Kraftwerk Charlottenburg

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Kraftwerk Charlottenburg um 2003, Foto: Bewag, Ludwig Preiss Bild: Bewag, Vattenfall

Gesamtanlage unter Denkmalschutz
Die Maschinenhalle für das Kraftwerk wurde 1899/1900 von Georg Klingenberg als roter Ziegelbau mit weißen Putzfeldern zeitgleich mit der Fußgängerbrücke Siemenssteg errichtet und am 1.8.1900 eröffnet. Die ursprünglichen Kegeldächer der Ecktürme wurden entfernt. Es gab mehrfach Erweiterungsbauten: 1925 Schalthaus im Stil der neuen Sachlichkeit, 1953 Abriss des alten und Bau eines neuen Kesselhauses als vertikal gegliederter Kubus. 1989 Rauchgasentschwefelungsanlagen, 1994 Rauchgasentstickungsanlagen mit dominantem Bauvolumen.

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Kraftwerk Charlottenburg, Luftaufnahme um 2003, Foto: Bewag, Ludwig Preiss Bild: Bewag, Vattenfall

Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Die Errichtung eines eigenen Kraftwerkes für die Stadt Charlottenburg erfolgte durch Magistratsbeschluss von 1898 (die erste Heizwärme floss in das Rathaus). Kraftwerksanlage durch die Frankfurter Firma Lameyer & Co. Antrieb der Generatoren durch Kolbendampfmaschinen, Anlieferung der dafür benötigten Kohle über die Spree (s. Ladestraße ). 1922 Eingliederung in die “Berliner Städtischen Elektrizitätswerke”. 1925/26 Umbau zum ersten deutschen Hochdruck-Großkraftwerk mit Hochdruckturbinen; Einrichtung des ersten Fernheiznetzes Berlins. 1954-66 neben dem mit Wasserdampf als Wärmeträger arbeitenden Heiznetz Heißwasser-Heiznetz. 2001 Ende des “Dampfkraftwerkes” mit Stillsetzung des letzten der drei kohlebefeuerten Dampfblöcke; die heutige Anlage arbeitet mit drei leichtölgefeuerten Gasturbinen; für die nicht mehr benötigten Gebäudekomplexe wird nach einer neuen Nutzung gesucht. Im September 2006 lässt der Betreiber Vattenfall (früher Bewag) den 125 hohen Schornstein abgetragen.
Am 27.4.2007 eröffnen Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler und Manfred Wohlers, Vorstandsmitglied von Vattenfall Europe Berlin, den von Vattenfall gestalteten neuen Uferweg „Am Spreebord“ am Spree-Ufer vor dem Heizkraftwerk. Nach rund 100 Jahren gibt die Kraftwerksbetreiberin Vattenfall damit das Spree-Ufer an den Bezirk zurück.
Im Januar 2008 beschließt Vattenfall, die Energieproduktion an diesem Standort aufrechtzuerhalten. Pläne für ein Wellnesshotel und Thermalbad werden damit hinfällig.
Am 4.9.2009 wurde auf dem ehemaligen Kohlenlagerplatz des Kraftwerks der Grundstein gelegt für den Neubau eines Skulpturenzentrums der Bildgießerei Noack .