Stadt Charlottenburg. Schon 1904 kaufte sie das Waldgelände zu diesem Zweck vom Forstfiskus an. Das Konzept der Parkanlage stammt vom Charlottenburger Stadtgartendirektor Erwin Barth. Die für 1920 von Charlottenburg bereitgestellten 10 Mio RM wurden nach der Bildung der “neuen Stadtgemeinde Berlin” am 1. Oktober 1920 von Groß-Berlin zunächst gesperrt. Erst im Rahmen von Notstandsarbeiten zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit begannen am 6. Oktober 1920 die vorbereitenden Erdarbeiten. Anlässlich der “Spiel- und Sportwochen” konnten am 27. Mai 1923 Teile der neuen Parkanlage mit “Volkswiesen” und Badeanlagen eröffnet werden. Vier Jahre später war der aus dem Wiesen- und Waldgelände herausgearbeitete Volkspark fertiggestellt. Allerdings konnten aus Geldmangel nicht alle Pläne realisiert werden. Barth vermied große Eingriffe in den Eichen-, Buchen- und Kiefernbestand des früheren kurfürstlichen bzw. königlichen Jagdreviers.

Der Volkspark Jungfernheide ist ein Hauptwerk von Barth, das Ähnlichkeiten mit dem 1910 von Fritz Schumacher entworfenen Hamburger Stadtpark hat. Auffallende Merkmale sind ein vier Kilometer langer Rundweg, zahlreiche ihn kreuzende Zugänge und in der Mitte ein regelmäßiger See mit einer Insel und eine großzügige Rasenfläche. In diesem geometrisch gehaltenen Kernbereich sah Barth eine intensive Nutzung vor: Freibad, Planschwiese, Spielwiese, Kindererholungsstätte, Gartentheater und Rudermöglichkeit. Ein auf der Insel geplantes Gebäude mit Parkrestaurant, Bibliothek, Vortrags- und Konzerstsaal kam nicht zustande. Im Nordwesten fügte Barth eine Baumschule und Sportplätze in das Parkgelände ein. Baulicher Höhepunkt ist der Wasserturm in der Hauptachse 1926/27 von Walter Helmcke. Am Teich steht ein kupfergedeckter Pavillon im expressionistischen Spitzbogenstil. Erhalten sind ferner das Naturtheater (1923-25 von Barth nach dem antiken Vorbild in Ephesos), drei hölzerne Pilzbauten, eine Bärenplastik (1928 von Hermann Pagels) und einer der von Barth gestalteten Parkbanktypen. Seit 1931 leben in Wildgehegen Schwarz- und Damwild. Die Gehege wurden 1992 in die östlichen Parkteile verlegt.

Zwei vom Bildhauer Eberhard F. Encke geschaffene, etwa 2,35 m große Bronzeplastiken von Fußballspielern wurden im II. Weltkrieg eingeschmolzen. Gaststätte und Badeanstalt wurden im II. Weltkrieg teilweise erheblich zerstört und später in etwas veränderter Form wiederaufgebaut. Auch die Torhäuser (1926 von Helmcke), der Ehrenhain für die im I. Weltkrieg gefallenen Niederdeutschen Soldaten (1925 von Barth) und das Parkgelände selbst wurden beschädigt. Von den beiden an der Hauptallee aufgestellten Bären-Bildwerken ist nur noch ein Bär mit Jungen vorhanden.

Kassengebäude und Umkleideräume des Freilichttheaters wurden 1951 errichtet. 1985 wurde das Theater zu Ehren des ersten Berliner Oberbürgermeisters, der die Realisierung des Parks möglich gemacht hatte, in “Gustav-Böß-Freilichtbühne” benannt. Der Bau- und Abenteuerspielplatz wurde 1956 fertiggestellt und enthält u.a. eine Liegehalle für körperbehinderte Kinder.

Durch den Straßenausbau für den Zubringer des Flughafens Tegel ging auf der Ostseite Parkgelände verloren. Der zurückverlegte Haupteingang im Südosten und die Tore am Heckerdamm wurden 1987-90 nach Entwurf von Hochbauamtsleiter Fritz Monke neu gestaltet, der sich an den ursprünglichen Entwürfen von Fritz Höger orientierte. 1999/2000 kam ein Wirtschaftsgebäude hinzu.

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