Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Friedhof Heerstraße

Friedhof Heerstraße

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Umgebungsplan Friedhof Heerstraße
Bild: Michael Richert © OpenStreetMap-Mitwirkende CC-BY SA
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

In Friedhofsangelegenheiten wenden Sie sich bitte direkt an den Fachbereich Grünflächen .

So erreicht man den Friedhof Heerstraße

S-Bahn S 9, S 75 Olympiastadion
U-Bahn U 2 Olympia-Stadion
Bus 145 Kastanienallee

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Friedhof Heerstraße

Der Friedhof befindet sich in ungewöhnlicher Lage, indem er sich um den in einer tiefen Mulde gelegenen Sausuhlensee lagert. Im Bebauungsplan für die Heerstraße von 1911 war vorgesehen, den See in den Grünzug vom Ortelsburgpark bis nach Ruhleben einzubeziehen. Die Baugenehmigung für den Friedhof, als Friedhof des Gutsbezirks Heerstraße, wurde 1918 erteilt. Er wurde dann 1921-24 von der Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem angelegt und als interkonfessioneller Friedhof der Gemeinde Groß-Berlin genutzt, obwohl der Forstfiskus Eigentümer war und das Land Berlin erst 1950 Eigentümer wurde. Der verschollene Entwurf wird Gartendirektor Erwin Barth zugeschrieben. Die Ausführung lag in den Händen des freien Gartenarchitekten Richard Köhler, der alle Grünanlagen auf dem Gebiet der ehemaligen Domäne Dahlem realisierte. Die in 1921-23 erbaute Kapelle und die schmiedeeiserne Einfriedung entwarf Erich Blunck. Dieser der Heimatschutzbewegung verbundene Architekt sah in der Verwendung von märkischem Backstein ein bodenständiges Element, auch wenn er für die Kapelle moderne Formen verwendete, die dem Expressionismus verwandt sind. Angelegt wurde zunächst nur die Fläche westlich des Sees. Große Teile blieben gräberfrei, so dass der Eindruck einer Teich- und Waldlandschaft überwog. Vom Eingang an der Trakehner Allee geht eine Wegeachse aus, von der Grabfelder erschlossen werden und die zu einem kreisrunden Rondell führte. Auf dem Friedhof wurden auch zahlreiche Berliner Juden beigesetzt.

Im Umfeld der Olympischen Spiele von 1936 wurde der Friedhof mit seiner eigenwilligen Architektur und seinen jüdischen Grabstätten von Hitler persönlich als störend empfunden.

Deshalb wurde das orientalisch anmutende Spitzdach der Kapelle abgetragen, der halbrunde Platz gegenüber dem Eingang an der Trakehner Allee beseitigt und der Friedhof hinter Säulenpappeln versteckt. Der Friedhof selbst wurde von Heinrich Wiepking-Jürgensmann, der auch für die Außenanlagen des Reichssportfelds verantwortlich war, umgestaltet. Dabei erhielt das ursprünglich kreisrunde Rondell seine heutige ovale Form, und unterhalb der Kapelle entstanden neue Gräberfelder. Südlich des Sees legte Erich Groß 1937-39 neue Gräberfelder an. Die Fläche östlich des Sees wurde als Waldpark ausgestaltet. Sie wurde jedoch seit 1945 für die auch ursprünglich vorgesehene Friedhofserweiterung in Anspruch genommen.

Von den zahlreichen Prominentengrabstätten seien genannt: George Grosz, Paul Cassirer und Tilla Durieux, Familie Ullstein, Benjamine und Georg Kolbe (mit nach Kolbes Entwürfen geschaffenen Stelen), Theodor Däubler, Max Friedländer, Curt Goetz, Maximilian Harden, Felix Holländer, Arno Holz, Joachim Ringelnatz, Ferdinand Bruckner, Viktor de Kowa, Paul Wegener, Grete Weiser, Eduard Künneke, Leo Blech und Helene Lange.

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