„Zerstörte Vielfalt – Berlin 1933-1938-1945“: Vitrineninstallation am Kurfürstendamm

Pressemitteilung vom 05.04.2013
Am Sonntag, dem 07.04.2013, um 14.00 Uhr, wird die Installation des Künstlers Alexander Jöchl „Café Wien – ein Familienporträt“ in einer Vitrine am Kurfürstendamm 28, 10719 Berlin, eröffnet.

Sie ist die erste in einer Reihe von acht künstlerischen Installationen des Projektes „Spuren, Hohlräume, Leerstellen – Jüdisches Leben am Kurfürstendamm“, einem Projekt des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste in Kooperation mit dem Archiv des Museums Charlottenburg Wilmersdorf im Rahmen des Themenjahrs „Zerstörte Vielfalt – Berlin 1933-1938-1945“.

Der österreichische Künstler Alexander Jöchl hat sich für seine Vitrineninstallation mit der Geschichte des Hauses Wien am Kurfürstendamm 26 und seinen Besitzern intensiv auseinandergesetzt. Das Schicksal der Familie Kutschera steht dabei im Mittelpunkt.
Karl Kutschera war in den 1930er Jahren ein sehr erfolgreicher Gastronom mit den Betrieben Café Wien, „Zigeunerkeller“ und Filmbühne Wien. Nach einer Hetzkampagne des „Stürmer“ verpachtete er 1937 die Betriebe an „arische“ Geschäftsleute und lebte mit seiner Frau Josefine und ihren zwei Kindern Karin und Gerhard bis 1943 zurückgezogen in ihrer Villa in Kladow. Schließlich wurden die Betriebe enteignet, die Besitztümer beschlagnahmt und die Familie am 19.Mai 1943 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Die Eltern überlebten, die Kinder kamen nach Auschwitz. Von ihnen fehlt jede Spur.
Die künstlerische Installation in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Hauses Wien nimmt diese Fakten auf und vermittelt sie in einer Form, die auf den Ort und die Betrachtungsmöglichkeiten der Passantinnen und Passanten Bezug nimmt.

An der offiziellen Eröffnung werden unter anderem teilnehmen:

  • Prof. Dr. Michael Fehr, Direktor des Instituts Kunst im Kontext
  • Elisabeth Weber, Historikerin DHM, die speziell über Fam. Kutschera geforscht hat
  • Jerry Kay, Enkel von Karl Kutschera
  • Katja Jedermann, Institut Kunst im Kontext, Projektleiterin

Die Senatsverwaltung wird durch Rainer Klemke vertreten, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf durch Kulturstadtrat Klaus-Dieter Gröhler.

Die Installation ist bis Freitag, dem 03.05.2013 in der Vitrine der Deutschen Bank, Kurfürstendamm 28, zu sehen. Weitere Informationen unter www.raumschale.com .

Sechs weitere Vitrineninstallationen werden zwischen Mai und Oktober 2013 folgen:

  • 05.05. bis 31.05.2013 , Eröffnung: 02.05.2013, 14.00 Uhr, Vitrine DM-Drogeriemarkt, Kurfürstendamm 34, Seraphina Lenz, Kristallglanz – eine fragmentarische Rekonstruktion, www.seraphinalenz.de
  • 02.06. bis 05.07.2013 , Eröffnung: 07.06.2013, 14.00 Uhr, Postbank-Vitrine, Kurfürstendamm 29, Atalya Laufer, Mode-Spiegel – Eine Beilage, Hommage à Lieselotte Friedländer, www.atalyalaufer.turnpiece.net
  • 07.07. bis 02.08.2013 , Eröffnung: 07.07.2013, 14.00 Uhr, Vitrine der Deutschen Bank, Kurfürstendamm 28, Arnold Dreyblatt, Eine vornehme Wohnung, www.dreyblatt.de
  • 04. bis 30.08.2013 , Eröffnung: 04.08.2013, 14.00 Uhr, Vitrine der Deutschen Bank, Kurfürstendamm 28, Renate Herter, „Am Kurfürstendamm sind jetzt, sämtliche Lücken wieder ausgefüllt“, www.renateherter.de
  • 01.09. bis 04.10.2013 , Eröffnung: 01.09.2013, 14.00 Uhr, Vitrine der Deutschen Bank, Kurfürstendamm 28, Dominique Hurth, Entfaltungen, Video-Arbeit zur Arisierung des Leinenhauses Grünfeld, www.dominiquehurth.com
  • 06.10. bis 01.11.2013 , Eröffnung: 06.10.2013, 14.00 Uhr, Vitrine DM-Drogeriemarkt, Kurfürstendamm 34, Bettina Allamoda, Die Auslage, artnews.org/bettinaallamoda

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