Drucksache - 0364/4  

 
 
Betreff: Zukunft des "Berliner Notdienst Kinderschutz"
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:SPD-Fraktion 
Verfasser:Wuttig 
Drucksache-Art:Große AnfrageGroße Anfrage
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Beratung
25.10.2012 
13. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin beantwortet   

Sachverhalt
Anlagen:
Große Anfrage
Beantwortung

Wir fragen das Bezirksamt:

Wir fragen das Bezirksamt:

 

  1. Inwieweit stimmen die Informationen, dass das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg als Träger der gesamtstädtischen Aufgabe "Notdienst Kinderschutz" plant, zum 1. Januar 2013 die Kontakt- und Beratungsstelle (KuB) in der Fasanenstraße aufzugeben?
     
  2. Welche Möglichkeiten sieht das Bezirksamt, um das durch die KuB gewährleistete niedrigschwellige Angebot für Straßenjugendliche von 13 bis 20 Jahren auch über den Jahreswechsel hinaus zu ermöglichen?
     
  3. Wie sieht in diesem Zusammenhang die Zukunft des Jugendnotdienstes und des Mädchennotdienstes in der Mindener Straße aus?
     
  4. Welche Bedarfe sieht das Bezirksamt bei den Aufgaben des "Berliner Notdienst Kinderschutz"?
     
  5. Was wird das Bezirksamt gemeinsam mit den anderen Bezirken und den zuständigen Stellen auf Landesebene unternehmen, um den "Berliner Notdienst Kinderschutz" als festen und dringend notwendigen Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe im Land Berlin zu erhalten?

 

 

Zur Beantwortung Frau BzStR'in Jantzen:

 

Sehr geehrte Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren, es gibt ja gute Beziehungen zwischen der Stadträtin hier in Charlottenburg-Wilmersdorf und den zuständigen Stadträtin in Friedrichshain-Kreuzberg und deswegen kann ich natürlich auch eine Antwort geben.

 

Zu 1. bis 5.

Es trifft zu, dass es in Friedrichshain-Kreuzberg Überlegungen gibt, Anfang nächsten Jahres vorübergehend Mitarbeiterinnen der Kontakt- und Beratungsstelle zur Aufrechterhaltung des "Berliner Notdienst Kinderschutz", und zwar den Jugendnotdienst "Mädchennotdienst" umzusetzen und die Arbeit der Kontakt- und Beratungsstelle einzuschränken. Und das geschieht vor dem Hintergrund, dass die Senatsverwaltung für Finanzen dem Bezirk die Besetzung von auslaufenden, befristeten Stellen im Jugendnotdienst/Mädchennotdienst im Umfang von 8,4 Vollzeitäquivalenten, das sind rund 25 % der dort Beschäftigten, abgelehnt hat. Sollte es bei dieser Ablehnung bleiben, also vielleicht noch der Zusatz, natürlich mit Hinweis darauf, dass die Bezirke ihre Personaleinsparung für die nächsten Jahre vorlegen und das im Rahmen dieser Sache nichts befristet bewilligt wird.

 

Sollte es bei dieser Ablehnung bleiben, wird aus meiner Sicht im Bezirk kaum etwas anderes übrig bleiben, um eben den Mädchennotdienst zu sichern. Das ist bedauerlich, aber, ich würde da, wenn ich die zuständige Stadträtin wäre, jetzt auch keine Alternative sehen.

 

Herr Wuttig hat schon darauf hingewiesen: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nimmt mit dem "Berliner Notdienst Kinderschutz" eine regionalisierte Bezirksaufgabe war, so dass da auf Landesebene formal keine Zuständigkeit für den Berliner Notdienst besteht. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sieht allerdings eine einseitige Benachteiligung für sich, wenn ihnen die Bezirkszielzahl für sein Personal die Stellenzahl für diese regionalisierte Aufgabe nicht vor die Klammer gesetzt wird, und damit eben eine unverzügliche Stellenbesetzung dann auch möglich würde. Sollte es im Ergebnis dieser Auseinandersetzung zwischen dem Bezirk und der Senatsfinanzverwaltung zu einer weiteren Belastung für die anderen Bezirke kommen und damit auch für uns, nämlich mit der Überlegung man verteilt dann das, was regionalisiert in Friedrichshain-Kreuzberg ist, müsste zwischen allen Bezirken eine einvernehmliche Verständigung hierüber herbeigeführt werden, in welcher Vielfalt der "Berliner Notdienst Kinderschutz" weiterhin vorgehalten werden muss. Diese Problematik, denke ich, wird in der Stadträtinnensitzung zu erörtern sein.

 

Das Bezirksamt ist klar der Ansicht, dass die Einrichtungen des Notdienstes Kinderschutz benötigt und dann aber auch mit dem notwendigen Personal ausgestattet werden müssen. Vor dem geschilderten Hintergrund hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf allerdings Verständnis für die Prioritätensetzung des Bezirksamtes und hält diese dann auch für vertretbar. Es ist für uns in Anbetracht der hier im Bezirk umzusetzenden Kürzung beim Personal und damit auch der Abteilung Jugend auferlegten Personalreduzierung nicht vorstellbar, Stellenanteile an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zur Aufrechterhaltung abzugeben.

 

 
 

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