Auszug - Vorstellung der Planungsidee eines Möbelhauses auf dem ehemaligen Güterbahnhof Grunewald  

 
 
53. Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung
TOP: Ö 2
Gremium: Ausschuss für Stadtplanung Beschlussart: im Ausschuss abgelehnt
Datum: Mi, 24.11.2010 Status: öffentlich
Zeit: 17:00 - 18:56 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: 1138
Ort: Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Krieger stellt seine Planungsidee für ein Möbelzentrum vor und macht deut¬lich, dass ihm bewusst ist, dass das Projekt erst ganz am Anfang steht und die Planung viele Jahre dauern wird

Herr Krieger stellt seine Planungsidee für ein Möbelzentrum vor und macht deut­lich, dass ihm bewusst ist, dass das Projekt erst ganz am Anfang steht und die Planung viele Jahre dauern wird.

Herr Latour verteilt Tischvorlagen, die den Sachstand vom 04.11.10 wiederge­ben. Insbesondere geht es um sieben Punkte, die einer Klärung bedürfen:

1. Berliner Zentrenkonzept (zuständig SenStadt)

2. Verkehrsaufkommen / verkehrliche Anbindung

3. gesamtstädtische Ebene

4. Denkmalschutz

5. Immissionsschutz (insbesondere Lärm)

6. Stadtbild

7. "Gleis 17"

Bevor über das "Wie" eines Konzeptes befunden werden kann, ist über das "Ob" eines entsprechenden Standortes zu entscheiden. Da erhebliche Zweifel an der Machbarkeit großflächiger Fachmarktzentren mit erheblichen Auswirkungen auf die gesamtstädtische Zentrenstruktur bestehen, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Fachmarktkonzept angekündigt, das Grundlage für erfor­derliche Änderungen des Flächennutzungsplans und nachgehende Bebauungs­pläne sein soll.

BV Centgraf regt an, dass sich der Denkmalbeirat mit den Auswirkungen auf das Denkmalensemble Cordesstraße und Gleis 17 befasst. Ihre Fraktion lehnt das Vorhaben ab, der Standort sei für ein Möbelzentrum nicht geeignet.

BV Schmitz-Grethlein sagt, dass zuerst die Verkehrsproblematik gelöst werden müsse. Zudem gibt er die Sichtbarkeit des groß dimensionierten Baukörpers von der Avus aus zu bedenken. Seine Fraktion sieht das Vorhaben skeptisch.

Der Vorsitzende gibt das Thema Artenschutz zu bedenken, da sich das Gelände zu einem Biotop entwickelt hat.

BV Schmitt meint, dass noch zu viele Fragen offen sind, bevor man sich mit dem Vorhaben konkret auseinandersetzen könne, bittet aber zu beachten, dass hier Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.

BV Heyne macht deutlich, dass es weder ein Planungs- noch Baurecht gibt und sich der Prozess mehrere Jahre hinziehen wird. Eine grundsätzliche Positionie­rung des Ausschusses hält er für sinnvoll. Seine Fraktion begrüßt die Investition.

BV Lobo sagt, dass das Verkehrsaufkommen die Wohnqualität beeinträchtigen wird. Da es sich um einen prominenten Standort handelt, müsse der Bau indivi­duell, d. h. dem Standort angepasst, geplant werden. Bereits jetzt eine Positionie­rung abzugeben, hält er für nicht möglich.

BV Häntsch hält ein Votum in dieser frühen Phase ebenfalls für zu früh. Die vor­gelegten Unterlagen seien noch zu unkonkret, insbesondere die verkehrliche Er­schließung sei ein Knackpunkt. Bis die SenStadt den Flächennutzungsplan än­dert, stehe der Bezirk außen vor. Auch gibt er zu bedenken, dass bestehende Zentren, z. B. die Reichsstraße, zu schützen seien.


Zu den denkmalgeschützten Wohnhäusern an der Cordesstraße hat Herr Krieger eine juristische Stellungnahme vorgelegt, nach der durch einen Bescheid des Eisenbahnbundesamtes (EBA) der Abriss genehmigt sei und damit keine Zu­ständigkeit der Denkmalbehörden vorläge.

Herr Latour verweist darauf, dass die Firma Krieger mehrfach vergeblich um eine Kopie des EBA-Bescheides gebeten wurde. Herr Krieger sagt zu, eine Kopie zur Verfügung zu stellen.

[Nachtrag: Nachdem weiterhin keine Kopie von Fa. Krieger zur Verfügung ge­stellt wurde, hat das BA beim EBA eine Ausfertigung des Bescheides abgeholt. Die denkmalgeschützten Wohnhäuser an der Cordesstraße sind nicht durch den Rückbaubescheid erfasst.]

Der Vorsitzende fasst zusammen, dass Herr Krieger noch einige 'Hausarbeiten' zu erledigen habe und die Betroffenen einzubeziehen sind. Dazu gibt er das Wort abschließend an Herrn Neumann vom Siedlerverein Eichkamp und an Herrn Pasierbsky von der Messe Berlin, die sich mit kritischen Einwänden auf den Planungsvorschlag beteiligen.

 

 


 

 
 

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