Eröffnung des Steinplatzes mit Kunstprojekt und Forschungspavillon

Pressemitteilung vom 14.08.2018

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Herr Oliver Schruoffeneger, informiert:

Am 17. August 2018, um 14:00 Uhr wird der neu geschaffene Steinplatz eröffnet und als öffentlichen Raum wieder erfahr- und erlebbar.

Hintergrund:
Der Steinplatz wurde im Jahr 1885 als gründerzeitlicher Schmuckplatz angelegt und in den 1950er Jahren letztmalig umgestaltet. Der Zustand der in die Jahre ge-kommenen überarbeitungsbedürftigen Grünanlage veranlasste das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf eine Umgestaltung anzustoßen.

Ab dem Jahr 2014 organisierte das Bezirksamt mit dem Regionalmanagement CITY WEST mehrere Treffen, bei denen sich institutionelle Anrainer sowie zahlreiche Anwohner*innen engagiert einbrachten. Konsens der Gespräche war, neben dem Wegfall der Stellplätze, eine Nutzungsintensivierung, eine zeitgemäße Gestaltung und die Öffnung des Platzes.

Hierzu wurde im Jahr 2015 der Wettbewerb „Campus meets Steinplatz“ für Studierende der Landschaftsarchitektur an der TU Berlin ausgelobt und durchgeführt. Grundlage für die jetzige Umgestaltung war der Entwurf von Leon Giseke, Lasse Malzahn und Lucas Rauch mit dem Titel „Aufschließen“. Er sieht eine großzügige klare Gestaltung der Anlage, eine Öffnung des Platzes gegenüber den umliegenden Anrainern und eine Neuinszenierung der Gedenkstätten vor.
Der Siegerentwurf überzeugte auch Nachbarn und das Bezirksamt. Im Jahr 2016 wurde daraufhin das Landschaftsplanungsbüro Schirmer-Partner mit der Konkretisierung des Entwurfes beauftragt.

Die Umgestaltung des Steinplatzes wurde durch die Mittelzusage aus dem Berliner Plätzeprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ermöglicht. Durch Sponsoring von Anrainern konnte der Platz zusätzlich mit einer hochwertigen Möblierung ausgestattet werden.

Aufgrund der aktuellen umfassenden Neugestaltung des Steinplatzes wurde ein künstlerisches Konzept entwickelt, das der neuen Gestaltung wie der Geschichtlichkeit des Ortes Rechnung trägt.

Nach 1945 übernahm der Platz vor allem repräsentative Aufgaben, wozu auch zwei Gedenkanlagen aus den Jahren 1951 und 1953 beitrugen. Darüber hinaus waren die dem Platz gegenüber liegenden Gebäude der Charlottenburger Kunsthochschule (vor allem auch der Konzertsaal) und des Studentenhauses der Technischen Universität direkt nach 1945 zentrale Orte gesellschaftspolitischer, kultureller und künstlerischer Veranstaltungen und Debatten. Diese verlorene berlinweite Bedeutung des Steinplatzes soll berücksichtigt werden.

Der Bezirk plant, den Steinplatz in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Nachbarn zu einem Raum für Spiel, Sport und Kunst zu entwickeln und auf eine zeitgenössische Art, die traditionelle Erinnerungskultur des Ortes zu hinterfragen und die Anrainer*innen einzubeziehen. Ziel ist es, den Platz in den Stadtraum zu öffnen.

Den Auftakt geben mmtt, Stefka Ammon und Katharina Lottner mit einem tempo-rären Versuchsfeld, dem Steinplatz reloaded, SIMULTAN-INSTALLATION/ Experimentierfeld. Der Ansatz sieht die temporäre Installation von 24 weiteren Skulpturen aus 133 Jahren Geschichte des Platzes in preußischer Raumordnung vor sowie die Überformung der bestehenden Skulpturen. Der Beitrag weckt über die Auseinandersetzung mit der Platzgeschichte Neugierde und öffnet sich thematisch ins Umfeld. Er ist voraussetzungsfrei und offen im humorvollen Zugang. Das Schemenhafte der Skulpturen regt die Phantasie und den inhaltlichen Bezug zu aktuellen Denkmaldebatten an.

Steinplatz reloaded setzt sich bis zum 14. Oktober intensiv mit der Geschichte und Gegenwart des Platzes auseinander. Der Steinplatz soll über diese künstlerischen Interventionen zu einem Ort für die Stadtgesellschaft werden, der zu Austausch und Kommunikation einlädt. Die Interventionen sollen die Anwohner*innen oder thematisch verbundene Interessensgruppen mit einbeziehen und einen partizipatorischen Charakter aufweisen.

Darüber hinaus errichtet die Universität der Künste Berlin im Zeitraum vom 17. August bis 14. Oktober 2018 einen von Gregory Quinn konzipierten Forschungspavillon für Veranstaltungen wie zum Beispiel diese. Bei dem Pavillon handelt es sich um die pneumatische Aufrichtung von elastischen Gitterschalen, eine neuartige Methode, um attraktive, steife und organisch geformte Schalen mit großen Spannweiten schnell und kostengünstig aufzurichten.

Im Auftrag
Mientus