Das Chinesische Zimmer [4händig]

Pressemitteilung vom 02.12.2016

Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz eröffnet am Dienstag, dem 06.12.2016, um 19.00 Uhr die Ausstellung „Das Chinesische Zimmer“ in der Kommunalen Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin.
Eine Ausstellung des Frauenmuseum Berlin e.V. in Kooperation mit der Kommunalen Galerie Berlin.

Die Besucherinnen und Besucher der Eröffnung werden von Elke von der Lieth, Leiterin der Kommunalen Galerie Berlin, und Rachel Kohn, Frauenmuseum Berlin e.V., begrüßt. Eine Einführung gibt Luise Pilz (Kunstwissenschaftlerin und Autorin).

4händig spielen, heißt es in der Musik – für die Ausstellung „Das Chinesische Zimmer“ würde man eher sagen, dass zwei Künstlerinnen 4händig arbeiten, auf einen Raum hin, in dem Materialität und Stofflichkeit eine ebenso große Bedeutung haben wie die ihn sie verwebte Semantik. Kata Unger webt tatsächlich, ihr Medium sind Bildteppiche, während Lisa Tiemann mit ihren bildhauerischen Arbeiten die Grenzen des klassischen Skulpturbegriffs auslotet.

Lisa Tiemann (*1981) setzt sich in ihrer eigens für diese Ausstellung konzipierten Installation mit dem chinesischen Zimmer als Gedankenexperiment, das die Wechselseitigkeit von Zeichen und Bedeutung hinterfragt, auseinander. Wie eine Art Geheimsprache, Chiffren ähnlich, schreiben sich die Skulpturen in den real existierenden Raum ein. Sie scheinen einem Narrativ zu folgen, automatisch spielt der Betrachter Abfolgen durch, sucht Verbindungen, gleicht ab und an. Dabei sind es nicht nur die Chiffren, die decodiert werden, wir lesen den Raum, Präsentationsformen und Displays mit. Referenzsysteme, die uns einordnen helfen, Kontexte erschließen, aber auch in die Irre führen und den Deutungsraum sehr eng machen können. So handelt es sich hier nicht um ein lesbares Zeichensystem, sondern um Fragmente der eigenen künstlerischen Praxis. Stellvertreter und Überreste der eigentlichen Kunstwerke. Rekontextualisiert und zur Schau gestellt werfen sie die Frage auf, inwiefern der Rahmen, in dem Werke präsentiert werden, Kontext und Wertigkeit determiniert.

Kata Ungers (*1961) Bildteppiche und Zeichnungen stehen in der Tradition des Punk, Dadaismus und lebendiger Subkultur. Ungers Bildteppiche sind zugleich Objekt, Zeichnung und Malerei und repräsentieren im Überschreiten der Kategorien Synchronizität. Die Zeichnungen der Künstlerin entstehen während des Prozesses am jeweiligen Teppich, sind eigenständige Werke und stellen jedoch immer wieder inhaltliche und formale Bezüge zu den komplexen Bildteppichen her. Aus den senkrechten und waagerechten Wollpixeln entstehen nicht nur Räume, sondern regelrechte Denkräume, die aus den Systemen und Strukturen unserer Wirklichkeit entnommen wurden.

Am Sonntag, dem 11.12.2016, um 16.00 Uhr findet ein von Constanze Musterer moderiertes Künstlerinnengespräch statt.
Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen bei Elke von der Lieth, Leiterin der Kommunalen Galerie Berlin, Tel 9029-16704, -24100, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin, E-Mail: info@kommunalegalerie-berlin.de, www.kommunalegalerie-berlin.de, www.kultur.charlottenburg-wilmersdorf.de oder www.frauenmuseumberlin.de.

Die Ausstellung wird bis zum 15.01.2017 gezeigt: Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr und So 11-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Auftrag
Gottschalk