Charlottenburg-Wilmersdorf: Stadtplätze und Parkanlagen - Alt-Lietzow

Alt-Lietzow

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Umgebungsplan Grünanlage Alt-Lietzow
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So erreicht man Alt-Lietzow

U-Bahn U 7 Richard-Wagner-Platz

Bus 145 Warburgzeile

Fotodokumentation

Wissenswertes zum Gartendenkmal Alt-Lietzow

Ehemalige Dorfaue des 1239 erstmals erwähnten Dorfes Lützow oder Lietzow. Auf dem östlichen Teil des Platzes stand ursprünglich eine Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert, der Anger wurde als Kirchhof genutzt. Die Kirche wurde 1848-50 durch einen Bau von August Stüler ersetzt. Nach Aufgabe des Kirchhofs wurde der Anger kurz vor 1824 regelmäßig gestaltet. Einige alte Grabmäler blieben stehen. Eine hippodromförmige Rasenfläche, die die Kirche einschloss, war mit einer Reihe Linden gesäumt. Vermutlich geht diese Gestaltung auf den Hofgärtner Georg Steiner (1774-1834) zurück.

1873-75 wurde am Westende des Platzes gegenüber der Kirche ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege von 1864 bis 1871 errichtet. Der Entwurf stammte von dem Architekten Hubert Stier, die Ausführung mit dem ruhenden Bronzelöwen von dem Bildhauer Albert Wolff.

Nachdem die Stadt 1897 den Platz von der Kirchengemeinde übernommen hatte, wurde er 1900 als Schmuckplatz aufgebessert. Entwurfsverfasser dürfte zuständigkeitshalber der Charlottenburger Stadtgarteninspektor Ludwig Neßler gewesen sein. Die Anlage mit einem rechteckigen Rasenfeld in der Mitte und einer halbkreisförmigen Rahmung des Kriegerdenkmals war von klassischer Schlichtheit und entsprach in den Grundzügen der Gestaltung von 1824. Das Rasenfeld wurde zeitgemäß mit einigen Gebüschgruppen, Teppichbeeten und Koniferen geschmückt. Vereinzelte Grabmale blieben erhalten. In der weiten Nische hinter dem Denkmal wurden Bänke aufgestellt. Die Wege wurden mit basaltstreifengesäumten Bernburger Mosaik gepflastert. Zur gleichen Zeit wurde der Platz mit vornehmen, fünfgeschossigen Mietshäusern umbaut.

1910/11 entstand nach Abriss der zu klein gewordenen Stülerschen Kirche eine größere evangelische Pfarrkirche (Lützowkirche) im neubarocken Stil.

Spielgelegenheiten fehlten bislang. 1936 legte Gartendirektor Felix Buch einen halbkreisförmigen Sandspielplatz in die Nische hinter dem Denkmal. Als Ersatz für die dort aufgegebenen ruhigen Sitzplätze stellte er eine Reihe Bänke vor der Westfassade der Kirche auf.

Im Zuge einer Kampagne, bei der die alten Dorfauen im Gebiet von Berlin mit dem Namen “Alt-…” versehen wurden, erhielt der Platz 1937 die Bezeichnung Alt-Lietzow.

Nach schweren Kriegsschäden blieben von der früheren Platzbebauung nur das heutige Standesamt (Villa Kogge, 1864) und die Feuerwache erhalten. Die Kirche wurde 1961/62 durch einen Neubau ersetzt. Gartenamtsleiter Joachim Kaiser entwarf im Anschluss 1962 ein halbkreisförmiges Schmuckbeet östlich des Denkmals und eine Reihe Rosen- und Strauchbeete auf der Seite der Kirche. Er behielt die Symmetrieachse bei, die der Platz seit mindestens 1824 hatte, obwohl der Kirchenbau diese Tradition gebrochen hatte.

Da das Denkmal und die Platzgestaltung von um 1900 im Wesentlichen erhalten waren, wurde der Platz 1995 unter Denkmalschutz gestellt.

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