Wohnungslose suchen dringend Obdach Katastrophale Situation bei der Unterbringung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Pressemitteilung vom 13.12.2012

Die Plätze zur Unterbringung von Wohnungslosen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind nicht ausreichend. Jeden Morgen sitzen in den Fluren des Rathauses Wilmersdorf hilfesuchende Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben. Aber es gibt keine Dächer mehr – seien sie auch noch so einfach, denn auch Berliner Unterbringungsleitstelle (BUL) des Landesamtes für Gesundheit und Soziales meldet seit Wochen, dass es keine freien Plätze in den Wohnheimen mehr gibt.

Carsten Engelmann, Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit:

„Wir fragen schon bei Betreibern von Hostels und Pensionen an, ob sie bereit sind, Wohnungslose aufzunehmen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen die Betreiber vor Ort auf, um einen persönlichen Kontakt herzustellen. Dass Unterbringungsplätze für Flüchtlinge und Asylsuchende gesucht werden, ist durch die Presse mittlerweile bekannt. Den wohnungslosen Menschen geht es genau so.

Die Unterbringung der Wohnungslosen ist Aufgabe der Bezirke. Charlottenburg-Wilmersdorf als City Bezirk ist auch zentraler Informations- und Treffpunkt für wohnungslose Menschen der gesamten Stadt. Hier ist die Entwicklung von fehlendem bezahlbarem Wohnraum deutlich zu spüren.

Es gibt verschiedene Einzelfaktoren, die zusammengefasst letztlich zu den aktuellen Kapazitätsengpässen führen: Mangel an bezahlbarem Wohnraum; steigende Zahlen von Flüchtlingen; von Zuwanderungen aus Osteuropa; von Räumungsklagen und Zwangsräumungen. Ebenso gibt es keine geeigneten Immobilien, die für die Unterbringung von Wohnungslosen zur Verfügung stehen.

Es entsteht ein Verdrängungsmechanismus im Hinblick auf Menschen, die physisch, psychisch und/oder finanziell belastet sind und häufig am Rande des gesellschaftlichen Lebens stehen.

Die Problematik muss gesamtstädtisch, ressort- und zielgruppenübergreifend betrachtet werden. Es kann nicht unser Ziel sein, dass eine Personengruppe zugunsten einer anderen belastet und verdrängt wird.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist die im Bundestag beratene Gesetzesinitiative der Bundesregierung zur Stärkung der Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden, die insbesondere auch für die zukünftige Stadtentwicklungspolitik im Bezirk richtungweisend ist. Die Initiative sieht unter anderem vor, die Schaffung zusätzlichen Wohnraums zu vereinfachen.“

Im Auftrag

Gottschalk