Gedenktafel für Bernhard Weiß

Pressemitteilung vom 27.10.2010

Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen nimmt auf Einladung von Polizeipräsident Dieter Glietsch teil an der Enthüllung einer Gedenktafel für den ehemaligen Polizeivizepräsidenten Dr. Bernhard Weiß am Montag, dem 1.11.2010, um 13.00 Uhr vor dem Polizeiabschnitt 24, Kaiserdamm 1, 14057 Berlin.
Um 16.30 Uhr liest Dr. Joachim Rott in der Polizeihistorischen Sammlung, Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin aus seinem Buch “Ich gehe meinen Weg ungehindert geradeaus” über das Leben von Bernhard Weiß.
Bernhard Weiß wurde 1925 Chef der Kriminalpolizei und 1927 Vizepolizeipräsident und hatte im damaligen Polizeiamt Charlottenburg, dem früheren Polizeipräsidium Charlottenburg am Kaiserdamm 1, eine Dienstwohnung. Weiß griff als Beamter der Republik gegen Rechtsbrüche systematisch durch. In der Berliner Bevölkerung und in der Polizei war Weiß sehr populär und geachtet. Liebevoll-despektierlich wurde er “Vipoprä” genannt.
Aber er wurde zur Zielscheibe regelmäßiger Diffamierungskampagnen der aufkommenden NSDAP unter dem Berliner Gauleiter Joseph Goebbels, der Weiß wegen seiner jüdischen Herkunft stets als “Isidor Weiß” bezeichnete. Besonders in Goebbels Hetzpostille “Der Angriff” war Weiß ständig Gegenstand antisemitisch motivierter Diffamierungen in Texten und Karikaturen. Nach dem “Preußenschlag” Papens 1932 verlor Weiß – wie die gesamte Regierung Preußens – sein Amt. Nach kurzer Haft wurde er freigelassen und lebte bis zum März 1933 in Berlin. Als die Nazis ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hatten, ermöglichten ihm Kollegen die Flucht. Weiß floh 1933 über Prag nach London, wo er 1951 kurz nach der Wiedererlangung seiner deutschen Staatsbürgerschaft starb.
2008 wurde bereits an seinem früheren Wohnort am Steinplatz 3 eine Gedenktafel für ihn enthüllt.

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