Benennung des Rhoda-Erdmann-Parks

Pressemitteilung vom 11.10.2012

Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte nimmt a m Dienstag, dem 16.10.2012, um 16.00 Uhr , in der Koenigsallee am Parkeingang gegenüber Hausnummer 18, 14193 Berlin, die offizielle Benennung der Parkanlage vor.

Marc Schulte:

„Die BVV hat beschlossen, das Parkgelände am Koenigssee, das südlich der Erdenerstraße zwischen Wissmannstraße und Koenigsallee bis etwa zur Delbrückstraße verläuft und den Uferwanderweg einschließt, in Rhoda-Erdmann-Park zu benennen. Ich freue mich sehr, dass wir Mechthild Koreuber, Zentrale Frauenbeauftragte der Freien Universität Berlin, gewinnen konnten, uns das Wirken von Frau Rhoda Erdmann vorzustellen und über das seit 1997 bestehende Rhoda-Erdmann-Programm zu informieren.“

Auf Rhoda Erdmann (1870-1935) geht die Institutionalisierung der experimentellen Zellforschung in Deutschland zurück. An der Berliner Universität setzte sie die Gründung einer Abteilung und später eines eigenständigen Instituts für experimentelle Zellforschung durch. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin. Um Oberlehrerin zu werden, studierte Rhoda Erdmann bis 1908 Zoologie, Botanik und Mathematik an der Berliner Universität. Frauen war es in Preußen zumeist nur über diese Oberlehrerinnenkurse möglich, ein reguläres naturwissenschaftliches Studium zu absolvieren. 1908 promovierte sie und arbeitete dann als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Institut für Infektionskrankheiten bei Robert Koch. Da ihr Habilitationsantrag 1913 negativ beschieden wurde, nahm sie ein Stipendium als Research Fellow an der Yale University in New Haven/USA an und arbeitete sich in die modernsten experimentellen Methoden der Zellforschung und Gewebezüchtung ein. In Berlin zurück, habilitierte sie sich 1920 als zweite Frau in Deutschland. 1924 wurde sie zur nichtbeamteten, 1929 zur beamteten außerordentlichen Professorin ernannt. Im darauf folgenden Jahr wurde ihre Abteilung für experimentelle Zellforschung (am Institut für Krebsforschung der Charité) zum selbständigen Universitätsinstitut. Sie war Begründerin und Herausgeberin der Zeitschrift Archiv für experimentelle Zellforschung. 1933 wurde sie aufgrund einer Denunziation gegen ihre Person zwei Wochen inhaftiert. 1935 wurde ihr mitgeteilt, dass sie „aus prinzipiellen Gründen” keine Vorlesungen mehr halten dürfe. Da sich Rhoda Erdmann der Probleme von Frauen in der Wissenschaft bewusst war, gründete sie den „Verband deutscher Hochschuldozentinnen”. 1997 etablierte die Freie Universität Berlin das Rhoda-Erdmann-Programm, ein Weiterbildungsprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen.

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