Wichtige Informationen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und Helfende

Українська - Ukrainian Важлива інформація для біженців війни з України

Informationen zum Coronavirus

Sportanlage in Eichkamp wird nach Julius-Hirsch benannt

Pressemitteilung vom 16.01.2007

Der Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Reinhard Naumann, verleiht im Rahmen einer Feierstunde im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen am Sonntag, dem 21.01.2007, um 15.00 Uhr, der bisherigen “Sportanlage Eichkamp“, Harbigstraße 40, 14055 Berlin, den Namen „Julius-Hirsch-Sportanlage (Eichkamp)“. Zur Erinnerung an Julius Hirsch wird im Beisein seines Enkels und dessen Gattin eine Gedenktafel enthüllt. Bei der Umbenennung werden hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sport und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erwartet, darunter Sportstaatssekretär Thomas Härtel, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe und der Präsident des Berliner Fußball-Verbands, Bernd Schultz.
Im sportlichen Rahmenprogramm werden sich um 12.00 Uhr die Fußballspieler des TuS Makkabi Berlin und des SV Babelsberg 03 (Spitzenreiter der Oberliga Nord) in einem Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Ab ca. 14.00 Uhr wird die Wanderausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ eröffnet und in einem Vortrag über Julius Hirsch informiert.

Der Text der 90 × 67 cm großen Gedenktafel aus Messing lautet:

Die Tafel wird am Umkleidegebäude angebracht.

Sportstadtrat Reinhard Naumann:
“Mit Julius Hirsch ehrt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einen herausragenden Sportler, dessen fußballerische Leistungen jahrzehntelang verschwiegen wurden. Viele Jahre fand sich der Name von Julius Hirsch nicht in der Liste der deutschen Fußballnationalspieler. Dieses Schicksal teilte er mit seinem jüngeren Partner in der Nationalmannschaft, dem ebenfalls jüdischen Fußballnationalspieler Gottfried Fuchs. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde im Rahmen der so genannten Gleichschaltung Juden die Mitgliedschaft in Sportvereinen, zunächst noch mit Ausnahme rein jüdischer Sportvereine, untersagt.
Der Name von Julius Hirsch verschwand gut sechzig Jahre aus dem Kreis der deutschen Fußballnationalspieler, bis 1999 der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Schweigen über die Leistungen jüdischer Fußballnationalspieler brach. 2005 lobte der DFB dann den Julius-Hirsch-Preis für Engagement in der Völkerverständigung aus.
Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung und nach Anregung durch den auf dieser Sportanlage beheimateten TuS Makkabi Berlin wird diese bekannte Sportanlage nunmehr nach Julius Hirsch benannt.“

Im Auftrag

Metzger