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Charlottenburg-Wilmersdorf: Grünanlagen - Branitzer Platz

Branitzer Platz

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Umgebungsplan Branitzer Platz
Bild: Michael Richert © OpenStreetMap-Mitwirkende CC-BY SA
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Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

So erreicht man den Branitzer Platz

U-Bahn U 2 Neu Westend

Bus 145 Kastanienallee

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Branitzer Platz

Mit der Begrünung der Berliner Stadtplätze hatte Peter Joseph Lenné 1824 nach einer Englandreise begonnen. Nach dem gleichen Prinzip sah auch James Hobrecht grüne Plätze in seinem 1862 erstellten Bebauungsplan für die Stadterweiterungen Berlins vor. Bei der Planung der Villenkolonie Westend 1866 durch den Unternehmer Heinrich Quistorp (1836-1902) wurden drei Schmuckplätze ausgewiesen: Kirchplatz, Linden- und Ahornplatz. Der Fürstenplatz kam erst später hinzu. Auf dem zentralen Ort der Villenkolonie sollten ursprünglich Kirche, Schule und Markt sein. Daher hieß der Platz zunächst Kirchplatz. 1894-95 aber wurde nach Entwurf des Charlottenburger Garteninspektors Ludwig Neßler ein dreimal kleinerer Schmuckplatz angelegt, der dann den Namen Branitzer Platz erhielt. Der Name bezieht sich auf Schloss Branitz bei Cottbus, wo Fürst Pückler einen berühmten Landschaftspark angelegt hatte. Charakteristisch für die Schmuckplätze der Zeit war, dass sie nur zur Betrachtung von außen geeignet waren. In der Mitte der kreisrunden Rasenfläche befand sich ein Beet aus Koniferen, Flieder und Rotdorn, am Rand eine Rosenrabatte. Eine Allee aus Rosskastanien umgab das Rondell. Eine dritte Baumreihe stand nahe der umgebenden Vorgärten. Nachdem sich die Anwohner wegen der Bäume des äußeren Ringes beschwert hatten, wurden einige beseitigt bzw. nicht nachgepflanzt.

1943 wurde auf dem Platz ein Feuerlöschteich ausgehoben. In den Notjahren 1946-49 baute man hier in Kleingärten Gemüse an. 1950 wurde die Rasenfläche durch das Gartenbauamt wiederhergestellt. 1960 kamen am Rand kreisrunde Sommerblumenbeete hinzu.

Der Platz ist ein für Berlin seltenes Beispiel eines nahezu unverändert durch die Zeiten gekommenen gründerzeitlichen Schmuckplatzes. Auch die umgebende Bebauung bietet noch ein relativ geschlossenes gründerzeitliches Erscheinungsbild. Deshalb wurde der Platz 1980 unter Denkmalschutz gestellt. Die ursprünglichen Rosenrabatten wurden 1990/91 wiederhergestellt, während man auf die Gehölzgruppen in der Mitte verzichtete.

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