Projekt Flaschensammler

Pressemitteilung vom 20.09.2013

Am Mittwoch, dem 25.9.2013, um 16.30 Uhr , wird das Projekt „Flaschensammler“ im Volkspark Wilmersdorf am Fenn-See (Eingang von der Blissestraße an der Friedrich-Ebert-Schule) von den Bezirksstadträten für Gesundheit und Soziales, Carsten Engelmann, und für Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten, Marc Schulte, mit einem Spatenstich zur Einsetzung des ersten modifizierten Papierkorbs eröffnet.
Im Volkspark Wilmersdorf und im Lietzenseepark werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Beschäftigungsträgers TRIAS neben den Papierkörben spezielle Sammelbehälter für Pfandflaschen aufgestellt. Die Parkbesucherinnen und Parkbesucher sollen ihre leeren Flaschen nicht mehr in die Papierkörbe werfen, sondern in diesen Behältern einstellen.
Diese Idee geht zurück auf eine Anregung der Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Berliner Stadtreinigung hat bisher ähnliche Ideen immer abgelehnt und sieht große Risiken für solche Sammelbehälter. Das Projekt von TRIAS tritt jetzt mit dem Anspruch an, diese Vermutung durch ein konkretes Beispiel zu widerlegen. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projektes werden die Sammelbehälter nicht nur hergestellt und aufgebaut, sondern es wird eine regelmäßige Kontrolle, Beobachtung und Dokumentation erfolgen, ob die Idee funktioniert.
Marc Schulte:

“Für dieses Modellprojekt haben wir die Papierkörbe von zwei unserer Grünanlagen zur Verfügung gestellt, die Papierkörbe der BSR durften wir nicht verwenden.”

Carsten Engelmann:

“Es wäre schön, wenn es durch unser Beispiel gelingt, die BSR von diesem System zu überzeugen. Wenn es funktioniert, profitieren davon beide: Flaschensammler und Parkbetreiber, weil es weniger Müll gibt!”

Das Umwelt- und Naturschutzamt ist an dem Projekt beteiligt und finanziert die Materialkosten für die neuen Sammelbehälter. Aus Sicht des Amtes ist das Projekt ein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz, der deutlich macht, dass es sich bei den Flaschen nicht um wertlosen Abfall handelt, sondern dass durch Wiederverwendung oder Recycling wertvolle Ressourcen geschützt werden.

Anmerkung:
Diese Pressemitteilung gibt den Stand vom 20.9.2013 wieder. Inzwischen hat die BSR widersprochen:

“Dies entspricht absolut nicht den Tatsachen. Wir hatten – und zwar unsere Vorstandsvorsitzende selbst – dem Bezirk in einem Gespräch Anfang des Jahres mit Bezirksbürgermeister Naumann und den Bezirksstadträten angeboten, einen räumlich begrenzten Versuch im öffentlichen Straßenland des Bezirkes durchzuführen. Daraufhin haben wir allerdings leider seitens des Bezirksamtes nichts mehr gehört und waren nun sehr überrascht, als wir durch die Pressemitteilung des Bezirkes von dem Vorhaben erfahren haben.

Richtig ist, dass wir dieser Form der „Hilfe“ skeptisch gegenüber stehen. Da es dabei aber lediglich um Vermutungen geht, haben wir den bisher bereits mit diesem Thema befassten Bezirken angeboten, in einem Bezirk einen räumlich und zeitlich begrenzten Test durchzuführen. Parallel dazu haben wir uns bereits mit rechtlichen – insbesondere haftungsrechtlichen – Fragestellungen befasst sowie mit der Konstruktion solcher Pfandflaschen-Sammeleinrichtungen. Diese gibt es derzeit nicht industriell gefertigt, so dass wir quasi Prototypen bauen müssen, die vor allem zwei Aspekten gerecht werden müssen: sie dürfen die Funktionalität des Papierkorbs (z.B. schnelle und einfache Leerung) nicht einschränken und von ihnen darf keine zusätzliche Verletzungsgefahr für Passanten ausgehen.”

Das Bezirksamt bedauert die entstandene Irritation.

Im Auftrag

Metzger