Namensgebung: Hans-Rosenthal-Sportanlage in Eichkamp

Pressemitteilung vom 25.04.2007

Der Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Reinhard Naumann, verleiht im Rahmen einer Feierstunde am Sonntag, dem 29.04.2007, um 14.00 Uhr, der bisherigen Sportanlage „Kühler Weg“, Kühler Weg 12, 14055 Berlin, den Namen „Hans-Rosenthal-Sportanlage (am Kühler Weg)“. Zur Erinnerung an Hans Rosenthal wird im Beisein seiner Familie eine Gedenktafel enthüllt. Bei der Umbenennung werden hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Sport, darunter Sportstaatssekretär Thomas Härtel, der Ehrenpräsident des Berliner Fußball-Verbands, Otto Höhne und der Präsident des Berliner Fußball-Verbands, Bernd Schultz, erwartet.

Im sportlichen Rahmenprogramm werden sich ab 12.00 Uhr die Fußballspieler der Traditionsmannschaften Hans-Rosenthal-Team TeBe, Sport-Club Charlottenburg und TuS Makkabi Berlin sowie die C-Jugendmannschaften dieser Sportvereine in Turnieren gegenüberstehen. Ab 13.15 Uhr bestreiten die Damen des SC Brandenburg und des Steglitzer Tennis-Klub 1913 ein Hockey-Freundschaftsspiel.

Die Laudatio wird von Herrn Prof. Dr. Wilhelm Wedig, Vorsitzender der Abteilung Hans-Rosenthal-Team von Tennis Borussia Berlin, gehalten.

Der Text der 90 × 67 cm großen Gedenktafel aus Messing lautet:

Sportstadtrat Reinhard Naumann:
“Mit Hans Rosenthal ehrt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einen unnachahmlich sympathischen Mitbürger, hoch engagierten Journalisten, berühmten Quizmaster und bekennenden Fußballfreund.
Als Sohn eines jüdischen Bankangestellten 1925 geboren, musste er unter der Nazi-Herrschaft von 1940 bis 1943 Zwangsarbeit verrichten und tauchte, inzwischen Vollwaise, 1943 unter, um dem Transport in die Vernichtungslager der Nazis zu entgehen.
Noch im Jahr 1945 ging Hans Rosenthal als 20-jähriger Volontär zum Berliner Rundfunk. Nach politischen Schwierigkeiten wechselte er 1948 zum damaligen RIAS. Hier begann seine nahezu beispiellose Karriere: Zuerst im Rundfunk, dann auch im Fernsehen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sei erinnert an „Das Klingende Sonntagsrätsel“, „Wer fragt, gewinnt“, „Rate mal mit Rosenthal“, Allein gegen alle“, „Gut gefragt ist halb gewonnen“ und „Dalli Dalli“, das legendäre Ratespiel für Schnelldenker.
Seine enorme Beliebtheit, die auf seiner freundlichen und unkomplizierten Art basierte, war für den Juden Hans Rosenthal der Beweis, dass sich die Deutschen geändert haben. Dies machte ihn auch stolz auf die Menschen seiner Heimat.
In dem Gedanken, dass die Juden in Deutschland wieder eine Heimat finden konnten, engagierte sich Hans Rosenthal in verschiedenen Gremien der jüdischen Institutionen in Berlin und Deutschland.
Seine Fußballleidenschaft zeigte sich auch in der Verbundenheit zu seinem Verein Tennis Borussia Berlin, dessen Vorsitzender er – nicht zuletzt aufgrund seiner Beliebtheit – mehrere Jahre war. Auch ließ er es sich trotz starker beruflicher Beanspruchung nicht nehmen, das eine oder andere Mal im Mommsenstadion Berlin als Stadionsprecher für Tennis Borussia zu fungieren. Er war Mitglied der damaligen „TeBe Prominenten-Elf“, die nach seinem Tod den Namen „Hans-Rosenthal-Team“ trägt und Gelder für die Hans-Rosenthal-Stiftung „Schnelle Hilfe in akuter Not“ sammelt.
Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung wird diese bekannte Sportanlage nunmehr nach Hans Rosenthal benannt.“

Im Auftrag

Metzger