Für ein Moratorium zum Erhalt des Kinos Kurbel

Pressemitteilung vom 06.12.2011

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der aktuellen Situation des Kinos Kurbel befasst. Es hat den Vorschlag von Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann befürwortet, zu einem Moratorium bis zum Sommer 2012 zu kommen.

Reinhard Naumann:

“1935 wurde in einem umgebauten ehemaligen Eckladen das Kino für knapp 600 Zuschauer eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Kurbel bereits am 27.5.1945 als eines der ersten Berliner Kinos seinen Betrieb wieder auf – mit dem russischen Film “Um sechs Uhr abends nach Kriegsende”. 1954 war es Premierenkino für den US-Filmklassiker “Vom Winde verweht”, der 28 Monate lang gezeigt wurde. Später erwarb sich die Kurbel als Programmkino einen sehr guten Ruf. Nach einer vorübergehenden Schließung im Jahr 2003 feierte die Kurbel 2009 ihr 75-jähriges Bestehen.

Jetzt soll das Kino geschlossen werden und stattdessen eine Filiale des Super Natur Marktes Alnatura einziehen. Die Bürgerinitiative “Rettet die Kurbel” versucht, die drohende Schließung zu verhindern – mit prominenter Unterstützung von Rosa von Praunheim, Dieter Kosslick, Oliver Kalkofe, Angelica Domröse, Gerd Wameling, Peter Raue, Andrea Gräfin Bernstorff und anderen.

Nachdem das Supermarkt-Unternehmen öffentlich erklärt hat, dem Erhalt des Kinos nicht im Wege stehen zu wollen, sollte die durch das Moratorium gewonnene Zeit von allen Verantwortlichen genutzt werden, um an einer auch für den Hauseigentümer und zugleich bisherigen Kinobetreiber tragfähigen Lösung zum Erhalt der Kurbel zu arbeiten. Insbesondere bitte ich die Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten und das Medienboard Berlin-Brandenburg um Unterstützung für diese Zielsetzung.”

Im Auftrag

Metzger