Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Schlossgarten Charlottenburg

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Umgebunsplan Schlossgarten Charlottenburg
Bild: Michael Richert © OpenStreetMap-Mitwirkende CC-BY SA
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Schlossgarten Charlottenburg

S-Bahn S 41, S 42, S 45, S 46, S 47 Westend

U-Bahn U 7 Richard-Wagner-Platz

Bus 145, 210 Schloss Charlottenburg

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Schloss Charlottenburg

Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg entschied sich 1694, einen neuen Sommersitz für seine Gemahlin, Sophie Charlotte von Braunschweig-Lüneburg zu bauen. Diese wandte sich wegen des Gartenentwurfs an ihre Cousine, Elisabeth Charlotte von Orléans in St. Cloud, die Schwägerin von Ludwig XIV. Daraufhin kam 1696 der erfahrene Gartenkünstler Siméon Godeau nach Berlin und legte 1697-99 den Garten an. Es war das früheste Beispiel der modernen französischen Gartenkunst im Stil André Le Nostres in Deutschland.

1702 verbreiterte der Architekt Johann Friedrich Eosander die Gartenfassade des Schlosses nach dem Vorbild von Versailles. Seitdem nimmt das Schloss die ganze Breite des Parterres ein. Diese Arbeiten waren gerade beendet, als Sophie Charlotte, inzwischen Königin von Preußen, starb (1705). Ihr Gemahl taufte nun das Schloss zu ihren Ehren auf den Namen Charlottenburg. Außerdem fügte er die Kuppel, die Große Orangerie mit dem Orangerieparterre sowie Anlagen für höfische Gartenspiele im Nordwesten hinzu.

Die Anfahrt erfolgte ursprünglich vor allem zu Wasser. Die Anlegestelle war in dem Wasserbecken nach dem Vorbild des Lac de Suisses in Versailles am Nordrand des Parterres. Dieses war mit Broderiefeldern, etagenförmig geschnittenen Eiben, vergoldeten Statuen, Obelisken aus farbigem Lattenwerk und marmorartig gestrichenen Vasen reich geschmückt. Die heutige Gestaltung nach einer Planung von 1967 ist wesentlich einfacher. Eine doppelte Lindenallee zu beiden Seiten verbarg die Bosketts mit Gängen und Salons aus Heckenwerk, in denen Springbrunnen vorgesehen waren. Die Terrasse am Schloss war mit zahlreichen Putten, Vasen und Orangenbäumen geschmückt. Zwei nicht öffentliche Gärten für den König und die Königin lagen hinter Hecken in den Fluchten der gartenseitigen Schlosszimmer. Vom ovalen Mittelsaal führen drei Achsen in die Landschaft.

Der Gartenkünstler Johann August Eyserbeck aus Wörlitz gestaltete Teile des Gartens 1788-99 landschaftlich um, nämlich das Parterre und die frühere Fasanerie im Westen. Er grub neue Kanäle aus und so entstanden die Belvedere-Insel und die Luiseninsel, benannt nach der Königin Luise, die im Charlottenburger Mausoleum (1810) ruht. Das Belvedere baute Carl Gotthard Langhans 1788 als vornehmen Aussichtsturm. Beide Inseln waren ursprünglich nur mit Fähren erreichbar.

Eyserbecks Nachfolger Georg Steiner wandelte das östliche Boskett und die frühere pièce d’eau, jetzt Karpfen-Teich, landschaftlich um (1802). John Claudius Loudon zählte den Charlottenburger Park 1822 unter die ersten Beispiele des Englischen Stils in Preußen.

Schließlich gestaltete Peter Joseph Lenné den Rest des Parks landschaftlich um. An der nördlichen Grenze schüttete er einen Aussichtsberg auf, der dem Blick in die weite Landschaft im Norden und durch ein neu geschaffenes Sichtfenster auf die Schlosskuppel diente. Zwischen 1823 und 1840 wurden verschiedene Bronzefiguren aufgestellt, die die Umgestaltung vollendeten, teilweise Kopien nach antiken Vorbildern, teilweise entworfen von Christian Daniel Rauch (die beiden Viktorien).

Das Parterre und die Vorgärten wurden 1952-67 barockisierend, aber nicht nach den originalen Formen wiederhergestellt, während der Rest des Parks in modernem Geschmack vereinfacht wurde. Seit 1979 markiert ein Marmorobelisk das heutige Ende der Hauptachse, die von einem Eisenbahndamm abgeschnitten wird. 1989 wurde die Luiseninsel mit drei Bronzeskulpturen nach der historischen Dokumentation wiederhergestellt. 1999 wurden die Gräben zwischen Spree und Karpfenteich wieder ausgegraben, wobei die Ufer wegen des Baumbestandes verschoben und zwei Brücken nach modernen Entwürfen gebaut wurden.

Seit 2000 gehört der Park zur Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. 2001 wurde das Parterre erneuert. In Kürze sollen das östliche Boskett und die Umgebung des Schinkelpavillons im Zustand von 1840 wiederhergestellt werden.

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