Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Kissinger Platz

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Umgebungsplan Kissinger Platz
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Kissinger Platz

Bus 110, 115, 249 Elsterplatz

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Kissinger Platz

Der Kissinger Platz erhielt seinen Namen 1891. Planungen für seine Gestaltung gab es um 1907. Im Bebauungsplan 1911 wird er als Schmuckplatz mit Diagonalwegen und Freifläche in der Mitte dargestellt. In der Folge muss er angelegt worden sein, ohne dass hierüber Details bekannt sind.

Der heutige grüne Stadtplatz entstand schließlich als Anlage für die Reichsbanksiedlung von Werner March. Mit dem Gartenentwurf beauftragte die Reichsbank offenbar Heinrich Wiepking, der 1925 erwähnt wird. Eine Darstellung seines Entwurfs von 1925 findet sich in der Bauwelt. Die auf dem Platz vorhandenen Linden und Kastanien sollten entsprechend dem neuen Entwurf umgepflanzt werden, was auf einem von der Reichsbank eingereichten Plan vom 16. September 1926 nachzuvollziehen ist.

Der Verwaltungsbericht spricht davon, dass der Platz an die Reichsbankwohnhäuser angepasst werden musste und sich die Reichsbank an den Baukosten durch die Lieferung von Ziegelsteinen für die Brunnenanlage und die Begrenzungsmauer beteiligte. Der Entwurf zum Platz wurde durch Thieme in der Tat dahingehend geändert, dass er die Ecken des Rasenstückes abschrägte, um so mehr Raum für den Spielbereich an der Ostseite der Platzanlage und die Brunnenanlage an der Westseite zu schaffen. Außerdem grenzte er den westlichen Ruhebereich durch eine Erhöhung des Geländeniveaus und zusätzlich eingefügte Blumenbeete vom Hauptweg des Platzes ab. Für die Herstellung der Brunnenfigur konnte Thieme den Bildhauer Paul Leibküchler gewinnen, der seine Bronzefigur „Knabe mit Fisch“ bereits einmal für eine Brunnenschale in der Stadt Schleswig hatte gießen lassen. Sie wurde im Juni 1926 aufgestellt. Die Klinkermäuerchen mit schmiedeeisernen Barrieren und Natursteinkugeln an den Treppenabgängen beziehen sich in Form und Material auf die umgebende Bebauung.

Thieme ließ sich bei seinen Veränderungen zum Entwurf des Kissinger Platzes von seinen Erfahrungen im Hinblick auf die Nutzungsansprüche der Anwohner leiten. Es kam in einer solchen Siedlungsanlage nicht nur auf einen reinen Schmuckplatz mit großer, weitgehend unbeschatteter Rasenfläche an, dessen Formen sich auf die umgebende Architektur beziehen. Vielmehr definierte Thieme hier durch Einsatz geringer Mittel Spiel- und Ruhebereiche auf dem Platz, so dass er allen Altersgruppen gerecht wurde.

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