Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Klausenerplatz

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Umgebungsplan Klausenerplatz
Bild: Michael Richert © OpenStreetMap-Mitwirkende CC-BY SA
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Klausenerplatz

S-Bahn S 41, S 42, S 45, S 46, S 47 Westend

Bus 145, 210 Klausenerplatz

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Klausenerplatz

Dieser Platz war zunächst 1844-89 ein Reitplatz der Garde du Corps aus den Kasernen gegenüber dem Charlottenburger Schloss. Nach dem Bebauungsplan von James Hobrecht (1862) sollte er ein von städtischer Bebauung umgebener Schmuckplatz werden. Nach der Aufgabe des Reitplatzes erhielt er 1887 den Namen des Prinzen Friedrich Karl von Preußen (1828-1885), der sich im Krieg gegen Frankreich 1870/71 ausgezeichnet hatte, und wurde als Schmuckplatz gestaltet. Der 1893 ausgeführte Entwurf dürfte vom Stadtgarteninspektor Ludwig Neßler gestammt haben. Ringsherum wurden Linden gepflanzt, zwei Diagonalwege machten ihn übersichtlich und verkehrsfreundlich. Auf der Westseite blieb ein Marktplatz frei, auf dem auch eine Bedürfnisanstalt erbaut wurde. Auf der Ostseite wurde ein Unterstand, umgeben von Bänken, errichtet. Schaupflanzungen auf dem Rasen dienten dem Repräsentationsbedürfnis.

1921/22 gestaltete Erwin Barth den Friedrich-Karl-Platz um. Er hob die Diagonalwege auf, um in der Mitte “eine genügend große Spielfläche, abgeschieden vom Verkehr” zu schaffen, wie er schrieb. An die früheren Diagonalwege erinnern aber noch die kurzen Wegeabschnitte, die von den Platzecken zu den erhöhten Sitzplätzen führen, von denen man den Platz überblicken kann. Diese Plätze sind durch Säulenpappeln betont, die den Raum, wie Barth sagte, “charaktervoll beleben”. Wie bei seinen meisten Stadtplätzen trennte Barth Ruhezonen von Kinderspielzonen. Der Pflanzplan für die 4 m breiten Blumenrabatten wurde 1927 in dem Buch “Unsere Freiland-Stauden” von Graf Ernst Silva Tarouca und Camillo Schneider veröffentlicht.

1940/41 entstand in der südlichen Platzhälfte ein Luftschutzbunker. Der Spielplatz wurde auf dem Dach des Bunkers neu angelegt, wo er sich bis 1986 befand. Ein Entwurf aus dem Büro des Berliner Gartendirektors Josef Pertl von 1941 sah eine durchaus überzeugende Umgestaltung des ganzen Platzes unter Einbeziehung des Bunkers vor, kam aber nicht zur Ausführung. Die nördliche Platzhälfte verblieb vielmehr in der von Barth gegebenen Gestalt.

1948-50 wurde der Platz durch Gartenamtsleiter Walter Hilzheimer in dem Zustand von 1941 erneuert. 1950 wurde der Platz nach dem von den Nationalsozialisten ermordeten Führers der Katholischen Aktion in Berlin, Dr. Erich Klausener, benannt. 1954 führte das Gartenbauamt einige Erneuerungen durch, die aber die Gestalt nicht grundlegend änderten. Ein Plan zur Umgestaltung aus dem Jahre 1969 wurde nicht verwirklicht. 1986 begann die Abräumung des Bunkers, gefolgt bis 1988 von der Wiederherstellung des Platzes nach dem Entwurf von Barth.

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