Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Olympiaanlage

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Umgebungsplan Olympiaanlage
Bild: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man die Olympiaanlage

S-Bahn S 5, S 75 Olympiastadion

U-Bahn U 2 Olympia-Stadion

Bus 149, 218 Flatowallee

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Olympiaanlage

Die Olympiaanlage zwischen dem U-Bahnhof Olympiastadion und dem S-Bahnhof Pichelsberg umfasst 131 ha. Sie hat einen Vorgänger in der Rennbahn Grunewald (70 ha), die Otto March (1845-1913) 1907-09 für Pferderennen des Union-Clubs anlegte. Das seit 1906 geplante Deutsche Stadion wurde ebenfalls von March erbaut und 1913 eröffnet. Es lag vertieft innerhalb der Rennanlage. Der Zugang erfolgte durch den sog. Marchhof und einen Tunnel unter der Rennbahn. Diese Elemente sind bis heute erhalten. Das Deutsche Stadion war mit 30.000 Plätzen die damals größte Sportanlage Europas und wies die dem Sportplatzbau die Richtung. Bereits 1916 sollten hier die Olympischen Spiele stattfinden. 1926-28 bauten Werner (1894-1976) und Walter (1898-1969), die Söhne Otto Marchs, eine gedeckte Schwimmbahn und 1926-29 den ersten Abschnitt der Deutschen Hochschule für Leibesübungen (jetzt Haus des deutschen Sports). Nach 1928 begannen Planungen Werner Marchs für die erwartete Austragung der Olympischen Spiele in Berlin. 1933 übernahm das Reich die vorhandenen Anlagen, und Hitler griff in die Planungen ein. Werner March musste seine Pläne ändern. Das Stadion wurde 1934-36 durch ein größeres mit 120.000 Plätzen an etwa derselben Stelle ersetzt. Es entstand das Reichssportfeld. Die Oberleitung hatte Werner March.

Die verschiedenen Sportarten sollten nicht mehr in einem einzigen Stadion wie bei dem Stadion von 1913, das unter anderem eine Schwimmbahn enthielt, sondern in mehreren Anlagen stattfinden, die in einem Olympischen Hain vereint waren. Prägend ist die ansteigende Ost-West-Achse von der Olympischen Straße bis zum Glockenturm am Maifeld, gekreuzt von der Nord-Süd-Achse von der Reichsportfeldstraße bis zum Schwimmstadion. Außerhalb der Spiele sollte die Anlage als „Volks- und Festpark“ dienen und so für die „Volkserholung, Erziehung und Volksfeste“ nutzbar sein.

An den Gartenanlagen arbeitete seit 1934 detaillierend Heinrich Wiepking (1891-1973). Er bezog sich dabei auf „Ahnenlandschaften unseres Volkes“, die er in griechischen Amphitheatern und germanischen Grabanlagen verwirklicht sah. Die Bauwerke sah er als „Vergeistigung der Landschaft“ in dieselbe eingebettet. Die „Ursprungslandschaft“, hier von Kiefern geprägt, galt als Leitbild der Gestaltung (Die Gartenkunst 1936).

Die unmittelbare Umgebung der Sportanlagen wurde durch rahmende Hainbuchenhecken, Eichen- und Lindenalleen, einen Zwergkieferngürtel und einen Rhododendronsaum gestaltet. Wiepking schmückte außerdem den Gutsmuthsweg und die Friedrich-Friesen-Allee mit Staudenrabatten. Einen privaten Hausgarten erhielt der Reichssportführer. Die Übergänge in die Landschaft wurden im Kontrast hierzu bewusst landschaftlich bepflanzt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Grüngürtel von Eichkamp über die Heerstraße bis zu den Havelseen geschaffen.

Am Rande wurde die Waldbühne als kultische Feierstätte in die Murellenschlucht eingefügt. Goebbels überwachte die Planung.

Der schon zur Kaiserzeit spürbare monumentale Charakter der Bauten Marchs wurde im Reichssportfeld der Nationalsozialisten zum kultisch-zeremoniösen gesteigert. Inschriften und Skulpturen unterstreichen das Programm. Das Reichssportfeld war neben dem Reichsparteitagsgelände und dem Autobahnbau das umfangreichste landschaftsplanerische Vorhaben der NS-Zeit. Die historische Bedeutung des Geländes besteht in der Verknüpfung eines Sportparks bislang unübertroffener Größe mit nationalsozialistischen Propagandaaufgaben.

Die Anlage wurde nach 1945 insgesamt wenig verändert, diente mit Ausnahme von Olympiastadion und Schwimmstadion bis 1994 den britischen Truppen und wurde 1994 unter Denkmalschutz gestellt.

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