Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Ernst-Reuter-Platz

Ernst-Reuter-Platz

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Umgebungsplan Ernst-Reuter-Platz
Bild: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Ernst-Reuter-Platz

U-Bahn U 2 Ernst-Reuter-Platz

Bus X9, 145, 245 U Ernst-Reuter-Platz

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Ernst-Reuter-Platz

Der Platz entstand ursprünglich 1705, als hier die barocke Straßenachse vom Berliner zum Charlottenburger Schloss abgeknickt wurde. Weitere Straßen kamen hinzu, so dass heute fünf Straßen hier einmünden. Bis 1953 war der Platz unter dem Namen „Am Knie“ bekannt. Er enthielt außer den Straßenbäumen keine Grüngestaltung.

Unmittelbar nach dem Tod des ersten West-Berliner Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter erhielt der Platz 1953 dessen Namen. Er wurde dann als freiheitliches Gegenstück zu dem stalinistischen Strausberger Platz in Ost-Berlin ausgebaut. Dem dortigen strengen Klassizismus des Werner Henselmann setzte Bernhard Hermkes in seinem Bebauungsplan hier eine freiplastische Verteilung unterschiedlicher Baumassen entgegen. Die politische Konzeption wird durch die Bronzeplastik (Freiheits-) „Flamme“ von Bernhard Heiliger (1961) vor dem Architekturgebäude der TU unterstrichen.

Die städtebaulichen Maximen nach Überwindung von Hitlerismus und Stalinismus – Großzügigkeit, leichter Verkehrsfluss, Durchlässigkeit, Solitärbauten, sind am Ernst-Reuter-Platz beispielhaft verwirklicht. Auf die auf anderen Stadtplätzen damals angelegten wohnlichen Gartenräume wurde hier verzichtet und die Ost-West-Achse als Hauptverkehrsader akzeptiert.

Es liegen zwei Alternativentwürfe aus dem Gartenbauamt von 1954 und 1958 vor, die verworfen wurden. Senatsbaudirektor Werner Düttmann ließ bei seinem 1959/1960 ausgeführten Entwurf eine räumliche Fassung der von Verkehr umtosten kreisförmigen Grünfläche weg. Ein 10-x-10-Meter-Raster aus Basaltpflasterbändern überzieht den gesamten Platz, das heißt das Rondell ebenso wie die Randflächen bis zur Bebauung. Im Rondell sind einige Quadrate scheinbar zufällig herausgeschnitten und als Wasserbecken, Rasenflächen oder Staudenbeete gestaltet. Aus dem größeren Wasserbecken steigt zentral ein gewaltiges, weithin sichtbares Strahlenbündel. Als Kontrast sind ihm zwei scharen feinerer, niedriger und rotierender Springstrahlen zugesellt. Die begehbaren Felder sind mit dem damals noch lieferbaren Bernburger Mosaik gepflastert. In der Rasenfläche fuhr bis 1967 noch die Straßenbahn. Die Bäume sind ähnlich freiplastisch verteilt wie die 1955-1972 entstandenen Gebäude.

Der Zugang erfolgte durch einen Fußgängertunnel. Eine neuere Zutat ist ein Hain von Fahnenmasten. Denkmalschutz seit 1995, Sanierung der Fontänen 1998/99.

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