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Geplantes Aussichtsrad am Zoo

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Aussichtsrad, Fotomontage: pott architects
Bild: Great Berlin Wheel GmbH

Im August 2006 kaufte die Great Berlin Wheel GmbH für 13 Mio EUR das Wirtschaftshof-Gelände des Zoologischen Gartens, um darauf das größte Aussichtsrad Europas zu errichten.

Am 14.12.2006 wurde das bis dahin konkurrierende Riesenrad-Projekt der Anschutz Entertainment Group in Friedrichshain abgesagt. Damit stiegen die Realisierungschancen für das Projekt am Zoo an der Jebensstraße Ecke Hertzallee zwischen Bahntrasse, BVG-Busbahnhof und Technischer Universität.

Das Aussichtsrad sollte mit 175 Metern doppelt so hoch wie das Europa-Center werden und 28 Gondeln für je 40 Personen tragen. Eine 35-Minuten-Runde soll voraussichtlich 11.- EUR kosten. Von dem Touristenmagnet wurden – insbesondere nach der Schließung des Fernbahnhofs Zoo – neue belebende Impulse für die City West erwartet.

Zu dem Projekt gehörte zunächst auch ein vierstöckiges Parkhaus, das allerdings wieder gestrichen wurde. Stattdessen sollte unter dem Hardenbergplatz eine Tiefgarage entstehen.
Insgesamt sind für das Projekt 120 Mio EUR veranschlagt. Mit rund 2 Mio Besuchern jährlich wurde gerechnet, was rund 20.000 täglich entsprechen würde.

Das Aussichtsrad-Gelände liegt auf einem Gebiet des Bezirks Mitte im Ortsteil Tiergarten, das unmittelbar an den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf angrenzt. Deshalb wurde das Bebauungplanverfahren von beiden Bezirken gemeinsam betrieben. Am 10.07.2007 billigte der Senat das Verkehrskonzept, wonach die Mehrzahl der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen sollte. Am 18.10.2007 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Mitte das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren. Am 22.10.2007 wurde die Baugenehmigung erteilt. Am 03.12.2007 war der erste Spatenstich mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, Zoodirektor Dr. Bernhard Blaszkiewitz und Great-Berlin-Wheel-GmbH-Geschäftsführer Michael Waiser.

Im September 2009 wurde bekannt, dass der Baubeginn sich wegen Finanzierungsschwierigkeiten verzögert und seit Oktober 2009 wurde das Projekt öffentlich in Frage gestellt.

Ab April 2010 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen die drei Manager der Great Berlin Wheel GmbH und deren Vertragspartner wegen des Verdachts der Untreue. Ein von Riesenrad-Anlegern aufgebrachter Betrag in Millionenhöhe soll in den Fernen und Mittleren Osten transferiert worden sein. Gleichzeitig klagten Anleger gegen Banken, die den Riesenrad-Fonds Global View vertrieben haben.

Im Februar 2013 legte das Architekturbüro Kleihues+Kleihues gemeinsam mit dem früheren Präsidenten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach, Pläne für ein neues Stadtquartier mit sechs Hochhäusern bis zu einer Höhe von 161 Metern vor.