Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Georg-Kolbe-Hain

Georg-Kolbe-Hain

Link zu: Umgebungsplan in Originalgröße
Umgebungsplan Georg-Kolbe-Hain
Bild: Michael Richert © OpenStreetMap-Mitwirkende CC-BY SA
Link zu: Link zum Luftbild
Anzeige unter Verwendung des FIS-Broker
Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Georg-Kolbe-Hain

S-Bahn S 5, S 75 Heerstraße

Bus 149 Mohrunger Allee

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Georg-Kolbe-Hain

Vom Teufelssee über das Postfenn, den Georg-Kolbe-Hain, den Sausuhlesee bis zum Murellenteich und weiter durch die Baumannsche Wiese erstreckt sich eine eiszeitliche Rinne mit starken Höhenunterschieden, die eine Bebauung erschwerten. Deshalb sparte der Bebauungsplan für das Gelände um die (Döberitzer) Heerstraße von Joseph Stübben 1911 hier einen Waldgürtel aus, der vom Grunewald bis Ruhleben reichte. Zuerst legte der selbstständige Gartenarchitekt Richard Köhler 1916 den Ortelsburgpark zwischen Grunewald und Heerstraße an. Es folgten 1920-23 der heutige Georg-Kolbe-Hain, der kleine Park nördlich der Sensburger Allee und der Friedhof Heerstraße unter Beteiligung von Gartendirektor Erwin Barth. Die Bebauung erfolgte im Wesentlichen erst in den 20er Jahren. Die Teile des Grünzugs bis zum Murellenteich mit dem Rossitter Platz wurden erst im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1935-37 angelegt.

1958 vereinfachte Gartenamtsleiter Joachim Kaiser die Gestaltung des Ortelsburgparks durch Aufhebung von Wegen und Plätzen stark, so dass er naturnäher wirkte. Die von Köhler in den Waldbestand hinein gepflanzten Parkbäume existieren aber noch heute.

Der Teil nördlich der Heerstraße hieß ursprünglich auch Ortelsburgpark und wurde vermutlich ebenfalls von Köhler entworfen. Er enthielt zwei künstliche Teiche, die 1929 zugeschüttet wurden, da eine gute Wasserqualität nicht haltbar war. An den Eingängen und Rändern pflanzte Köhler unterschiedliche, themenartig gruppierte Baumarten, Lärchen, Silberahorne, Douglasien, Linden und Haselsträucher. 1933-35 erfolgte eine Umgestaltung zum Heidepark. Damals entstanden auch die strohgedeckte Unterkunftshalle nach Entwurf von Gartendirektor Felix Buch und der achteckige Pavillon an der Pillkaller Allee. Diese Maßnahmen standen im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen von 1936 und wurden von Werner March und Heinrich Wiepking-Jürgensmann konzipiert. Das großflächig eingebrachte Heidekraut und die Säulenwacholder hielten sich jedoch nicht lange.

1957 wurde dieser Parkteil nach dem in der Sensburger Allee wohnhaft gewesenen Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947) benannt, von dem hier fünf Plastiken aufgestellt wurden: Die “Kniende” 1959, der “Stürzende” 1961, “Dionysos” 1962, “Mars und Venus” 1963 und die “Ruhenden” 1965. Es handelt sich um Neugüsse von Plastiken, die Kolbe für andere Zusammenhänge geschaffen hatte. 1989 wurde dieser Parkteil unter Denkmalschutz gestellt. Er ist jedoch zusammen mit den anderen Parkteilen als ein Glied in der übergeordneten Grünverbindung vom Grunewald bis Ruhleben zu werten.

2002 wurden denkmalpflegerische Maßnahmen in dem stark verwachsenen Platz begonnen. Wuchernde Gehölze wurden beseitigt, Schattenstauden neu eingebracht. Sichtbezüge, gartenkünstlerischer Geländemodellierung und Wegeführung sind dadurch wieder besser erlebbar geworden.

« Zurück zur Grünanlagen-Startseite