Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Lietzenseepark

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Umgebungsplan Lietzenseepark
Bild: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Lietzenseepark

S-Bahn S 4, S 45 Witzleben

U-Bahn U 2 Sophie-Charlotte-Platz

Bus X 34, X 49, 139, 149 Kuno-Fischer-Straße

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Lietzenseepark

Der Lietzensee ist Bestandteil der Grunewald-Seenkette, die mit dem Nikolassee beginnt und hinter dem sog. Nassen Dreieck (Hebbelstraße) in die Spree mündet. Als die Umgebung noch von Ackerflächen bestimmt war, legte General Jakob Wilhelm Karl von Witzleben 1823 einen Privatpark an, der sich am Westufer des See zu beiden Seiten der heutigen Herbartstraße befand. Peter Joseph Lenné lieferte eine eigenhändige Skizze. Hiervon haben sich noch einige Platanen erhalten. Der See und ein schmaler, naturbelassener Uferstreifen gehörten mit zu der Besitzung. Nach dem Tode Witzlebens 1837 und Verkauf des Anwesens an den Gärtner Ferdinand Deppe wurde dieses 1840 “Witzleben” getauft, wovon noch heute der Name der S-Bahn-Station zeugt.

Seit 1871 wurde der Park nicht mehr genutzt und verkam zum Spekulationsobjekt. Nach dem Bebauungsplan von 1901 sollten alle Ufer parzelliert und mit vornehmen viergeschossigen Mietshäusern bebaut werden. Die Kantstraße wurde mitten durch den See verlängert. 1904/05 wurde ein Damm für die neue Straße aufgeschüttet und nur eine schmale Wasserverbindung freigehalten. Im weiteren Planungsverlauf wurde die Bebauung nur am Ostufer bis an den See geführt, und an drei Stellen blieben Grünanlagen ausgespart, die bereits 1905 die Namen Witzlebenplatz, Dernburgplatz und Kuno-Fischer-Platz erhielten. Sie wurden von Garteninspektor Ludwig Neßler angelegt.

1912 berief Bürgermeister Schustehrus Erwin Barth zum Gartendirektor der Stadt Charlottenburg. Noch im selben Jahr legte Barth Entwürfe zur Überarbeitung von Dernburgplatz und Kuno-Fischer-Platz vor.

Als es nach 1918 an Bauinteressenten fehlte, entschloss sich die Stadt, das Gelände östlich von Herbart- und Wundtstraße nicht zu bebauen, sondern als Park herzurichten. Die Entwürfe fertigte Barth: die Ausführung erfolgte im Notstandsprogramm durch Arbeitslose 1918-20. Im bewegten Gelände an der Herbartstraße entstand ein monumentales Viadukt, das die Achse auf eine Plastik rahmte. In Verlängerung der Sophie-Charlotte-Straße schuf Barth eine zweite, kleinere Kaskade zur Frischwasserzufuhr und rechts davon eine rechteckige “Volks- und Spielwiese” unter Einbeziehung der schon 1916 geschaffenen Bronzeplastiken der Diana und des Bogenschützen von Hugo Lederer. Den Parkteil am Kaiserdamm gestaltete Barth zu einer einladenden, elliptischen Rasenfläche um. Östlich dieses Platzes verblieb der Park bis 1945 in der um 1905 angelegten Form.

Barth beschloss den Bericht über seine Arbeit am Lietzensee 1921 mit den Worten: “Mögen die kommenden Zeiten nicht dazu zwingen, die mit so viel Mühe geschaffene Arbeit wieder verfallen zu lassen.”

1925 entstand ein Parkwächterwohnhaus nördlich der Spielwiese, im selben Jahr ein Kriegerdenkmal. Nach Einschmelzen der Bronzefiguren 1943 wurden ein Knabe von Fritz Röll, ein Jüngling von Bernhard Bleeker (1940) und eine Seehundgruppe von Romy Henning (1956), schließlich eine Stahlskulptur von Volkmar Haase (1973) aufgestellt. Seit 1987 erfolgen gartendenkmalpflegerische Maßnahmen.

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